Zum Inhalt springen

Dehousing Paper

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 15. April 2025 um 08:30 Uhr durch imported>URTh (Entstehung: sollte man vielleicht erwähnen - ansonsten wirkt es etwas einseitig).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Royal Air Force Bomber Command, 1942-1945. CL3400.jpg
Zerstörte Gebäude nach der Bombardierung Hamburgs durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg.

Beim sogenannten Dehousing Paper (übersetzt: Enthausungspapier<ref>Feuersturm: der Bombenkrieg gegen Deutschland, Christoph Kucklick</ref>; auch bekannt als dehousing memorandum) handelt es sich um eine politische Beschlussvorlage bezüglich der strategischen Ziele des britischen Luftkrieges gegen das Deutsche Reich im Zweiten Weltkrieg (strategic bombing campaign).

Entstehung

Das dehousing paper wurde am 30. März 1942 durch den wissenschaftlichen Berater der britischen Regierung, Frederick Lindemann, 1. Baron Cherwell dem britischen Premierminister Winston Churchill übersandt.<ref></ref> Später wurde diese Vorlage durch das britische Kabinett beschlossen. In diesem Kontext erhielt sie ihren späteren Namen.<ref>Auch bekannt als dehousing memorandum, das Lindemann memorandum/paper oder das Cherwell memorandum/paper (dieser wurde 1956 in den Adelsstand erhoben)</ref>

Die Beschlussvorlage kam während einer Debatte um die zukünftige britische Kriegsstrategie gegenüber dem Deutschen Reich zur Diskussion. Die Debatte drehte sich insbesondere um die Verteilung von finanziellen Mitteln zwischen den Teilstreitkräften Royal Air Force (RAF), British Army und Royal Navy. In der Beschlussvorlage wird argumentiert, dass eine Flächenzerstörung von Wohnbauten den größten Effekt auf den Widerstandswillen der gegnerischen Zivilbevölkerung habe (morale bombing). Diese Argumentation steht in der Tradition der britischen Trenchard-Doktrin von 1928 und führte als Beleg für die Richtigkeit dieser These Untersuchungen über die Auswirkungen deutscher Luftangriffe auf den Widerstandswillen der britischen Zivilbevölkerung während des Ersten Weltkriegs an (sog. Gotha-Raids bzw. Zeppelin-bombing). Das dehousing paper sah die Zerstörung von 30 % aller Wohnbauten in 58 Städten in Deutschland vor.<ref></ref> Die Beschränkung auf 58 Städte bestand, da weite Teile Deutschlands zum damaligen Zeitpunkt außerhalb der Reichweite der britischen Luftstreitkräfte lagen. Nach einer lebhaften Debatte beschloss das britische Kabinett den Vorschlag und legte somit diese Kriegsstrategie gegenüber anderen strategischen Optionen fest.

Siehe auch

Literatur

  • Norman Longmate: The Bombers: The RAF offensive against Germany 1939–1945. Hutchinson, London 1983, ISBN 0-09-151580-7.
  • Paul Crook: The case against Area Bombing. In: Peter Hore (Hrsg.): Patrick Blackett: Sailor, Scientist, and Socialist. With a foreword by Tam Dalyell. Frank Cass, London 2003, ISBN 0-7146-5317-9, Kap. 10, S. 167–186.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />