Zum Inhalt springen

Olaf Leben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 1. Januar 2026 um 16:21 Uhr durch imported>Tohma (kein Militär; -Auswertung Primärquelle).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Olaf Leben (* 8. Oktober 1932 in Berlin; † 7. Oktober 1991) war ein deutscher hauptamtlicher Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR. Er leitete von 1977 bis 1990 die für die Telefonüberwachung zuständige Abteilung 26 des MfS.

Leben

Leben wurde 1932 in Berlin als Sohn eines Elektromonteurs geboren. Nach dem Besuch der Volksschule begann er 1947 eine Ausbildung zum Fernmeldemonteur. In diesem Beruf war er bis zu seiner Einstellung beim MfS 1951 tätig. Seit 1949 war Leben Mitglied der SED. Beim MfS begann er zunächst in der Abteilung N (Nachrichten), ehe er 1952 zur Hauptabteilung S (HA S; operative Technik) wechselte. Ab 1955 arbeitete Leben in der Abteilung O (Telefonüberwachung), welche 1962 in Abteilung 26 umbenannt wurde. 1963 wurde er zum stellvertretenden Abteilungsleiter befördert. Zwischen 1965 und 1967 absolvierte er ein Studium an der Hochschule für Verkehrswesen „Friedrich List“ in Dresden, welches er als Diplom-Ingenieur-Ökonom abschloss. 1967 ernannte man ihn zum 1. stellvertretenden Leiter der Abteilung 26. Ab 1977 vertrat er seinen erkrankten Vorgesetzten Gerhard Böhme, dessen Posten als Leiter der Abteilung 26 er ab 1980 endgültig übernahm. Neben der Überwachung von Telefonen und Fernschreibern war die Abteilung 26 auch für die akustische und optische Überwachung und Beobachtung von Räumen, sowie für den Einsatz chemischer Markierungsverfahren verantwortlich,<ref>Vgl. Roland Wiedmann: Die Organisationsstruktur des Ministeriums für Staatssicherheit 1989, BStU, MfS-Handbuch, PDF, 2 MB, S. 350.</ref> und verfügte über mehr als 1000 hauptamtliche und zahlreiche inoffizielle Mitarbeiter.<ref>Vgl. Schmole: Abteilung 26. S. 15, 19f. u. 56.</ref> Im Juli 1984 wurde er zum Generalmajor ernannt.<ref>Neues Deutschland vom 4. Oktober 1984</ref> Im Zuge der friedlichen Revolution in der DDR wurde Leben im Januar 1990 entlassen. Im Jahr 1991 ermittelte die Berliner Staatsanwaltschaft gegen ihn wegen „Amtsanmaßung und Anstiftung zur Verletzung des Fernmeldegeheimnisses durch die Post“. Ein Ende der Ermittlungen, so der zuständige Oberstaatsanwalt damals, sei „nicht absehbar“, da der Aufenthaltsort von Leben der Justiz nicht bekannt war.<ref>„Wer hörte mit, wenn Schäuble mit Gauck sprach?“ In: Berliner Zeitung, 24. April 1991, S. 3.</ref>

Literatur

Einzelnachweise

<references />