Reanimationsbrett
Ein Reanimationsbrett, auch Reanimationsplatte, umgangssprachlich „Herzbrett“, engl. Cardiopulmonary Resuscitation board, CPR Board oder Cardiac Board,<ref>FDA: Code of Federal Regulations Title 21. Abgerufen am 22. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>RM Plastics, Inc.: Plastic Cardiac Boards. Abgerufen am 22. Mai 2011.</ref> ist eine brettförmige Unterlage, die während der Herz-Lungen-Wiederbelebung wegen eines Kreislaufstillstandes unter den Brustkorb des Patienten gelegt wird, um eine suffiziente Herzdruckmassage zu gewährleisten. Eine Erweiterung stellen mechanische Reanimationsgeräte dar.
Wirkungsweise
Die aktuellen ERC- und ILCOR-Leitlinien empfehlen zur Durchführung der Herzdruckmassage – auch Thoraxkompressionen genannt – einen festen Untergrund. Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Patient unter jeglichen Umständen, beispielsweise auf den Boden, gezerrt werden muss.
Es gibt keine Studien oder RCTs, die ein besseres Patienten-Outcome beschreiben. Es gibt jedoch eine Vielzahl an Studien und RCTs, die mithilfe von Reanimationspuppen diesen Sachverhalt untersucht haben. Dabei konnten keine wesentlichen Vorteile für den Einsatz eines Reanimationsbrettes bzw. für das Reanimieren auf dem Fußboden gefunden werden.<ref name=":0" details="Page 13">ERC Guidelines 2025: Basic Life Support. European Resuscitation Council, 2025, abgerufen am 5. April 2026.</ref>
In den ERC-Leitlinien 2025 wird daher von der Verwendung von Reanimationsbrettern abgeraten.<ref name=":0" details="Page 13" /> Sollte das Bett, die Matratze oder ggf. ein Wechseldrucksystem einen CPR-Modus haben, so soll dieser benutzt werden.<ref name=":0" details="Page 13" /> Sollte der Untergrund sehr nachgiebig sein, muss lediglich die Drucktiefe angepasst werden, beispielsweise mithilfe eines Feedback-Sensors.
Die Wirkweise des Reanimationsbretts beruht auf einer Lastverteilung auf eine größere Fläche. Der Gedanke war, dass es beim Reanimieren auf Matratzen etc. zu keiner ausreichenden Kompression des Brustkorbes und damit des Herzens kommen könnte und der Oberkörper lediglich in die Matratze gedrückt werden würde. Es sollte ein einfaches Mittel zur Herstellung eines festen Untergrunds bieten.
Aufbau, Eigenschaften und Anforderungen
Reanimationsbretter werden von verschiedenen Herstellern angeboten und können im Notfall einer Wandhalterung entnommen werden. Es handelt sich um ca. 60 × 80 cm große, aus Kunststoff hergestellte Konstruktionen, die bruchsicher, zur Durchführung von Defibrillationen nichtleitend, beständig gegen Flüssigkeiten, Blut und Wischdesinfektion mit handelsüblichen Desinfektionsmitteln sein müssen, leicht sein sollen und durch abgerundete Kanten die Verletzungsgefahr für Patienten und Personal minimieren. Sie werden in Warnfarben wie Orange oder Gelb angeboten, um schnell auffindbar zu sein, und sind häufig mit Handgriffen versehen.
Geschichte
Eigens, noch aus Holz gefertigte Reanimationsbretter werden seit den 1960er Jahren verwendet.<ref>Stephen C. Finestone, Josef Katz: Anaesthesia and Analgesia. Nr. 47, 1968, S. 702 ff. A New Board to Facilitate Cardiac Massage. (PDF; 1,1 MB) Abgerufen am 22. Mai 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>G. M. Greenblatt: Cardiac Arrest Board. Current Comment. In: Anesthesiology. Band 22, Nr. 6, 1961, S. 1018. Archiv Anesthesiology. In: journals.lww.com. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Bei Nichtverfügbarkeit spezieller Reanimationsbretter werden häufig die Bretter aus Kopf- oder Fußteil des Bettes entnommen und unter den Patienten gelegt.<ref name="Striebel">Hans Walter Striebel: Anästhesie – Intensivmedizin – Notfallmedizin: Für Studium und Ausbildung. Schattauer Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-7945-2635-2 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Moderne Krankenhausbetten bieten häufig keine dafür geeigneten Bauteile mehr an, abgesehen von der Verletzungsgefahr, wenn für diesen Zweck nicht vorgesehene Gegenstände verwendet werden.
Einzelnachweise
<references></references>