Zum Inhalt springen

Der Schlesier

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 9. Februar 2026 um 15:49 Uhr durch imported>Über-Blick.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Der Schlesier

[[Datei:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|150px]]

Beschreibung ehemalige Wochenzeitung
Erstausgabe 1948
Einstellung 2015
Verkaufte Auflage 12.000 Exemplare
(Verlagsangabe)
Herausgeber Dietmar Munier

Der Schlesier war eine 1948 gegründete und 2015 eingestellte deutsche Wochenzeitung mit geschichtsrevisionistischer Ausrichtung.

Geschichte

Seit ihrer Gründung im Jahr 1948 erschien die Wochenzeitung in einem kleinen Privatverlag in Nordrhein-Westfalen. Die Selbstbezeichnung lautete "unabhängige, gesamtdeutsche" Wochenzeitung "Der Schlesier – Breslauer Nachrichten".<ref name="Vertriebenenblatt">bnr.de</ref> Die Zeitung war viele Jahre Zentralorgan der Landsmannschaft Schlesien und erhielt dafür bis 1984 Fördermittel des Bundes. 1985 stellte der Bund die Bezuschussung aufgrund revisionistischer Äußerungen ein.<ref>Drucksache 12/1096 des Deutschen Bundestages, Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der PDS/Linke Liste (PDF; 246 kB)</ref> 1988 trennte sich die Landsmannschaft Schlesien daraufhin von ihrem einstigen Zentralorgan und distanzierte sich.

Nach dem Tod des letzten Verlegers Hans Joachim Ilgner im Jahr 2010 wurde die Wochenzeitung von dem Kieler Verleger Dietmar Munier übernommen und erschien seit März 2011 in neuem Layout auch an Kiosken.<ref name="Vertriebenenblatt" /> Außerdem gibt es einen Facebook-Auftritt.<ref>facebook.com</ref> Zusätzlich werden Schlesier-Archivbestände über Muniers Lesen und Schenken-Verlag zum Verkauf angeboten. Munier ist ebenfalls Herausgeber der Magazine Zuerst! und der Deutschen Militärzeitschrift sowie Eigentümer diverser Buchverlage, welche er über die Verlagsgruppe Lesen und Schenken leitet. Die Höhe der Auflage betrug nach Angaben des Verlages 12.000 Exemplare.<ref name="verfassungsschutz-nrw">Verfassungsschutz Nordrhein-Westfalen, Der Schlesier, Memento vom 16. September 2012, abgerufen am 23. Juni 2017</ref> Die Bundesregierung nannte eine Zahl von 7500 bis 10.000 Exemplaren.<ref name="drucksache-4464">Drucksache 14/4464 des Deutschen Bundestags, Antwort der Bundesregierung auf eine kleine Anfrage der Fraktion der PDS (PDF; 58 kB)</ref> Im ersten Halbjahr 2015 wurde das Blatt, das schon vorher nur alle zwei Wochen erschien, als eigenständiges Organ eingestellt.

Ausrichtung

Der Schlesier richtete sich an nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebene Deutsche aus Schlesien, die den Großteil der Leserschaft ausmachen, ebenso wie an jüngere Nachgeborene, deren Interesse für Schlesien geweckt werden soll. Das Blatt fungierte als Sprachrohr des Zentralrats der vertriebenen Deutschen e.V., einer Splittergruppe des rechtsextremistischen Spektrums.<ref name="verfassungsschutz-nrw" />

Die hauptsächlichen Themenfelder des Schlesiers waren der klassische Geschichts- und Gebietsrevisionismus, zu dessen Aspekten die Leugnung der Schuld des nationalsozialistischen Regimes am Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und eine Relativierung der Verbrechen im Dritten Reich gehören. Das Blatt stellte die Abtretungen der ehemaligen deutschen Ostgebiete in Frage und forderte eine Rückgabe der Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie an Deutschland. Daneben fanden sich Artikel mit deutlich fremdenfeindlichen und auch antisemitischen Inhalten.<ref name="verfassungsschutz-nrw" /> Seit 1996 wurde die Zeitung vom Verfassungsschutz überwacht und regelmäßig ausgewertet.<ref name="drucksache-4464" />

Weblinks

Einzelnachweise

<references />