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Carl Kaiserling

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Datei:Kaiserling.jpg
Carl Kaiserling, vor 1913

Johann Carl Kaiserling (* 3. Februar 1869 in Wehlheiden; † 20. Juni 1942 in Berlin) war ein deutscher Pathologe.

Leben

Carl Kaiserling war der Sohn des Bauunternehmers Gustav Kaiserling und dessen Ehefrau Marie (geborene Naake).<ref name="tilitzki2012_558f">Kaiserling, Carl. In: Christian Tilitzki: Die Albertus-Universität Königsberg. Band 1, Akademie Verlag, 2012, ISBN 978-3-05-004312-8, doi:10.1524/9783050060903, S. 558f.</ref> Er absolvierte an den Universitäten München, Kiel und Berlin ein Medizinstudium.<ref name="tilitzki2012_558f" /> 1893 wurde er in Berlin promoviert<ref>Die Mikrometrie und ihre Anwendung auf die Bestimmung der Grössenveränderungen der roten Blutkörperchen einiger Vertebraten durch verschiedene Zusatzflüssigkeiten. C. Vogt’s Buchdruckerei (E. Ebering). Berlin 1893.</ref> und 1894 approbiert.<ref name="dhom2001">Georg Dhom: Geschichte der Histopathologie. Band II. Springer, 2001, ISBN 978-3-642-63173-3, S. 183f.</ref> Seine erste Stellung erhielt Kaiserling am Pathologischen Institut von Rudolf Virchow, dessen Sammlung pathologischer Exponate er aufarbeiten sollte.<ref name="dhom2001" /> 1902 habilitierte sich Kaiserling in Berlin für Pathologie und pathologische Anatomie und wurde nachfolgend Kustos des Pathologischen Museums der Universität (1904), Titularprofessor (1905) und schließlich außerordentlicher Professor (1912).<ref name="tilitzki2012_558f" />

Als Nachfolger von Friedrich Henke wechselte Kaiserling 1913 als Professor für Pathologie und pathologische Anatomie an die Universität Königsberg.<ref name="tilitzki2012_558f" /> In Königsberg fand Kaiserling ein Institut vor, das weder baulich, personell noch von der Ausstattung zeitgemäßen Ansprüchen genügte, ein Umstand, der bereits seine Vorgänger umgetrieben hatte.<ref name="tilitzki2012_270f">Kaiserling, Carl. In: Christian Tilitzki: Die Albertus-Universität Königsberg. Band 1, Akademie Verlag, 2012, ISBN 978-3-05-004312-8, doi:10.1524/9783050060903, S. 270f.</ref> Die von Kaiserling eingeforderten Finanzmittel und Personalstellen blieben ihm weitgehend verwehrt.<ref name="tilitzki2012_270f" /> 1927/28 war er Rektor der Universität Königsberg, 1935 wurde er emeritiert.<ref name="tilitzki2012_558f" /> Sein Nachfolger am Königsberger Lehrstuhl wurde Karl Krauspe.<ref>Deutsche Gesellschaft für Pathologie: Pathologie im Wandel. Betrachtungen zum 120-jährigen Jubiläum der DGP. Erschienen 2017 zur 101. Jahrestagung der DGP in Erlangen, S. 36.</ref>

Am 15. Juni 1905 ehelichte Kaiserling Elsa Klebs (geb. 1885), eine Tochter des Geologen Richard Klebs.<ref>Kaiserling, Carl. In: Christian Tilitzki: Die Albertus-Universität Königsberg. Band 1, Akademie Verlag, 2012, ISBN 978-3-05-004312-8, doi:10.1524/9783050060903, S. 558f, hier Angabe des Vornamens als „Else“, abweichend zu den Einträgen in Personenstandsregistern.</ref><ref>Heiratsregister Königsberg, Nr. 296, 1905, verfügbar über Ancestry.</ref> Der gemeinsame Sohn Helmut Kaiserling (1906–1989) wurde ebenfalls Pathologe.<ref>, S. 295.</ref> Karl Kaiserling war Mitglied der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP).<ref name="tilitzki2012_558f" /> Er war zuletzt wohnhaft in der Seehofstraße 21 in Berlin-Zehlendorf und starb am 20. Juni 1942 im Rudolf-Virchow-Krankenhaus.<ref name="sterberegister">Sterberegister Wedding, Nr. 3744, 1942, verfügbar über Ancestry.</ref> Seine Grabstätte befindet sich auf dem Hauptfriedhof Gotha.

Kaiserling entwickelte die Kaiserling-Lösung zur farberhaltenden Konservierung von Feuchtpräparaten,<ref>Carl Kaiserling: Ueber die Conservirung von Sammlungspräparaten mit Erhaltung der natürlichen Farben. In: Berliner Klinische Wochenschrift. Nummer 35, 1896, S. 775–777.</ref><ref>Carl Kaiserling: Weitere Mittheilungen über die Herstellung möglichst naturgetreuer Sammlungspräparate. In: Virchows Archiv. Band 147, Nr. 3, 1897, S. 389–417, doi:10.1007/bf01925777.</ref> die auch in der Sammlung des Berliner Instituts zur Anwendung kam und großen Zuspruch Virchows fand.<ref>Vgl. Angela Matyssek: Rudolf Virchow. Das Pathologische Museum. In: Thomas Schnalke (Hrsg.): Schriften aus dem Berliner Medizinhistorischen Museum. Band 1, Steinkopff-Verlag, Darmstadt 2002, ISBN 978-3-7985-1370-9, doi:10.1007/978-3-642-57389-7, S. 26, 64f.</ref> Carl Kaiserling war darüber hinaus Autor mehrerer Bücher zur Anwendung der Fotografie in der Pathologie und Histopathologie.

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • mit Richard Germer: Ueber den Einfluss der gebräuchlichen Conservirungs-und Fixationsmethoden auf die Grössenverhältnisse thierischer Zellen. In: Virchows Archiv. Band 133, Nr. 1, 1893, S. 79–104, doi:10.1007/bf01883309.
  • Ueber die Conservirung von Sammlungspräparaten mit Erhaltung der natürlichen Farben. In: Berliner Klinische Wochenschrift. Nummer 35, 1896, S. 775–777.
  • Weitere Mittheilungen über die Herstellung möglichst naturgetreuer Sammlungspräparate. In: Virchows Archiv. Band 147, Nr. 3, 1897, S. 389–417, doi:10.1007/bf01925777.
  • Praktikum der wissenschaftlichen Photographie. Verlag von Gustav Schmidt, Berlin 1898, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00081258-8
  • mit Arnold Orgler: Ueber das Auftreten von Myelin in Zellen und seine Beziehung zur Fettmetamorphose. In: Virchows Archiv. Band 167, Nr. 2, 1902, S. 296–310, doi:10.1007/bf01994931.
  • Lehrbuch der Mikrophotographie. Schmidt, Berlin 1903.
  • mit Erich Beintker: Die mikrophotographischen Apparate und ihre Handhabung. Frankh, Stuttgart 1918.
  • Mundhöhle. In: Friedrich Henke, Otto Lubarsch (Hrsg.): Handbuch der speziellen pathologischen Anatomie. 4. Band, 2. Teil, Springer, Berlin 1928, S. 1–134.
  • Zur Systematik der Naevi. Niemeyer, Halle (Saale) 1930.

Literatur

  • Kaiserling, Carl. In: Christian Tilitzki: Die Albertus-Universität Königsberg. Band 1, Akademie Verlag, 2012, ISBN 978-3-05-004312-8, doi:10.1524/9783050060903, S. 558f.
  • Karl Krauspe: Carl Kaiserling. In: Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für Pathologie. 38. Tagung, 1954, S. 388–392.

Einzelnachweise

<references />

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