Zum Inhalt springen

Sistelo

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 1. September 2025 um 03:31 Uhr durch imported>Graph Pixel (Datum der Quelle vervollständigt. Abrufdatum aktualisiert.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Sistelo
Wappen Karte
Datei:Coats of arms of None.svg
Basisdaten
Staat: PortugalDatei:Flag of Portugal.svg Portugal
Region: Norte
Unterregion: Alto Minho
Distrikt: Viana do Castelo
Concelho: Arcos de Valdevez
Koordinaten: 41° 58′ N, 8° 22′ WKoordinaten: 41° 58′ N, 8° 22′ W
 {{#coordinates:41,973303|−8,374753|primary
dim= globe= name= region=PT-16 type=city
  }}
Einwohner: 273 (Stand: 30. Juni 2011)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl PT 160145">www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence, Sex and Age; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística</ref>
Fläche: 26,23 km² (Stand: 1. Januar 2010)<ref name="Fläche">Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu</ref>
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner pro km²
Postleitzahl: 4970-645
Politik
Bürgermeister: Sérgio Paulo Dinis Rodrigues (PPD-PSD)
Adresse der Gemeindeverwaltung: Junta de Freguesia de Sistelo
Igreja
4970-645 Sistelo
Website: www.jf-sistelo.com

Sistelo ist ein Dorf und eine Gemeinde im Norden Portugals. Sistelo ist in Portugal auch als „kleines portugiesisches Tibet“ bekannt, auf Grund seiner geografischen Lage, umgeben von Terrassenfeldern am Rande des gebirgigen Nationalparks Peneda-Gerês.<ref>Sistelo the little portuguese Tibet auf www.visitportugal.info, abgerufen am 10. Mai 2022</ref><ref>O Tibete de Portugal - „Das Tibet Portugals“, privates Video eines Besuchs in Sistelo, Abruf auf YouTube vom 10. Mai 2022</ref><ref>Sistelo: o pequeno Tibete português está em risco - „Sistelo: das kleine portugiesische Tibet in Gefahr“, Artikel vom 4. Juni 2015 der Zeitung Público, abgerufen am 1. September 2025</ref>

Geschichte

Der Ort entstand vermutlich im Zuge der Neuansiedlungen nach der Reconquista. Das Gebiet unterstand dem Johanniterorden, worauf sich das Gemeindewappen bis heute bezieht. Erstmals erwähnt wurde Sistelo in den Erhebungen im Jahr 1258, wo es als kleines, noch junges Dorf vermerkt ist, das von der Familie des Ortsgründers dem Johanniterorden übergeben wurde.

Datei:Sistelo 28 (40760019553).jpg
Landschaft in der Gemeinde Sistelo

Die eigene Gemeindekirche von Sistelo wurde erstmals in einem kirchlichen Rechenschaftsbericht für die Zeit von 1514 bis 1532 erwähnt, 1580 ist sie als Cabreiro zugehörig aufgeführt.<ref>Geschichte und Eckdaten der Gemeinde, Website der Gemeindeverwaltung Sistelo, abgerufen am 11. Mai 2022</ref>

Der 1880 vermögend aus Brasilien in sein Heimatdorf zurückgekehrte Manuel António Gonçalves Roque, erster Visconde de Sistelo, errichtete hier das Schloss-ähnliche Herrenhaus und Quinta Casa de Sistelo, auch Castelo de Sistelo genannt (seit 2015 unter Denkmalschutz).<ref name="Casa">Eintrag der Casa de Sistelo in der portugiesischen Denkmalliste SIPA, abgerufen am 11. Mai 2022</ref> Roque ließ danach eine Reihe weiterer Bauwerke errichten, darunter Brücken, der Steinbrunnen und verschiedene Sakralbauten, und sorgte für einen relativen Aufschwung in der Gemeinde.

2017 wurden die letzten zehn Kilometer des Wanderwegs Ecovia do Vez fertiggestellt, von Vilela bis Sistelo. Der Weg wird streckenweise auf Holzstege über Feuchtgebiete entlang des Flusses Vez, einem wichtigen Zufluss des Rio Lima, geführt und machte das Dorf erstmals auch überregional etwas bekannter.<ref>Passadiços de Sistelo: Nas margens do Vez, um “jardim botânico” (e ouro dos duendes) - „Fußwege von Sistelo: ein „Botanischer Garten“ an den Ufern des Vez“, Artikel vom 19. August 2017 der Zeitung Público, abgerufen am 11. Mai 2022</ref>

Bei dem medial breit begleiteten Wettbewerb der „Sieben Wunder Portugals“ in der Kategorie Dörfer (7 maravilhas de Portugal - Aldeias) im Jahr 2017 wurde Sistelo unter die sieben schönsten Dörfer des Landes gewählt und erlangte damit größere überregionale Bekanntheit.<ref>7 maravilhas de Portugal - Aldeias, Website der 7 Maravilhas de Portugal, abgerufen am 11. Mai 2022</ref>

Nach dem Erfolg im Wettbewerb der sieben schönsten Dörfer des Landes 2017 wurde Sistelo durch den Schutz seiner einzigartigen Landschaft als Monumento Nacional, von Staatspräsident Marcelo Rebelo de Sousa 2018 unterzeichnet, noch bekannter und erlebte durch den stark steigenden Tourismus einen Entwicklungsschub.<ref>Sistelo, a aldeia-monumento, vive dias agitados com a "invasão" de turistas - „Das denkmalgeschützte Dorf Sistelo erlebt belebte Tage durch Touristeninvasion“, Artikel vom 1. Mai 2018 der Zeitung Público, abgerufen am 11. Mai 2022</ref>

Datei:Sistelo-Kirche1.jpg
Die Gemeindekirche von Sistelo

Verwaltung

Sistelo ist eine Gemeinde (Freguesia) im Kreis (Concelho) von Arcos de Valdevez im Distrikt Viana do Castelo. In ihr leben 273 Einwohner auf einer Fläche von 26 km² (Stand 30. Juni 2011)<ref name="Metadaten Einwohnerzahl PT 160145">www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence, Sex and Age; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística</ref>.

Folgende Ortschaften liegen in der Gemeinde:

  • Estrica
  • Sistelo Igreja (Verwaltungssitz)
  • Padrão
  • Portela de Alvite
  • Porta Cova
  • Quebrada

Baudenkmäler

Datei:Ecovia do Vez V (50162937262).jpg
Denkmalgeschützter Steinbrunnen (Chafariz) aus dem späten 19. Jh. im Zentrum des Dorfes

13 Baudenkmäler sind in der Gemeinde Sistelo geschützt (Stand April 2022, alphabetisch sortiert):

Wirtschaft

Datei:Sistelo (2009).jpg
Frei weidendes Barrosã-Rind in Sistelo: Viehwirtschaft hat bis heute Bedeutung für die Wirtschaft in der Gemeinde.

Die Gemeinde ist landwirtschaftlich geprägt. Auf den jahrhundertealten, von Menschenhand geschaffenen Terrassen werden bis heute v. a. Mais, Bohnen und Kartoffeln angebaut. Auch Grass und Heu für die traditionell bedeutende regionale Viehwirtschaft ist zu nennen. Vor allem die charakteristischen regionalen Rassen Cachena und Barrosã bestimmen die hiesige Viehzucht. Traditionell wurde hier sowohl die Landwirtschaft als auch die Viehwirtschaft in kleinbäuerlicher Subsistenzwirtschaft weitgehend im Einklang mit der Natur betrieben.

Nachdem seit den 1960er Jahren eine anhaltend starke Abwanderung einsetzte, lebt heute ein wesentlicher Teil der überalterten Bevölkerung von Altersrenten, Land- und Viehwirtschaft wird überwiegend im Nebenerwerb betrieben.

Der überwiegend naturnahe Fremdenverkehr (v. a. Wandertourismus, Naturerlebnis-Tourismus) hat insbesondere seit 2017 für neue Impulse gesorgt und eine wirtschaftliche Belebung der Gemeinde ausgelöst.

Weblinks

Commons: Sistelo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende