Zum Inhalt springen

Napoleone Ferrara

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 28. September 2024 um 06:34 Uhr durch imported>Drahreg01 (GND Check. 1 Referenz aktualisiert.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Laura Perin, Napoleone Ferrara, and Matteo Garbelotto.jpg
Napoleone Ferrara (Mitte)

Napoleone Ferrara (* 26. Juli 1956 in Catania, Italien) ist ein italienisch-US-amerikanischer Angiogenese-Forscher an der University of California, San Diego.

Leben

Ferrara schloss 1981 sein Studium der Medizin an der Universität Catania in Catania, Italien mit einem M.D. ab. Am dortigen Universitätskrankenhaus arbeitete er ab 1981 in der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, bevor er 1983 als Forschungsassistent an die Abteilung für reproduktive Endokrinologie der University of California, San Francisco in San Francisco, Kalifornien, wechselte. 1985/1986 arbeitete er in der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe der Oregon Health and Science University in Portland, Oregon, bevor er als Postdoktorand an das Cancer Research Institute der University of California, San Francisco, ging. Von 1988 bis 2013 arbeitete Ferrara als Forscher in der Abteilung für molekulare Onkologie bei dem Biotechnologie-Unternehmen Genentech in San Francisco. 2013 wechselte er an die University of California, San Diego.<ref>Scott La Fee: Three UC San Diego Researchers Elected to National Academy of Medicine. In: health.ucsd.edu. 19. Oktober 2015, abgerufen am 27. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Wirken

Ferrara arbeitete im Labor von Denis Gospodarowicz zunächst über den Beitrag des von Gospodarowicz entdeckten Fibroblasten-Wachstumsfaktors (FGF) zur normalen und krankhaften Angiogenese<ref>N. Ferrara, L. Schweigerer, G. Neufeld, R. Mitchell, D. Gospodarowicz: Pituitary follicular cells produce basic fibroblast growth factor. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 84, Nr. 16, 1. August 1987, ISSN 0027-8424, S. 5773–5777, doi:10.1073/pnas.84.16.5773, PMID 2441393.</ref>. Anknüpfend an seine endokrinologischen Vorarbeiten untersuchte er dabei auch kultivierte Hypophysenzellen auf die Anwesenheit angiogener Aktivität. Tatsächlich fand er in Überständen der Zellen eine angiogene Aktivität, die nicht identisch war mit FGF. Während seiner anschließenden Tätigkeit bei Genentech sollte Ferrara zunächst über die Wirkung von Relaxin auf das reproduktive System arbeiten. Nebenbei durfte er eigene Forschungsziele verfolgen. Dabei gelang es ihm, die von Hypophysenzellen produzierte Aktivität zu isolieren und deren Proteinsequenz zu definieren und nannte sie Vascular Endothelial Growth Factor (VEGF). Nach Klonierung und rekombinanter Expression entwickelte Ferrara gemeinsam mit anderen Antikörpermoleküle, die VEGF hemmen. Ranibizumab (Handelsname Lucentis) und Bevacizumab (Handelsname Avastin) erhielten als erste Anti-Angiogenese-Wirkstoffe (ab 2004) die Zulassung der Food and Drug Administration (FDA) in den USA. Mit diesen monoklonalen Antikörpern konnten in der Folgezeit erhebliche Verbesserungen in der Behandlung der feuchten Makuladegeneration, des kolorektalen Karzinomes und des nicht-kleinzelligen Bronchialkarzinoms erreicht werden.

Neuere Arbeiten Ferraras befassen sich mit dem Endocrine Gland Vascular Endothelial Growth Factor (EG-VEGF), einem VEGF, der nur in Geweben des endokrinen Systems wirkt.

Aufgrund der Zahl seiner Zitierungen zählt ihn Clarivate Analytics seit 2018 zu den Favoriten auf einen Nobelpreis für Physiologie oder Medizin (Clarivate Citation Laureates).<ref>Clarivate Analytics Reveals Annual Forecast of Future Nobel Prize Recipients. In: clarivate.com. Clarivate Analytics, 20. September 2018, abgerufen am 20. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ferrara hat laut Google Scholar einen h-Index von 184,<ref>Napoleone Ferrara. In: scholar.google.com. Google Scholar, abgerufen am 27. Dezember 2023.</ref> laut Datenbank Scopus einen von 161<ref>Ferrara, Napoleone M.A. In: scopus.com. Scopus, abgerufen am 27. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> (jeweils Stand Dezember 2023).

Auszeichnungen (Auswahl)

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein