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Helmut K. Anheier

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Datei:Helmut K. Anheier, April 2016.jpg
Helmut K. Anheier (2016)

Helmut K. Anheier (* 4. Januar 1954) ist deutsch-amerikanischer Professor der Soziologie und ehemaliger Präsident der Hertie School in Berlin und Adjunct Professor an der UCLA Luskin School of Public Affairs. Bis September 2019 war er gleichzeitig Lehrstuhlinhaber am Max Weber Institut für Soziologie der Universität Heidelberg und wissenschaftlicher Direktor des Centrum für soziale Investitionen und Innovationen. Anheiers Forschungsschwerpunkte sind Governance und Policy-Forschung, Zivilgesellschaft, Kultur, Organisationstheorie, und sozialwissenschaftliche Methoden und Indikatoren.

Biografie

Anheier studierte Soziologie und Wirtschaftswissenschaften an der Universität Trier (1976–80) und erhielt einen MA, MPhil und PhD an der Yale University (1981, 1982, 1986). In Yale studierte er unter Juan Linz, Paul DiMaggio, Walter W. Powell, Scott A. Boorman und Charles Perrow und beschäftigte sich insbesondere mit sozialer Netzwerkanalyse und Organisationssoziologie.

Im Jahr 1986 wurde Anheier Assistenzprofessor für Vergleichende Soziologie und Methoden an der Rutgers University. 1988 wechselte er als Social Affairs Officer an die Vereinten Nationen und arbeitete für den International Narcotics Control Board zu statistischen Schätzungen zur weltweiten Nachfrage und zum Angebot kontrollierter Narkotika. Als er 1990 an die Rutgers University zurückkehrte, wurde er zudem Co-Direktor des Comparative Nonprofit Sector Projekts<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Johns Hopkins Comparative Nonprofit Sector Project (Memento vom 9. Dezember 2014 im Internet Archive)</ref> an der Johns-Hopkins-Universität. Dieses Projekt war eines der größten sozialwissenschaftlichen Projekte der 90er Jahre und untersuchte die ökonomische und soziale Relevanz von Nonprofit Organisationen in über 40 Ländern. Im Jahr 1998 wurde Anheier erst Reader dann Centennial Professor an der London School of Economics and Political Science und leitete dort das Center for Civil Society<ref>London School of Economics and Political Science: CCS Unit. Abgerufen am 25. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, welches sich insbesondere mit der Rolle europäischer Zivilgesellschaften beschäftigte. Anheier nahm 2011 einen Ruf als Professor für Public Policy and Social Welfare an der University of California an. Hier gründete er erneut ein Center for Civil Society, jedoch diesmal mit Fokus auf Philanthropie und Globalisierung. Während seiner Beurlaubung von der University of California übernahm er ab 2006 die wissenschaftliche Leitung des Centrum für soziale Investitionen und Innovationen an der Universität Heidelberg. Etwas später wurde er Lehrstuhlinhaber für Soziologie am Max Weber Institut der Universität Heidelberg<ref>Max-Weber-Institut für Soziologie. Abgerufen am 25. Oktober 2020.</ref>, bevor er 2009 als Präsident an die Hertie School in Berlin wechselte.

Anfangs publizierte Anheier größtenteils im Bereich der vergleichenden Soziologie und der sozialen Netzwerkanalyse. Ab den 90er Jahren veröffentlichte er mehr im Bereich der Nonprofit Organisationen und Zivilgesellschaft, auch mit einem Fokus auf Organisation und Managementfragen. Seit 2010 arbeitet er größtenteils in drei Bereichen: die Rolle philanthropischer Stiftungen, soziale Innovationen und Governance-Forschung (hier insbesondere Governance-Indikatoren) und Kulturpolitik.

Insgesamt veröffentlichte Anheier rund 450 akademische Publikationen, darunter Artikel in internationalen Top-Journals für Soziologie und angewandten Sozialwissenschaften. Sein Textbuch Nonprofit Organizations gilt als Standardwerk in diesem Bereich und hat den Preis als „bestes Buch“ der American Academy of Management gewonnen. Auch für seine Arbeiten zur Zivilgesellschaft und Philanthropie erhielt er nationale und internationale Preise. Jedoch nicht nur diese Bücher, sondern auch der Band "When Things go Wrong" (Sage)<ref>When Things Go Wrong. 7. Oktober 2020, abgerufen am 25. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und die Global Studies Encyclopedia (mit Mark Juergensmeyer, Sage)<ref>Encyclopedia of Global Studies. 7. Oktober 2020, abgerufen am 25. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wurden zur Referenzbüchern für Universitäten in den USA in Europa. Aktuelle Publikationen beinhalten Sondernummern von Zeitschriften über hybride Organisationen und soziale Innovationen<ref>Helmut K. Anheier and Gorgi Krlev. “Welfare Regimes, Policy Reforms, and Hybridity” American Behavioral Scientist, October; Vol. 58, No. 11, 2014.</ref> und US-Philanthropie (Brookings Press).

Anheier wirkte durch Veröffentlichungen, wie jener zur "Social origins theory" (mit Lester Salamon), zur "Law on Nonprofit Complexity" oder der "kreativen Philanthropie" (mit Diana Leat) entscheidend bei der konzeptionellen und methodischen Gründung der Nonprofit- und Zivilgesellschaftsforschung mit. Er war einer der Begründer der ISTR (International Society for Third-Sector Research)<ref>International Society for Third-Sector Research. Abgerufen am 25. Oktober 2020.</ref>, initiierte das United Nations Handbook on Nonprofit Institutions als Teil der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, gründete drei wissenschaftliche Zeitschriften, Voluntas<ref>VOLUNTAS: International Journal of Voluntary and Nonprofit Organizations. Abgerufen am 25. Oktober 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>, Journal of Civil Society<ref>Journal of Civil Society. In: Taylor & Francis. (tandfonline.com [abgerufen am 25. Oktober 2020]).</ref> und Global Perspectives und mehrere Bücherserien (u. a. The Culture and Globalization Series Vol. 1–5 (Sage); Global Civil Society (Oxford), Hertie School of Governance Reports (Oxford University Press)).

Autor zahlreicher Veröffentlichungen, wurden ihm verschiedene nationale und internationale Auszeichnungen für seine wissenschaftlichen Leistungen verliehen.

Er besitzt sowohl die US-amerikanische als auch die deutsche Staatsbürgerschaft und war mit der 2025 verstorbenen Künstlerin Emilia Birlo verheiratet.

Publikationen (Auswahl)

  • Helmut K. Anheier und Stefan Toepler. Nonprofit Organizations: Theory, Management and Policy. 3rd edition, fully revised and expanded. New York, NY, London: Routledge (2023).
  • Helmut K. Anheier (ed.) The Future of the Liberal Democratic Order: The Key Questions. London and New York: Routledge (2022).
  • Helmut K. Anheier and Stefan Toepler (eds.). The Routledge Companion to Nonprofit Managament. London: Routledge (2020).
  • Helmut K. Anheier and Theodor Baums (eds.). Advances in Corporate Governance: Comparative Perspectives. Oxford and New York: Oxford University Press (2020).
  • Helmut K. Anheier, Matthias Haber and Mark Kayser (eds.) Governance Indicators: Impact and Promise. Oxford and New York: Oxford University Press (2018).
  • Helmut K. Anheier. Stiftungen in Deutschland 1: Eine Verortung. Springer VS, Wiesbaden (2017). ISBN 978-3658133689
  • Helmut K. Anheier. Stiftungen in Deutschland 2: Wirkungsfelder. Springer VS, Wiesbaden (2017). ISBN 978-3658117504
  • Helmut K. Anheier. Stiftungen in Deutschland 3: Portraits und Themen. Springer VS, Wiesbaden (2017). ISBN 978-3658133832
  • Helmut K. Anheier(ed.). Governance Challenges & Innovations. Financial and Fiscal Governance. Oxford University Press (2013).
  • David Hammack and Helmut K. Anheier. A Versatile American Institution: The Changing Ideals and Realities of Philanthropic Foundations. Washington, DC: Brookings, (2013).
  • Helmut K. Anheier. Nonprofit Organizations: Theory, Management and Policy. 2nd edition, fully revised and expanded. New York, NY, London: Routledge (2014).
  • Helmut K. Anheier and Diana Leat. Creative Philanthropy. New York, London: Routledge (2006).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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