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Alpen-Waldrebe

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Alpen-Waldrebe
Datei:Clematis alpina 02.jpg

Alpen-Waldrebe (Clematis alpina)

Systematik
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)
Unterfamilie: Ranunculoideae
Tribus: Anemoneae
Gattung: Waldreben (Clematis)
Art: Alpen-Waldrebe
Wissenschaftlicher Name
Clematis alpina
(L.) Mill.

Die Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Waldreben (Clematis) in der Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae).

Beschreibung

Datei:Clematis alpina Atlas Alpenflora.jpg
Illustration aus Atlas der Alpenflora
Datei:1024 Tauerntal, Alpen-Waldrebe-2706.jpg
Blüten
Datei:Clematis alpina PID1177-1.jpg
Früchte mit den haltbaren Griffeln

Vegetative Merkmale

Die Alpen-Waldrebe ist die einzige Liane der Bergwälder der Alpen. Sie ist ein kriechender oder kletternder Schlingstrauch mit verholzten, rankenden Sprossachsen mit Längen von 30 bis 300 Zentimetern.

Die Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Auch die Blattstiele sind rankend. Die hellgrüne Blattspreite ist dreischnittig.

Generative Merkmale

Die Blütenzeit reicht von Mai bis August. Es sind Blütenstiele vorhanden. Die Blüten sind 2,5 bis 4 Zentimeter groß. Die vier Blütenhüllblätter sind leuchtend blau-violett. Es sind viele freie Staubblätter vorhanden.

Die Früchte wiegen etwa 2,5 mg. Die behaarten, schwanzartig verlängerten Griffel sind etwa 3,5 Zentimeter lang.<ref name="Düll2011" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Blütenökologisch handelt es sich um „Nektar führende Scheibenblumen“. Die äußeren Staubblätter sind zu Nektarblättern umgewandelt und stellen eine Nektarquelle für Bienen, Wespen und Schmetterlinge dar.<ref name="Düll2011" />

Toxikologie

Die Alpen-Waldrebe ist wie die Aufrechte Waldrebe (Clematis recta) giftig. Hauptwirkstoff ist das hautreizende Protoanemonin. Bei Berührungen mit dem Pflanzensaft kann es durch diesen Inhaltsstoff zu Hautrötungen und Juckreiz kommen.<ref name="Roth2000" />

Standortbedingungen

Die Alpen-Waldrebe wächst meist auf kalkhaltigen Böden. Sie gedeiht oft an Waldrändern, in Gebüschen, Schluchten, aber auch auf Felsen. Sie ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Vaccinio-Pinetum cembrae, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Erico-Pinion vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt Clematis alpina subsp. alpina am Mußkopf in Bayern bis in eine Höhenlage von bis zu 1960 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3 (mäßig feucht), Lichtzahl L = 3 (halbschattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Datei:Clematis alpina ssp. ochotensis 04.jpg
Clematis alpina subsp. ochotensis

Systematik und Verbreitung

Das Verbreitungsgebiet von Clematis alpina subsp. alpina umfasst die Südwest- und Ostalpen, die Pyrenäen, Apennin, Karpaten und das Balkangebirge. Aber mit weiteren Unterarten kommt diese Sippe auch in Nordeuropa und Asien vor.

Je nach Autor umfasst die Art Clematis alpina mehrere Unterarten:<ref name="AtlasFloraeEuropaeae1989" />

  • Clematis alpina <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Mill. subsp. alpina: Sie kommt in europäischen Gebirgen vor.
  • Clematis alpina subsp. ochotensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pall.) Kuntze (Syn.: Atragene ochotensis <templatestyles src="Person/styles.css" />Pall., Clematis ochotensis <templatestyles src="Person/styles.css" />(Pall.) Poir.): Sie kommt in Ostsibirien, Sachalin, Kamtschatka, Korea und Japan vor.
  • Clematis alpina subsp. sibirica <templatestyles src="Person/styles.css" />(Mill.) Kuntze (Syn.: Clematis sibirica <templatestyles src="Person/styles.css" />Mill.): Sie kommt in Nord- und Nordosteuropa sowie in Asien vor.
Datei:Clematis alpina 'Tage Lundell'.jpg
Die Sorte ‘Tage Lundell’

Trivialnamen

Für die Alpen-Waldrebe bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Grastrauben (Altenau) und Umwund (Altenau).<ref name="Pritzel1882" />

Literatur

Belege

<references> <ref name="Düll2011"> </ref> <ref name="Roth2000"> Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Giftpflanzen von A–Z. Notfallhilfe. Vorkommen. Wirkung. Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen. 4. Auflage. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-933203-31-7 (Nachdruck von 1994). </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage, Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001, ISBN 3-8001-3131-5. Seite 401. </ref> <ref name="Dörr-Lippert"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 536. </ref> <ref name="AtlasFloraeEuropaeae1989"> Jaakko Jalas, Juha Suominen: Atlas florae europaeae. Band 8: Nymphaeaceae to Ranunculaceae. Helsinki 1989, ISBN 951-9108-07-6. Seite 108. </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 103. (online). </ref> <ref name="InfoFlora"> Clematis alpina (L.) Mill. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Alpen-Waldrebe (Clematis alpina) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien