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Hottendorf

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Hottendorf
Hansestadt Gardelegen
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(222)&title=Hottendorf 52° 32′ N, 11° 32′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(222) 52° 31′ 52″ N, 11° 32′ 1″ O
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Höhe: 73 m ü. NHN
Fläche: 14,66 km²
Einwohner: 222 (31. Dez. 2022)<ref name="EW-2022" />
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2011
Postleitzahl: 39638
Vorwahl: 039086
Lage von Hottendorf in Sachsen-Anhalt
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Datei:Hottendorf in Gardelegen.svg
Lage der Ortschaft Hottendorf in Gardelegen

Hottendorf ist ein Ortsteil der Hansestadt Gardelegen im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />

Geographie

Hottendorf, ein Straßendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt neun Kilometer östlich von Gardelegen am Lausebach (früher Laugebach<ref name="TOP50" /> genannt) und unmittelbar an der Colbitz-Letzlinger Heide in der Altmark.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Die erste urkundliche Erwähnung von Hottendorf stammt aus dem Jahre 1340 als Hoddendorp, als Otto, Erzbischof zu Magdeburg, das Dorf dem Kloster Neuendorf schenkte.<ref name="Riedel-22, S. 389" /> Im Jahre 1457 wurde ein wüstes Dorf hoddendorpe genannt. Weitere Nennungen sind 1573 Hoddendorff, 1686 Holdendorff und Hoddendorff.<ref name="HOB-12" /> Wilhelm Zahn schreibt 1909: „Das alte Dorf besaß auch eine Kirche, deren Trümmer sich erhalten haben.“<ref name="Zahn-Wüstungen" />

Im Jahr 1750 wird die wüste Feldmark sechs französischen und zwei württembergischen reformierten Familien überlassen, die ein Kolonistendorf gründeten. Im Jahre 1804 wird es bereits Hottendorf genannt, Bratring<ref name="Bratring-1" /> schreibt: eigentlich Hugonottendorf. Zahn meint dazu: „Da der Name des alten Dorfes, nach dem sich eine reiche in Gardelegen und Stendal im Mittelalter ansässige Familie genannt hatte, in Vergessenheit geraten war, glaubte man den Namen nun auf die reformierten Kolonisten zurückzuführen müssen.“<ref name="Zahn-Wüstungen" />

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges im April 1945 wurden zehn unbekannte KZ-Häftlinge auf dem Ortsfriedhof begraben. Wachleute von SS und Wehrmacht hatten sie zuvor zusammen mit anderen Häftlingen in einem Räumungstransport aus dem KZ Mittelbau-Dora bis nach Letzlingen verschleppt, danach zusammen mit lokalen Wehrmachts- und Volkssturmeinheiten zu Fuß auf einen Todesmarsch weitergetrieben und in der Umgebung von Hottendorf ermordet.<ref>Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe Gardelegen: Homepage. Abgerufen am 29. Dezember 2022.</ref> Dieses nationalsozialistische Endphaseverbrechen steht im Zusammenhang mit dem Massaker von Gardelegen. Sechs der zehn Beigesetzten stammten aus dem Außenlager Langenstein-Zwieberge des KZ Buchenwald. Vier Beigesetzte, aus dem KZ Mittelbau-Dora bei Nordhausen, flohen während des Todesmarschs und versteckten sich in den Wäldern bei Hottendorf. Am 13. April 1945 wurden sie von Hitlerjungen gejagt und erschossen.<ref>Elke Weisbach: Grabstätten als Zeugen der Gräuel. In: Volksstimme Gardelegen. 23. Februar 2023, S. 13.</ref>

Ein örtliches Unternehmen wollte im Jahre 2018 eine Windkraftanlage für eine autarke Energieversorgung seines Kiessandtagebaus errichten. Aufgrund gesetzlicher Regelungen wurde dazu im Dezember 2018 eine Bürgerumfrage durchgeführt, in der sich die Mehrheit der teilnehmenden wahlberechtigten Bürger gegen die Anlage entschied.<ref name="VS 2020" /> Ein weiterer Antrag wurde Ende 2021 eingereicht.<ref name="VS 2021" />

Eingemeindungen

Ursprünglich gehörte das Dorf zum Tangermündeschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1810 lag es im Landkanton Gardelegen auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Ab 1816 gehörte die Gemeinde zum Kreis Gardelegen, dem späteren Landkreis Gardelegen.<ref name="HOB-12" />

Seit dem 30. September 1928 gehört die ehemalige Exklave Luthäne zu Hottendorf, die vorher zum Gutsbezirk Lindstedt gehörte.<ref name="AB-RB-Magdeburg 1928" />

Ab dem 25. August 1952 gehörte die Gemeinde Hottendorf zum Kreis Gardelegen. Am 1. Juli 1994 wurde Hottendorf in den Altmarkkreis Salzwedel umgegliedert.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Am 1. Januar 2011 wurde die bis dahin selbstständige Gemeinde mit dem zugehörigen Wohnplatz Luthäne zusammen mit 17 weiteren Gemeinden per Landesgesetz in die Hansestadt Gardelegen eingemeindet.<ref name="GemNeuglG SAW" /><ref name="Destatis" /> Der Stadtrat Gardelegen beschloss in der Ortschaftsverfassung für die ehemalige Gemeinde Hottendorf die Einführung eines Ortschaftsrates mit 3 Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister.<ref name="Hauptsatzung" />

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner
1772 067
1790 097
1798 101
1801 097
1818 085
1840 148
Jahr Einwohner
1864 208
1871 235
1885 258
1892 [00]258<ref name="Zahn-1928" />
1895 255
1900 [00]234<ref name="Zahn-1928" />
Jahr Einwohner
1905 256
1910 [00]256<ref name="Zahn-1928" />
1925 289
1939 317
1946 511
1964 370
Jahr Einwohner
1971 357
1981 313
1993 303
2006 288
2009 267
2012 [00]248<ref name="EW-2012" />
Jahr Einwohner
2016 241
2021 [0]229<ref name="EW-2022" />
2022 [0]222<ref name="EW-2022" />

Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" />

Religion

  • Die heutige evangelische Kirchengemeinde gehörte ursprünglich zur kombinierten Pfarrei Hottendorf, die zur Pfarrei Trüstedt gehörte.<ref name="Almanach1903" /> Im Jahre 2000 kam die Gemeinde zum neu gebildeten Kirchspiel Kloster Neuendorf,<ref name="HOB-12" /> das heute betreut wird vom Pfarrbereich Kloster Neuendorf im Kirchenkreis Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
  • Im Jahre 1750 war mit der Kolonie eine reformierte Kirchengemeinde entstanden. Ab 1708 wurde sie als Filia der Mutterkirche Trüstedt zugeordnet.<ref name="Enders-2008" /> Die Predigerstelle in Trüstedt war 1702 französisch-reformiert, später deutsch-reformiert, ab 1827 uniert.<ref name="Pfarrerbuch" /> Historische Überlieferungen in Kirchenbüchern für Hottendorf selbst entstanden erst 1891, davor sind Angaben in den Büchern von Trüstedt zu finden.<ref name="Machholz" />
  • Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Hildegard in Gardelegen im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />

Politik

Ortsbürgermeister

Ortsbürgermeister für die Ortschaft Hottendorf ist Christin Busch.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Hottendorf ist ein neugotischer Backsteinbau aus den Jahren 1886/87.<ref name="Altmarkkirchen" />
  • Der Friedhof des Dorfes befindet sich am westlichen Ortsausgang.
  • Auf dem Friedhof befinden sich zwei Blöcke mit Gräbern von 10 unbekannten ermordeten Häftlingen aus dem Konzentrationslager Mittelbau-Dora.<ref name="Denkmalprojekt" />


Wirtschaft

Im Ort gibt es eine Milchviehanlage, einen Landwirtschaftsbetrieb und in der Nähe ein Beton- und Kieswerk.

Südlich von Hottendorf liegt der „Munitionslager- und Zerlegebetrieb Hottendorf“ (auch MLZB Hottendorf), der eine Außenstelle des Kampfmittelbeseitigungsdienstes von Sachsen-Anhalt ist. Dort wurden mit modernen Anlagen Tausende von Tonnen an Kampfmitteln vernichtet.<ref name="AZ 2010" /><ref name="Nr.2" /><ref name="MZ 2008" />

Verkehr

Das Dorf liegt an der B 188 von Gardelegen nach Stendal.

Es verkehren Linienbusse und Rufbusse der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel.<ref>PVGS Altmarkkreis Salzwedel. In: pvgs-salzwedel.de. Abgerufen am 12. Februar 2023.</ref>

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="AB-RB-Magdeburg 1928">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 200 f.</ref>

<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="AZ 2010">Altmark-Zeitung, Ausgabe vom 10. Oktober 2010: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jubiläum bei den „Gefahrenabwehrern“ (Memento vom 16. Juni 2018 im Internet Archive)</ref>

<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>

<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 12. Februar 2023.</ref>

<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 277 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000735~SZ%3D00305~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).</ref>

<ref name="Denkmalprojekt">Hottendorf, Stadt Gardelegen, Altmarkkreis Salzwedel. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. August 2015, abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>

<ref name="Destatis">Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys auf destatis.de. Gebietsänderungen (Namen-, Grenz- und Schlüsseländerungen). Abgerufen am 10. September 2017.</ref>

<ref name="Enders-2008">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830515043 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="EW-2012">Einwohnerentwicklung 2012 in den Ortsteilen. In: Volksstimme Magdeburg. 1. Mai 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 20. Februar 2022]).</ref>

<ref name="EW-2022">Elke Weisbach: Die Kurve zeigt wieder nach oben. In: Gardelegener Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger. 24. Januar 2022, DNB 1047268027, S. 13.</ref>

<ref name="GemNeuglG SAW">Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Altmarkkreis Salzwedel (GemNeuglG SAW) vom 8. Juli 2010. 8. Juli 2010, GVBl. LSA 2010, 410, § 3, § 4 (sachsen-anhalt.de [abgerufen am 28. Februar 2022]).</ref>

<ref name="Hauptsatzung">Hansestadt Gardelegen. Der Bürgermeister.: Hauptsatzung der Hansestadt Gardelegen. 27. August 2019, abgerufen am 11. Februar 2022.</ref>

<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="MZ 2008">Mitteldeutsche Zeitung, Ausgabe vom 18. September 2008: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kriegsfolgen 5.500.000 Kilo Sprengstoff warten auf Entsorgung – Quelle: https://www.mz-web.de/7943914 ©2018 (Memento vom 16. Juni 2018 im Internet Archive)</ref>

<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>

<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>

<ref name="Nr.2">Polizei Sachsen-Anhalt: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Kampfmittelbeseitigungsdienst Sachsen-Anhalt (online-PDF 3,6 MB) (Memento vom 16. Juni 2018 im Internet Archive)</ref>

<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Kloster Neuendorf. Abgerufen am 12. Mai 2018.</ref>

<ref name="Pfarrerbuch">Verein für Pfarrerinnen und Pfarrer in der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen e. V. (Hrsg.): Pfarrerbuch der Kirchenprovinz Sachsen (= Series Pastorum. Band 10). Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig 2009, ISBN 978-3-374-02142-0, S. 672.</ref>

<ref name="Riedel-22, S. 389">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>

<ref name="TOP50">Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1:50.000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie, 2003</ref>

<ref name="VS 2020">Cornelia Ahlfeld: Abgelehnt. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Gardelegen. 18. Februar 2020 (volksstimme.de [abgerufen am 5. März 2022]).</ref>

<ref name="VS 2021">Elke Weisbach: Bleibt es im Gardelegener Ortsteil Hottendorf beim Nein? In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Gardelegen. 29. Dezember 2021 (volksstimme.de [abgerufen am 5. März 2022]).</ref>

<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref>

<ref name="Zahn-Wüstungen">Wilhelm Zahn: Die Wüstungen der Altmark. In: Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete. Band 43. Hendel, Halle a.S. 1909, S. 88–89 (uni-jena.de).</ref> </references>

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