Lucille
| Lucille | |
|---|---|
| Kenny Rogers | |
| Veröffentlichung | 24. Januar 1977 |
| Länge | 3:42 |
| Genre(s) | Country-Musik |
| Autor(en) | Roger Bowling, Hal Bynum |
| Auszeichnung(en) | Grammy Award for Best Male Country Vocal Performance |
| Album | Kenny Rogers |
Lucille ist ein Country-Song des amerikanischen Sängers Kenny Rogers. Das Stück wurde im Januar 1977 veröffentlicht und erhielt neben anderen Auszeichnungen im Juni 1977 eine Goldene Schallplatte. Es war Rogers erster Nummer-eins-Hit als Solokünstler.
Inhalt
Die im 6/8-Takt gespielte Country-Ballade<ref name="Koeck">Samir H. Köck: Kenny Rogers, ein Frauenliebling für Stadt und Land in die Presse vom 21. März 2020.</ref> Lucille handelt von einer Frau, die in einer heruntergekommenen Bar in Toledo ihren Ehering abzieht und daraufhin von einem fremden Mann, dem Ich-Erzähler, angesprochen wird und mit ihm flirtet. Kurze Zeit später betritt ihr Ehemann, beschrieben als ein „Typ wie ein Berg mit schwieligen Händen“, das Lokal. Wider Erwarten setzt er sich nur an die Bar und beginnt zu zittern und zu weinen. Dabei spricht er die Worte:
“You picked a fine time to leave me, Lucille, with four hungry children and a crop in the field.”
„Zu Hause warten vier hungrige Kinder, die Ernte muss eingebracht werden. Musst du uns gerade jetzt verlassen, Lucille?“
Dazu sagt er, dass er gute und schlechte Zeiten hatte – doch dieses Mal werde sein Schmerz wohl nie wieder enden.
Später landet die Frau mit ihrer neuen Bekanntschaft in einem schäbigen Hotelzimmer. Dem Mann sind die Annäherungsversuche der Frau aber unangenehm, weil er ständig an die Worte des Ehemanns denken muss und deshalb mit ihr nicht schlafen kann.<ref name="Koeck" />
Hintergrund
Kenny Rogers’ Mutter hieß Lucille.<ref name="Welt" /> Wie Rogers ausführte, beschwerte sich seine Mutter anfänglich über die Namensgleichheit, da sie befürchtete, mit dem Verhalten Lucilles im Lied in Verbindung gebracht zu werden und dadurch geschäftliche Nachteile zu erleiden.<ref>Martin Chilton: Kenny Rogers: 10 best songs, from Lady to Lucille in The Telegraph vom 21. März 2020.</ref>
Später erzählte Rogers, er habe die oben zitierte Refrainzeile erstmals 1958 in einem kleinen Lokalradioprogramm eines Senders nahe Tulsa von einem zutiefst verletzten Mann gehört. Er selbst hatte dort einem Onkel bei der Ernte geholfen. Die unglaubliche Traurigkeit in der Stimme des Sprechers ließ ihn den Satz fast zwei Jahrzehnte lang nicht vergessen, um ihn schließlich seinen Songschreibern Roger Bowling und Hal Bynum als Songthema vorzuschlagen.<ref name="countrymusicnews" />
Veröffentlichung und Erfolg
Der Song wurde am 24. Januar 1977 als zweite und letzte Single aus dem Album Kenny Rogers veröffentlicht. Es war sein erster Nummer-eins-Hit als Solokünstler, nachdem er im Vorjahr die Country-Rock-Band The First Edition verlassen hatte.<ref>Joel Whitburn: The Billboard Book of Top 40 Hits: Eighth Edition. Record Research, 2004, S. 537.</ref>
Im Juni 1977 erhielt Rogers für eine Million verkaufter Singles eine Goldene Schallplatte und in der Folge zahlreiche Awards fast aller etablierten Country-Organisationen wie der Academy of Country Music und der Country Music Association.<ref name="countrymusicnews" /> Bei den Grammy Awards 1978 erhielt Rogers den Grammy für die Beste männliche Gesangsdarbietung im Bereich Country.<ref>Grammy Awards 1978. In: Awards & Shows. Abgerufen am 30. Juni 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Rezeption
Bettina Granegger von Country Music News sieht das Erfolgsgeheimnis des Lieds unter anderem darin begründet, dass die Hauptfigur des Songs nicht als starker Mann dargestellt wird, sondern vielmehr als verletzliche Person, die Schwächen offenbart.<ref name="countrymusicnews" /> Samir H. Köck gelangt in Die Presse zu der Einschätzung, dass der Song insbesondere das internationale Kleinbürgertum ansprach. Rogers sentimentaler, etwas kratziger Bariton, verbunden mit dem Motiv des Verzichts auf Geschlechtsverkehr am Ende der Ballade fand bei diesem Publikum, das Verzicht gewöhnlich „gern heroisiert“, großen Anklang.<ref name="Koeck" /> Marko Langer bezeichnete das Lied bei der Deutschen Welle als „herzzerreißend“ und „mitten aus dem amerikanischen Landleben“. Rogers habe mit solchen Liedern Generationen von amerikanischen Sängern den Weg geebnet.<ref>Marko Langer: Kenny Rogers, der Sound Amerikas, Deutsche Welle, 21. März 2020.</ref>
Chartplatzierungen
Lua-Fehler in package.lua, Zeile 80: module 'Module:Musikcharts/countries' not found
Coverversionen
Von dem Song gibt es zahlreiche Coverversionen; schon 1977 erschien eine Version von Waylon Jennings. In den folgenden Jahren gab es in zahlreichen Ländern Neuinterpretationen des Lieds. Die Zeitlosigkeit des Stücks lässt sich auch daran erkennen, dass Billy Currington es 2005 auf seinem Album Doin’ Somethin' Right veröffentlichte.<ref name="countrymusicnews" />
Michael Holms deutsche Version Mußt Du jetzt gerade gehen, Lucille? aus dem Jahr 1977 beschreibt zwar das Geschehen in der Bar, verzichtet aber auf eine Darstellung der Handlung im Hotelzimmer.<ref name="Welt" /> Auch Volker Lechtenbrink nahm 1977 eine Version von Lucille auf.<ref>Volker Lechtenbrink – Thema: Lucille. In: youtube.com. 23. Juli 2018, abgerufen am 19. September 2024.</ref>
Weblinks
- Lucille auf YouTube
- Lucille – Originalversion und Lucille – deutsche Übersetzung bei songtexte.com
Einzelnachweise
<references> <ref name="Welt"> Alan Posener: Die Wahrheit seiner Songs war für die meisten Deutschen zu viel, Welt Online vom 21. März 2020. </ref> <ref name="countrymusicnews"> Bettina Granegger: Vor 40 Jahren erhielt Kenny Rogers Gold für Lucille, countrymusicnews.de, 22. Juni 2017. </ref> </references>