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Entoloma subg. Inocephalus

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Entoloma subg. Inocephalus
Datei:2010-08-11 Entoloma conferendum 1.jpg

Kreuzsporiger Filz-Rötling (Entoloma conferendum)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: Agaricomycetidae
Ordnung: Champignonartige (Agaricales)
Familie: Rötlingsverwandte (Entolomataceae)
Gattung: Rötlinge (Entoloma)
Untergattung: Entoloma subg. Inocephalus
Wissenschaftlicher Name
Entoloma subg. Inocephalus
(Noordel.) P.D. Orton

Entoloma subg. Inocephalus, auch Filz-Rötlinge genannt<ref name="Ludwig2007"/>, ist eine Untergattung aus der Gattung der Rötlinge, die in die sieben Sektionen Calliderma, Erophila, Hispidula, Inocephalus, Phlebophora, Staurospora und Tristia gegliedert ist.

Die Typusart ist Entoloma inocephalum.<ref name="Noordeloos2004"/>

Merkmale

Zur Untergattung Inocephalus zählen Arten mit helmlings-, seltener ritterlingsartigen Fruchtkörpern. Der Hut ist faserig, schuppig oder filzig beschaffen. Die Huthaut ist ein Trichoderm oder Hymeniderm. Das Pigment ist meist ausschließlich intrazellulär, selten auch inkrustierend. Schnallen sind normalerweise vorhanden.<ref name="Noordeloos2004"/>

Systematik

Im Jahre 1981 beschrieb Machiel Evert Noordeloos Inocephalus als Untergattung von Entoloma.<ref name="Noordeloos1981"/>

Sektion Calliderma

Die Arten in der Sektion Calliderma haben Fruchtkörper, deren Huthaut ein Hymeniderm aus kurzen, aufgeblasenen Elementen ist.<ref name="Noordeloos2004"/>

Sektion Erophila

In der Sektion Erophila sind Arten mit Fruchtkörpern gruppiert, deren Hut etwas braun schattiert, faserig, filzig oder deutlich schuppig und manchmal mit glimmerigen Partikeln strukturiert ist. Der Stiel hat entweder eine glatte oder faserige Oberfläche. Cheilozystiden fehlen oder treten vereinzelt auf und haben dann eine zylindrische oder schlank keulige Form. Die Arten fruktifizieren häufig im Frühjahr, aber einige auch oder nur im Herbst.

Diese Sektion beinhaltet eine kleine Gruppe sehr ähnlicher Arten, die sich hauptsächlich durch die Sporengröße, das Vorhandensein oder Fehlen von Zystiden und im Feld anhand der Stieloberfläche trennen lassen. Die meisten Arten (Entoloma brunneoflocculosum, Opaker Rötling, Aufgerauter Filz-Rötling und Mausgrauer Filz-Rötling) sind sehr selten, weshalb über ihre Variabilität erst wenig bekannt ist. Künftige Studien können möglicherweise die Artenzahl reduzieren. Der Helle Filz-Rötling hat eine äußere Ähnlichkeit mit den Vertretern der Sektion Erophila, weicht aber in der Pigmentation ab und ist wahrscheinlich nicht näher mit ihnen verwandt. Entoloma milleri ist soweit nur aus dem arktischen Archipelago von Svalbard (Norwegen) bekannt.<ref name="Noordeloos2004"/>

Sektion Hispidula

Der Fruchtkörper-Habitus der Arten aus der Sektion Hispidula erinnert an kleine Risspilzarten mit faserigem bis haarigem Hut, dunklen Lamellen und behaartem Stiel. Das Pigment ist intrazellulär, parietal oder inkrustierend, manchmal eine Kombination dieser Typen. An den Hyphensepten sind Schnallen vorhanden.

Die taxonomische Stellung der Sektion Hispidula ist etwas problematisch. Sie wurde kurzzeitig aufgrund der haarigen Hüte in die Untergattung Inocephalus gestellt, aber das inkrustierende Pigment, das häufig in der Hutdeckschicht beobachtet wird, fehlt in der Untergattung eher. Die Arten der Untergattung Pouzarella Sektion Pouzarella umfassen Fruchtkörper mit einem ähnlichen Habitus, unterscheiden sich aber durch eine unverwechselbare Merkmalskombination: stark inkrustierte Hyphen in allen Teilen des Fruchtkörpers, oftmalig mit Necropigment im Hymenium, lange und inkrustierte Cheilozystiden sowie fehlende Cheilozystiden.<ref name="Noordeloos2004"/>

  • Risspilzartiger Filz-RötlingEntoloma hispidulum <templatestyles src="Person/styles.css" />(M. Lange 1946) Noordeloos 1982
  • Risspilzähnlicher RötlingEntoloma sanvitalense <templatestyles src="Person/styles.css" />Noordeloos & Hausknecht 1998
  • Entoloma terreum <templatestyles src="Person/styles.css" />Esteve-Raventós & Noordeloos 2004
  • Heller Filz-RötlingEntoloma vezzenaense <templatestyles src="Person/styles.css" />Noordeloos & Hausknecht 1998

Sektion Inocephalus

Die Sektion Inocephalus umfasst Arten mit grau oder braun getönten Fruchtkörpern. Die Cheilozystiden sind flaschenförmig oder kopfig.<ref name="Noordeloos2004"/>

Sektion Phlebophora

In der Sektion Phlebophora befinden sich Arten, deren Fruchtkörper einen stark aderigen Hut besitzen und dadurch an einige Dachpilze erinnern.<ref name="Noordeloos2004"/>

Sektion Staurospora

Datei:2009-04-07 Entoloma conferendum 20059.jpg
Die besondere Sporenform gab dem Kreuzsporigen Filz-Rötling (Entoloma conferendum) seinen Namen.

Die Arten der Sektion Staurospora haben viereckige oder kreuz-sternförmige Sporen.<ref name="Noordeloos2004"/>

Sektion Tristia

Die Arten der Sektion Tristia haben für gewöhnlich sehr dunkelbraune bis nahezu schwarze Fruchtkörper. Der Stiel ist normalerweise glatt und mehr oder weniger poliert. Die Hutoberfläche ist glatt, am Rand durchscheinend gerieft oder nicht, seltener opak und feinfaserig oder plüschartig bedeckt, besonders in der Mitte. Die Huthaut ist eine Cutis, häufig mit Übergängen zu einem Trichoderm – vor allem im Zentrum – bestehend aus aufgeblasenen Endzellen, die in der Breite 10 µm überschreiten können. Das Pigment ist intrazellulär. Das Hutfleisch setzt sich aus langen, spindelförmigen Elementen zusammen, wie es für die Untergattung Nolanea typisch ist. Cheilozystiden fehlen oder sind vorhanden, dann deutlich differenziert keulig, flaschenförmig oder kopfig. Die Sporen haben oftmals eine unregelmäßige Form und sind vieleckig. Die Hyphensepten des Hymeniums weisen Schnallen auf.

Ursprünglich enthielt diese Sektion mit dem Tristen Rötling und dem Welligsporigen Glöckling nur wenige Arten, die in einer Untersektion der Sektion Endochromonema beherbergt waren.<ref name="Noordeloos1980"/> Später wuchs die Erkenntnis, dass auch der Nutzlose Glöckling wegen der Existenz gut differenzierter Cheilozystiden in diese Untersektion gestellt werden hätte sollen. Die zunehmende Kenntnis der Variabilität der Arten, speziell beim Nutzlosen Glöckling, und die Entdeckung von Winterhoffs Rötling und Entoloma ranciodorum machten es erforderlich, den Umfang der Untersektion Tristia zu erweitern, bis sie nicht mehr ins gegenwärtige Konzept der Sektion Endochromonema passte. <templatestyles src="Person/styles.css" />Wölfel & Noordeloos empfahlen für die Gruppe einen sektionalen Status und schlugen vor, die Sektion in die Untergattung Inocephalus zu verschieben.<ref name="Wölfel1997"/><ref name="Noordeloos2004"/>

  • Nutzloser GlöcklingEntoloma inutile <templatestyles src="Person/styles.css" />(Britzelmayr 1898) Noordeloos 1980
  • Entoloma ranciodorum <templatestyles src="Person/styles.css" />Noordeloos & Hausknecht 2002
  • Trister RötlingEntoloma triste <templatestyles src="Person/styles.css" />(Velenovský 1921) Noordeloos 1979
  • Welligsporiger GlöcklingEntoloma undulatosporum <templatestyles src="Person/styles.css" />Arnolds & Noordeloos 1979
  • Winterhoffs RötlingEntoloma winterhoffii <templatestyles src="Person/styles.css" />Wölfel & Noordeloos 1997

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="Ludwig2007">Erhard Ludwig: Pilzkompendium, Bd. 2: Beschreibungen. Die größeren Gattungen der Agaricales mit farbigem Sporenpulver (ausgenommen Cortinariaceae). Fungicon Verlag, Berlin. 2007. S. 293–294. ISBN 978-3-940-31601-1.</ref>

<ref name="Noordeloos2004">Machiel Evert Noordeloos: Entoloma s.l. Supplemento. Fungi Europaei, Bd. 5A. Massimo Candusso, Saronno (Italien). 2004. ISBN 8-890-10574-7.</ref>

<ref name="Noordeloos1981">Machiel Evert Noordeloos: Entoloma subgenera Entoloma and Allocybe in the Netherlands and adjacent regions with a reconnaissance of its remaining taxa in Europe. In: Persoonia 11. 1981. S. 153–236.</ref>

<ref name="Noordeloos1980">Machiel Evert Noordeloos: Entoloma subgenus Nolanea in the Netherlands and adjacent regions with a reconnaissance of its remaining taxa in Europe. In: Persoonia 10. 1980. S. 427–543.</ref>

<ref name="Wölfel1997">Gerhard Wölfel, Machiel Evert Noordeloos: Entoloma triste und nahe verwandte Arten. In: Österreichische Zeitschrift für Pilzkunde 6. 1997. S. 23–33.</ref> </references>