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Unbehagen (Album)

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Unbehagen
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Studioalbum von Nina Hagen Band

Veröffent-
lichung

25. Februar 1980

Aufnahme

1979

Label(s)

CBS Records

Format(e)

CD, LP, MC

Genre(s)

Punk, Reggae, Rock

Titel (Anzahl)

9

Länge

38:05

Besetzung

Produktion

Manfred Praeker, Bernhard Potschka, Herwig Mitteregger, Reinhold Heil, Ralf Nowy, Tom Müller

Studio(s)

Hansa-Tonstudios, Berlin

Chronologie
Nina Hagen Band
(1978)
Unbehagen Nina Hagen Band EP
(1980)

Unbehagen ist das zweite und letzte Album der Nina Hagen Band. Es erschien am 25. Februar 1980 bei CBS Records.<ref>Einfach Nina – Das Nina Hagen Archiv: Die neue LP/MC "Unbehagen" - Veröffentlichung im Februar. In: einfach-nina.de. Einfach Nina – Das Nina Hagen Archiv, 15. Januar 1980, abgerufen am 1. August 2024.</ref><ref>Unbehagen bei Apple Music. In: music.apple.com. Apple Music, abgerufen am 8. Mai 2025.</ref>

Entstehung

Das Material für das Album existierte bereits während der Promotiontour für das erste Album im Februar und März 1979.<ref>Christian Reder: Reinhold Heil. DM – Deutsche Mugge, 2008, abgerufen am 13. Juni 2015: „Im Februar und März 1979 tourten wir durch Europa, um das erste Album zu promoten und das zweite vor Publikum zu testen.</ref> Nach der Tour und vor Beginn der Aufnahmen waren Sängerin Nina Hagen und ihre Begleitband bereits heillos zerstritten.<ref>Sebastian Handke: Ein Kunstwerk wird 50. Tagesspiegel, 11. März 2005, abgerufen am 14. Mai 2011.</ref> Da sie aber vertraglich noch ein weiteres Album schuldig waren, versuchten sie ein letztes Mal zusammenzuarbeiten. Die Aufnahmen fanden daher weitgehend<ref>Christian Reder: Reinhold Heil. DM – Deutsche Mugge, 2008, abgerufen am 13. Juni 2015: „[…] daher ließ mich Nina ans Mischpult und die Bandmaschine, und wir nahmen eine Menge Parts zu zweit auf.</ref> getrennt statt. Zunächst spielte die Band die Musik ein, dann ergänzte Nina Hagen ihren Gesang,<ref name="EN">Biografie. In: einfach-nina.de. Abgerufen am 14. Mai 2011.</ref> wobei die Arbeitsatmosphäre von Keyboarder Heil rückblickend als „relativ gut“<ref>Christian Reder: Reinhold Heil. DM – Deutsche Mugge, 2008, abgerufen am 13. Juni 2015: „Durch die relativ gute Atmosphäre im Studio wurde es ein wirklich authentisches und kraftvolles Album.</ref> bezeichnet wird. Auch der Songwriting-Prozess war geteilt: Die Texte stammen alle von Nina Hagen, während die Musik von den Mitgliedern der Band komponiert wurde. Die Aufnahmen fanden zwischen Oktober und November 1979 in den Hansa-Tonstudios in West-Berlin statt. Bis auf Nina Hagen beteiligten sich alle Musiker an der Produktion und wurden dabei vom Musikproduzenten Ralf Nowy und dem Toningenieur Tom Müller unterstützt.<ref name="Dis">Nina Hagen Band – Unbehagen bei Discogs, abgerufen am 14. Mai 2011.</ref>

Nach dem Album gingen die Band und Nina Hagen getrennte Wege. Während Hagen eine Solokarriere startete, gründeten die restlichen Mitglieder die Band Spliff.

Artwork

Das Album wurde mit zwei Schallplattencovern veröffentlicht. Die erste Version zeigt ein gezeichnetes Gesicht von Nina Hagen mit roten Haaren, im Hintergrund ist eine Skyline in der Dämmerung zu sehen. Auf dem zweiten Cover befindet sich lediglich der Schriftzug unbehagen auf grau-weiß-meliertem Hintergrund, wobei der Wortbestandteil hagen in Rot markiert ist. Für die ab 1988 veröffentlichten CD-Versionen wurde nur letzteres Cover verwendet.<ref name="Dis" />

Inhalt

Es befinden sich zwei Coverversionen auf der Platte, zum einen eine deutschsprachige Version von Lucky Number, einem Lied von Lene Lovich, das sie 1979 zusammen mit dem Gitarristen Les Chapell als B-Seite komponiert hatte und zu dieser Zeit ein bekannter New-Wave-Disco-Hit war.<ref>Denise Sullivan: Class of ’78: Lene Lovich’s “Lucky Number”. Crawdaddy.com, 18. Februar 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Juli 2011; abgerufen am 14. Mai 2011.</ref> Nina Hagen lernte Lene Lovich bei den Dreharbeiten zum Film Cha Cha kennen.<ref name="EN" />

Zum anderen enthält das Album das Lied Wenn ich ein Junge wär, das Heinz Buchholz und Günter Loose 1963 für die italienische Schlagersängerin Rita Pavone geschrieben haben.<ref>Michael Dreschel: Rita Pavone: Wenn ich ein Junge wär’ (Buchholz/Loose 1963). German Music Database, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 7. September 2011; abgerufen am 14. Mai 2011.</ref> Die Live-Version wurde bei einem Auftritt am 6. April 1979 in der Kongresshalle Saarbrücken mitgeschnitten.<ref name="Dis" /> Textlich unterscheidet sich die Version der Nina Hagen Band an zwei Stellen vom Original. So singt Nina Hagen „Und käm’ ich spät nach Haus, macht’ mir kein Schwanz ein Drama daraus“ (im Original: „macht’ Daddy nicht ein Drama daraus.“) und „Ich würde in die Schwulen-Scene gehn und sexy Boys den Kopf verdrehn. Ich hätt genug Verkehr, wenn ich ein Junge wär“ (im Original: „Es gäbe keine mehr nebenbei, wär’ nur der einen immerzu treu. Es wäre halb so schwer, wenn ich ein Junge wär’!“). Der Soziologe Karl Lenz wählte die Pavone-Coverversion, um einen Wertewandel im Geschlechterverhältnis zu illustrieren: Nina Hagens Neufassung der Textzeilen zeige deutlich „ein Anleihen an feministische Positionen“<ref>Karl Lenz: Frauen und Männer. Zur Geschlechtstypik persönlicher Beziehungen. Weinheim/München 2003, S. 155.</ref> und sei mit dem Hinweis auf Homosexualität Ausdruck eines Wertewandels in der Gesellschaft.

Stil

Das Album ist sehr avantgardistisch gehalten und enthält Elemente aus Reggae, Dub, Punk und Rock.<ref name="WsW">Vorlage:Whoswho</ref> Der Gesang von Nina Hagen war für diese Zeit, wie bereits auf dem Debütalbum, außergewöhnlich und wechselte die Nuancen während der Lieder. Sie benutzte ein Spektrum zwischen Krähen, Kreischen, Keifen und Jodeln und verwendete Stilelemente der Parodie und der Persiflage. Die Texte des Albums besingen vor allem Schönheit und Hässlichkeit und sind von vielen Kraftausdrücken geprägt.<ref name="Spiegel" />

Titelliste

Alle Texte stammen von Nina Hagen, in Klammern sind die Komponisten des jeweiligen Songs angegeben.

Seite 1

  1. African Reggae (Potschka, Heil) – 6:19
  2. Alptraum (Mitteregger) – 6:12
  3. Wir leben immer … noch (Lucky Number) (Lene Lovich, Les Chappell) 4:57
  4. Wenn ich ein Junge wär (Live-Version) (Heinz Buchholz/Günter Loose) – 2:19

Seite 2

  1. Herrmann hiess er (Praeker) – 6:36
  2. Auf’m Rummel (Potschka) – 4:34
  3. Wau Wau (Potschka, Mitteregger, Praeker, Heil) – 2:09
  4. Fall in Love mit mir (Potschka, Mitteregger, Praeker, Heil) – 3:47
  5. No Way (instrumental) (Potschka, Mitteregger) – 1:05

Singleauskopplungen

  • African Reggae (1979)
  • Herrmann hieß er (1980)
  • Auf'm Rummel (1980)

Rezeption

Das letzte Album der Nina Hagen Band war, wie bereits der Vorgänger, ein maßgebliches Werk der frühen Punkmusik in Deutschland und markierte auch den Beginn des New Wave.<ref name="WsW" /> Nach der Veröffentlichung war Hagen keineswegs zufrieden mit dem Werk und warf ihrer Begleitband vor, „die eigenen Solos in den Vordergrund geschoben zu haben“, ihre „Gags weggemischt“ zu haben und sie nicht zuletzt „total kastriert“<ref name="Spiegel">Nina Hagen als Mutter Gottes. In: Der Spiegel. Nr. 4, 1980 (online).</ref> zu haben. Tatsächlich aber merkte man dem Album die Trennung kaum an.<ref name="Spiegel" />

Kommerzieller Erfolg

Chartplatzierungen

Das Album konnte sich in den österreichischen Charts auf Platz neun platzieren und war in der Bundesrepublik Deutschland mit Platz zwei am 25. Februar 1980 das bislang erfolgreichste Album von Nina Hagen.<ref name="ChartsAT" /><ref name="ChartsDE" /> Auch in Schweden und Norwegen kam das Album in die Top 10.<ref name="ChartsAT" />

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Auszeichnungen für Musikverkäufe

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Weblinks

Einzelnachweise

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