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Moschus-Schafgarbe

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Moschus-Schafgarbe
Datei:Achillea moschata.jpg

Moschus-Schafgarbe (Achillea moschata)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Schafgarben (Achillea)
Art: Moschus-Schafgarbe
Wissenschaftlicher Name
Achillea moschata
Wulfen

Die Moschus-Schafgarbe (Achillea moschata <templatestyles src="Person/styles.css" />Wulfen, Syn.: Achillea erba-rotta ssp. moschata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Wulfen) Vacc.) gehört zur Gattung der Schafgarben (Achillea) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung

Die Moschus-Schafgarbe ist eine stark aromatisch duftende, mehrjährige krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 20 Zentimetern.

Die grünen Blätter sind drüsig punktiert. Die unteren gestielt, die oberen sitzend. Ihre Form ist fiederteilig mit kammförmig angeordneten, linealischen Fieder, die ganzrandig oder zwei- oder dreispaltig sind.

In lang gestielten dichten Doldentraube stehen die Blütenköpfchen, die bis zu 15 mm breit sind. Die Hüllblätter sind gekielt, grün und dunkelbraun gerandet. Die Zungenblüten sind weiß und die Röhrenblüten sind blassgelb.

Die Blütezeit ist Juli bis August.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18.<ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Achillea moschata04072002.JPG
Moschus-Schafgarbe (Achillea moschata)

Vorkommen und Standort

Die Moschus-Schafgarbe ist in den Ostalpen verbreitet, wobei das Gebiet von Savoyen bis in die Steiermark reicht. In Österreich in den Zentralalpen häufig, in den Kalkalpen selten. Es kommt in der Steiermark, Oberkärnten, Salzburg, Tirol und Vorarlberg vor. In den Allgäuer Alpen wurde sie im Vorarlberger Teil von Walter Gutermann 1964 am Elferkopf auf Hornstein nahe dem Gipfel bis 2300 Metern Meereshöhe entdeckt. Später entdeckten sie Erhard Dörr und Kriemhild Dörr 1978 am Ostgrat der Rothornspitze in Tirol zwischen 2100 und 2300 Metern Meereshöhe.<ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 599–600.</ref>

Als Standort werden sickerfrische, kalkarme, bewegte oder ruhende, lehmige Steinschuttböden bevorzugt. Die Art ist eine Charakterart des Verbands Androsacion alpinae, kommt aber auch in Initialstadien des Nardion oder Caricion curvulae vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die Art ist in Höhen von 1500 bis 3400 m Höhe über dem Meeresspiegel anzutreffen.

Sie bildet mit der Schwarzrandigen Schafgarbe (Achillea atrata) auf kalkhaltigen Böden ein vikariierendes Artenpaar.

Ökologie

Die Art ist eine Pionierpflanze; sie ist ein Schuttkriecher und Schuttfestiger. Sie ist ein Wintersteher. Es kommt Insekten- und Selbstbestäubung vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Inhaltsstoffe

Die Pflanze enthält Bitterstoffe wie Ivain, Moschatin, Achillein, Harzsäure und das stark aromatische, pfefferminzähnliche Ivaöl.

Sonstiges

Drogen dieser Art werden in der Volksheilkunde bei Appetitlosigkeit, Erkrankungen von Magen, Darm und Leber, bei Nervenschwäche und äußerlich als Wundmittel verwendet. „Iva“, der romanische Volksname dieser Pflanzenart, leitet sich vom lat. abigere = abtreiben her und deutet auf eine Verwendung als Abortivum. In der Schweiz wird daraus seit mehr als 100 Jahren ein Alpen-Kräuterlikör, der sogenannte „Iva-Bitter“ hergestellt. Weitere Volksnamen sind Jochkamille und Frauenraute.

Darüber hinaus bestehen bzw. bestanden auch die häufig nur regional gebräuchlichen Bezeichnungen Bisamschafgarbe (Wallis), Gabüse (Berner Oberland), Genepi, Genipi, Iva, Flur d'iva oder Plaunta d'iva (Graubünden), Sandkraut (Graubünden), Wildfräuleinkraut (Blätter: Wildfräuli-Chrut, wilde Fräulein = Berggeister; Blüten: Wildmännli-Chrut) (Graubünden), Almkamille oder Jochgramille (Tirol) und Goldenes oder Weißes Wildnisskraut (Kärnten).<ref>Carl Jessen, Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, Verlag von Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 6 f.</ref> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden.

In Bosnien-Herzegovina trifft sich die Bevölkerung am katholischen Gedenktag Enthauptung des heiligen Johannes des Täufers, dem 29. August, um das heilwirksame Gras an den Hängen des Berges Gostilij im Ozrengebirge zu sammeln. Anschließend findet auf dem Gipfel ein Trachtenfest mit Gesang und Tanz statt, bei dem die Ernte gesegnet wird. 2018 wurde Die Ernte von Iva-Gras auf dem Berg Ozren von der UNESCO in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.<ref>Picking of iva grass on Ozren mountain. UNESCO Intangible Cultural Heritage, 2018, abgerufen am 5. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Literatur

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3.
  • Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> </references>

Weblinks

Commons: Achillea erba-rotta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien