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Hawleyit

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Hawleyit
Datei:Hawleyit.JPG
Hawleyit (gelb) aus dem Eureka County, Nevada, USA
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Symbol

Hwl<ref name="Warr" />

Chemische Formel CdS<ref name="StrunzNickel" /><ref name="IMA-Liste" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Sulfide und Sulfosalze
System-Nummer nach
Strunz (8. Aufl.)
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

II/B.01
II/C.01-020<ref name="Lapis" />

2.CB.05a
02.08.02.06
Kristallographische Daten
Kristallsystem kubisch
Kristallklasse; Symbol hexakistetraedrisch; 43m
Raumgruppe F43m (Nr. 216)Vorlage:Raumgruppe/216<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 5,82 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 4<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte 3,5<ref name="Lapis" />
Dichte (g/cm3) berechnet: 4,87<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit fehlt<ref name="Lapis" />
Farbe leuchtend gelb bis hellgelb<ref name="Handbookofmineralogy" /><ref name="Lapis" />
Strichfarbe blassgelb<ref name="Lapis" />
Transparenz undurchsichtig (opak) bis schwach durchscheinend<ref name="Handbookofmineralogy" />
Glanz erdig matt

Hawleyit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ mit der chemischen Zusammensetzung CdS und damit chemisch gesehen β-Cadmiumsulfid.

Hawleyit kristallisiert im kubischen Kristallsystem, entwickelt jedoch keine mit bloßem Auge sichtbaren Kristalle und findet sich daher typischerweise in Form hell- bis leuchtend gelber, feinkörnig-pulvriger Krusten und Überzüge auf anderen Mineralen wie Sphalerit oder Siderit.

Etymologie und Geschichte

Entdeckt wurde Hawleyit erstmals auf Mineralproben, die 1954 von Robert William Boyle (1920–2003) in der Hector-Calumet-Mine bei Calumet im Bergbaugebiet Mayo im kanadischen Yukon-Territorium gesammelt wurden. Die Analyse und Erstbeschreibung führte Boyle zusammen mit Robert James Traill (1921–2011) durch. Benannt wurde das Mineral nach dem kanadischen Mineralogie-Professor James Edwin Hawley.<ref name="TraillBoyle" />

Das Typmaterial des Minerals wird in den Mineralogischen Sammlungen der Geological Survey of Canada in Ottawa unter der Inventarnummer 12164 und der Harvard University in Cambridge (Massachusetts) unter der Inventarnummer 123839 aufbewahrt.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Da der Hawleyit bereits vor der Gründung der International Mineralogical Association (IMA) bekannt und als eigenständige Mineralart anerkannt war, wurde dies von ihrer Commission on New Minerals, Nomenclature and Classification (CNMNC) übernommen und bezeichnet den Hawleyit als sogenanntes „grandfathered“ (G) Mineral.<ref name="IMA-Liste" /> Die seit 2021 ebenfalls von der IMA/CNMNC anerkannte Kurzbezeichnung (auch Mineral-Symbol) von Hawleyit lautet „Hwl“.<ref name="Warr" />

Klassifikation

Bereits in der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Hawleyit zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort zur Abteilung „Sulfide mit M : S = 1 : 1“, wo er gemeinsam mit Coloradoit, Metacinnabarit, Sphalerit, Stilleit und Tiemannit sowie im Anhang mit Lautit in der „Zinkblende-Reihe“ mit der Systemnummer II/B.01 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer II/C.01-020. Dies entspricht der ähnlichen Abteilung „Sulfide mit dem Stoffmengenverhältnis Metall : S,Se,Te ≈ 1 : 1“, wo Hawleyit zusammen mit Browneit, Coloradoit, Ishiharait, Metacinnabarit, Polhemusit, Rudashevskyit, Sphalerit, Stilleit und Tiemannit die „Sphaleritgruppe“ mit der Systemnummer II/C.01 bildet.<ref name="Lapis" />

Auch die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Hawleyit in die Abteilung „Metallsulfide, M : S = 1 : 1 (und ähnliche)“ ein. Diese ist allerdings weiter unterteilt nach den in der Verbindung vorherrschenden Metallen. Das Mineral ist hier entsprechend seiner Zusammensetzung in der Unterabteilung „mit Zink (Zn), Eisen (Fe), Kupfer (Cu), Silber (Ag) usw.“ zu finden, wo es zusammen mit Coloradoit, Metacinnabarit, Rudashevskyit, Sphalerit, Stilleit und Tiemannit die „Sphaleritgruppe“ mit der Systemnummer 2.CB.05a bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Hawleyit die System- und Mineralnummer 02.08.02.06. Das entspricht ebenfalls der Klasse der „Sulfide und Sulfosalze“ und dort der Abteilung „Sulfidminerale“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Sulfide – einschließlich Seleniden und Telluriden – mit der Zusammensetzung AmBnXp, mit (m+n) : p = 1 : 1“ in der „Sphaleritgruppe (Isometrisch: F43m)“, in der auch Sphalerit, Stilleit, Metacinnabarit, Tiemannit, Coloradoit und Rudashevskyit eingeordnet sind.

Chemismus

In der idealen Zusammensetzung von Hawleyit (CdS) besteht das Mineral aus Cadmium (Cd) und Schwefel im Stoffmengenverhältnis von 1 : 1. Dies entspricht einem Massenanteil (Gewichtsprozent) von 77,81 Gew.-% Cd und 22,19 Gew.-% S.<ref name="MA" />

Kristallstruktur

Hawleyit kristallisiert in der kubischen Raumgruppe F43m (Raumgruppen-Nr. 216)Vorlage:Raumgruppe/216 mit dem Gitterparameter a = 5,838 Å sowie vier Formeleinheiten pro Elementarzelle. Die Struktur entspricht damit der Sphalerit- oder auch Zinkblende-Struktur.

Kristallstruktur von Hawleyit
Farblegende: 0 Vorlage:Farbe Cd 0 Vorlage:Farbe S

Modifikationen und Varietäten

Cadmiumsulfid ist dimorph und kommt in der Natur neben dem kubisch kristallisierenden Hawleyit noch als hexagonal kristallisierender Greenockit vor. Dies ist vergleichbar mit den Zink-Analoga Sphalerit (kubisch) und Wurtzit (hexagonal).

Bildung und Fundorte

Datei:Hawleyite-96144.jpg
Hawleyit-Kruste aus Nagylápafõ (Mátra-Gebirge, Ungarn)

Hawleyit bildete sich wahrscheinlich sekundär und wurde durch meteoritische Wässer in Klüften und späten Bruchzonen abgelagert. Dort bildet er typischerweise Überzüge auf feinkörnigem Sphalerit und Siderit. Er kann aber auch vergesellschaftet mit Greenockit auftreten.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Als seltene Mineralbildung konnte Hawleyit nur an wenigen Orten nachgewiesen werden, wobei weltweit bisher etwas mehr als 80 Vorkommen<ref name="Mindat-Anzahl" /> dokumentiert sind (Stand 2025). Außer an seiner Typlokalität in der Hector-Calumet-Mine trat Hawleyit noch an mehreren Stellen im Bergbaugebiet Mayo (Galena Hill und Keno Hill) im Yukon-Territorium auf. Daneben fand sich das Mineral in Kanada noch in der Tanco-Mine in Manitoba und in mehreren Minen im Levack Township nahe Greater Sudbury in Ontario.

Der bisher einzige bekannte Fundort in Deutschland ist ein ehemaliges Bergwerk (heute Museumsbergwerk mit frei begehbaren Halden) bei Schauinsland in Baden-Württemberg.

In Österreich konnte Hawleyit bisher nur im Bergbaurevier Neufinkenstein-Grabanz am Mallestiger Mittagskogel in Kärnten und auf der Putzkammer Alp im Gaflunatal (auch Rindertal) in der Gemeinde Silbertal in Vorarlberg entdeckt werden.

In der Schweiz kennt man das Mineral bisher nur aus dem Kanton Wallis, genauer vom Bergbaurevier Mont Chemin im Bezirk Martigny und der Bleigrube Goppenstein im Bezirk Westlich Raron.

Weitere Fundorte liegen unter anderem in Australien, Belgien, Chile, China, Frankreich, Griechenland, Indien, Iran, Irland, Italien, Japan, Jordanien, Kenia, Mexiko, Neuseeland, Norwegen, Portugal, Rumänien, Russland, Spanien, Tadschikistan, Tschechien, Ungarn, im Vereinigten Königreich (England) und den Vereinigten Staaten von Amerika (Arizona, Colorado, Idaho, Indiana, Kalifornien, Nevada, New Jersey, New Mexico).<ref name="Fundorte" />

Siehe auch

Literatur

Weblinks

Commons: Hawleyit – Sammlung von Bildern
  • Hawleyit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung;
  • Hawleyite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • David Barthelmy: Hawleyite Mineral Data. In: webmineral.com. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • IMA Database of Mineral Properties – Hawleyite. In: rruff.info. RRUFF Project; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • Hawleyite search results. In: rruff.info. Database of Raman spectroscopy, X-ray diffraction and chemistry of minerals (RRUFF); (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
  • American-Mineralogist-Crystal-Structure-Database – Hawleyite. In: rruff.geo.arizona.edu. (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).

Einzelnachweise

<references> <ref name="Fundorte"> Fundortliste für Hawleyit beim Mineralienatlas (deutsch) und bei Mindat (englisch), abgerufen am 2. Mai 2025. </ref> <ref name="Handbookofmineralogy"> </ref> <ref name="IMA-Liste"> Malcolm Back, Cristian Biagioni, William D. Birch, Michel Blondieau, Hans-Peter Boja und andere: The New IMA List of Minerals – A Work in Progress – Updated: March 2025. (PDF; 3,2 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Marco Pasero, März 2025, abgerufen am 30. April 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="MA"> Hawleyit. In: Mineralienatlas Lexikon. Geolitho Stiftung, abgerufen am 2. Mai 2025. </ref> <ref name="Mindat-Anzahl"> Localities for Hawleyite. In: mindat.org. Hudson Institute of Mineralogy, abgerufen am 2. Mai 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="StrunzNickel"> </ref> <ref name="TraillBoyle"> </ref> <ref name="Warr"> </ref> </references>