Zum Inhalt springen

Deutsches Staubarchiv

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 1. Mai 2025 um 14:49 Uhr durch imported>APPERbot (Bot: Anpassung der Links auf derwesten.de (inkl. im Abschnitt Weblinks), Dateieinbindungen: Parameter sortiert, deutsche Schlüsselworte, http nach https umgestellt, Aliasparameter ersetzt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Unter Kölner Dächern – Kölner Staub als Objektkunst und Fotografie-7673.jpg
Staub aus der Kölner Kirche St. Kunibert
Datei:Unter Kölner Dächern – Kölner Staub als Objektkunst und Fotografie-7670.jpg
Wolfgang Stöcker in der Ausstellung Kölner Staub als Objektkunst und Fotografie im Kölnischen Stadtmuseum, 2016
Wolfgang Stöcker mit einem seiner „Staubtürme“ vor dem Thüringer Museum Burg Posterstein. Für die Ausstellung „Zum Wesen des Staubes – Staubexpeditionen auf Burg Posterstein“ entstanden zahlreiche Kunstwerke.
Wolfgang Stöcker mit einem seiner „Staubtürme“ vor dem Thüringer Museum Burg Posterstein. Für die Ausstellung „Zum Wesen des Staubes – Staubexpeditionen auf Burg Posterstein“ entstanden zahlreiche Kunstwerke.

Als Deutsches Staubarchiv wird eine Sammlung und Dokumentation internationaler historischer Stäube bezeichnet, die der Kölner Künstler und Kunsthistoriker Wolfgang Stöcker (* 1969 in Bergisch Gladbach) zusammenträgt.

Geschichte und Arbeitsweise

Seit 2004 verfolgt Stöcker das Projekt, aus den unterschiedlichsten Orten weltweit Proben von Staub zu erlangen.<ref>Deutsches Staubarchiv in Köln-Gib mir deinen Inhalt, Sauger!; Der Spiegel, 7. Februar 2011</ref> Hierzu reist er selbst an historisch bedeutsame Plätze, um eigenhändig Staub zu wischen; zusätzlich versendet Stöcker Schreiben, in welchen er Kirchen, Ministerien, Museen und ähnliche Institutionen um die Zusendung von Staubproben bittet. Des Weiteren werden in seinem Auftrag „Staub-Scouts“ tätig, die von ihren Reisen Staub mitbringen und ihn dem Archiv zur Verfügung stellen.

Die Archivalien sortiert der Kunsthistoriker Stöcker in sechs (ursprünglich drei) Kategorien:

  1. Sakrale Stäube
  2. Kulturstäube
  3. Politische Stäube (von Orten jedweder politischer Macht)
  4. Kulinarische Stäube (vorzugsweise aus Weinkellern)
  5. Naturraumstäube
  6. Musikalische Stäube

Sie stammen teilweise aus kulturhistorisch bedeutsamen Gegenden wie z. B. von der Akropolis, aus dem Dom zu Köln, von der Wartburg in Eisenach, aus dem Louvre in Paris, von der chinesischen Mauer, aus dem Kolosseum in Rom, aus der Wüstenstadt Petra in Jordanien, aus dem Opernhaus von Sydney und vom Drachenfels in Königswinter.

Die Bestände des ersten und einzigen Staubarchivs (mit Stand von Mai 2019: circa 600 Proben)<ref>Irre Faszination - Was dieser Kölner aus Staub macht, haben Sie noch nie gesehen. Express Köln, 17. Mai 2019, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. Mai 2019; abgerufen am 17. Mai 2019.</ref> werden von Wolfgang Stöcker in Aktenordnern gesammelt und in einem Regal seiner Kölner Wohnung aufbewahrt.

Selbstverständnis

Als Reaktion auf seine Briefe erntet Stöcker vielfältige Reaktionen wie zum Beispiel Unverständnis (Bundespräsidialamt), Schweigen (Limburger Dom) und auch Entgegenkommen (Erfurter Dom). Ursprünglich geplant und entstanden als reines Kunstprojekt (anstelle eines geplanten Spinnwebenarchivs und in Nachfolge eines Wasserarchivs), begreift Stöcker die Arbeit am Archiv zunehmend weiter. Zitat: „Mit der Zeit ist das Augenzwinkern ernster geworden …“; nun geht es dem Künstler mit seiner Arbeit auch darum, „… die Anwesenheit des Verfalls zu vergegenwärtigen“. In Ergänzung zum Archiv bietet Stöcker inzwischen Staubexkursionen zu Orten städtischen Verfalls in Köln an.<ref>Expedition Colonia – Staub-Expedition im Kölner Dom; Blog vom 22. März 2010</ref>

Ausstellungen

Literatur

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />