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Burg Kirspenich

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Burg Kirspenich
Datei:Burg Kirspenich1.jpg
Wohnturm und Vorburg der Burg Kirspenich aus südlicher Richtung

Wohnturm und Vorburg der Burg Kirspenich aus südlicher Richtung

Staat Deutschland
Ort Kirspenich
Entstehungszeit Zweite Hälfte 12. Jahrhundert
Burgentyp Niederungsburg
Erhaltungszustand Wesentliche Teile erhalten
Ständische Stellung Ministerialensitz
Bauweise Bruchstein
Geographische Lage 50° 36′ N, 6° 48′ OKoordinaten: 50° 35′ 54,1″ N, 6° 47′ 50,4″ O
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Höhenlage 231 m ü. NHN
Burg Kirspenich (Nordrhein-Westfalen)
Burg Kirspenich (Nordrhein-Westfalen)

Die Burg Kirspenich steht im Stadtteil Kirspenich der Stadt Bad Münstereifel im Kreis Euskirchen. Entstanden ist die Burg aus einer Rundlingsanlage auf einer heute noch zu erkennenden Insel. Aufgrund der wasserumwehrten Vorburg dieser zweiteiligen Burganlage zählt sie zu den Wasserburgen des Kreises. Sie ist Teil der sog. „Wasserburgen-Route“.

Geschichte

Im Jahr 1166 wurde erstmals ein Hermann von Kirspenich und damit das Bestehen eines gleichnamigen Adelssitzes urkundlich erwähnt. Gerlach von Dollendorf, der auch die unweit gelegene Burg Arloff erbaute, besaß 1278 Kirspenich. Vermutlich geht der viereckige Wohnturm aus Bruchstein auf diesen Ritter zurück, denn er ist dem der Burg Arloff sehr ähnlich.<ref name="Holterman-01"/>

Ähnlich wie bei der „Schwesterburg“ Arloff dürfte die Burg Kirspenich bis zur Schlacht von Worringen 1288 zum Machtbereich des Kölner Erzbischofs Siegfried von Westerburg gehört haben. Auch hier an der Grenze des Kurfürstentums Köln und der Grafschaft Jülich übernahmen die Jülicher nach dem Sieg über „Siegfried“ die Lehnsherrschaft.

Datei:Burg Kirspenich3.jpg
Nebengebäude Burg Kirspenich mit Wassergraben
Datei:Burg Kirspenich 002b.jpg
Burg Kirspenich aus der Vogelperspektive

Die im Erftal gelegene Burg zu Kirspenich wird 1301 ausdrücklich als Wasserburg mit separater Vorburg, die der neue Besitzer Gerhard von Alfter dem Grafen Gerhard zu Jülich zu Lehen und als Offenhaus aufträgt und nennt sich in der Folgezeit Gerhard von Kispenich.<ref name="Kisky-01"/> Die Burg blieb aber unter der Gerichtsbarkeit von Kurköln, eine der Merkwürdigkeiten der Zeit.<ref name="Holterman-01"/>

Der ursprünglich alleinstehende 28,5 m hohe massive Turm erhielt im 16./17. Jahrhundert die eigentliche Umwehrung. Erst in der Barockzeit, gegen Ende des 17. Jahrhunderts entsteht das Wohnhaus, das sich an den Turm anlehnt und einen Gebäuderest des 16. Jahrhunderts einschließt. Das Wohnhaus bekam eines der ersten Mansarddächer des Rheinlands. Zu dieser Zeit besitzen die Freiherrn von Friemersdorf gen. Pützfeld die Burg.

Anfang des 20. Jahrhunderts war die Burganlage Gaststätte und wurde um einige Nebengebäude und den großen Tanzsaal erweitert. Nach jahrzehntelangem Verfall ist die Burg in den 1990er Jahren aufwendig restauriert worden. Sie ist heute in Privatbesitz.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Holterman-01"> Dirk Holterman, Harald Herzog: Die Euskirchener Burgenrunde – Radeln zwischen Erft und Eifel. Bouvier Verlag, Bonn 2000, ISBN 978-3-416-02977-3, S. 59.</ref> <ref name="Kisky-01"> Hans Kisky: Burgen, Schlösser und Hofesfesten. Veröffentlichungen des Vereins der Geschichts- und Heimatfreunde des Kreises Euskirchen e. V. A-Reihe Heft 6, 1960, S. 100.</ref> </references>