Zethlingen
Zethlingen Stadt Kalbe (Milde)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(191)&title=Zethlingen 52° 42′ N, 11° 18′ O
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dim=10000 | globe= | name=Zethlingen | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 34 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 16,72 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 191 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 11 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2011 | |||||
| Postleitzahl: | 39624 | |||||
| Vorwahl: | 039009 | |||||
Lage von Zethlingen in Sachsen-Anhalt
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Zethlingen ist eine Ortschaft und ein Ortsteil der Stadt Kalbe (Milde) im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.
Geographie
Lage
Zethlingen, ein Straßenangerdorf mit Kirche auf dem Anger, liegt etwa neun Kilometer nordwestlich von Kalbe (Milde) in der Altmark. Der Mühlberg im Osten ist etwa 52 Meter hoch. Im Süden fließt die Untermilde, die früher ab Zethlingen Untere Milde hieß,<ref name="TOP50" /> nach Osten in die Milde.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref><ref name="TOP50" /><ref name="HOB-12" />
Ortschaftsgliederung
Zur Ortschaft Zethlingen gehören die Ortsteile Zethlingen und Cheinitz.<ref name="Hauptsatzung" />
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Im Jahre 1324 wurde das Dorf Cethlinge erstmals urkundlich erwähnt, als Agnes Herzogin von Braunschweig von Albrecht von Alvensleben mit der Bede aus Zethlingen belehnt wurde.<ref name="Riedel-17-58" /> 1410 wird Hinrik Crateke, kerkher tho Tzetlinge in einer Urkunde genannt.<ref name="Riedel-5-376" /> Es gab also bereits eine Kirche mit einem Pfarrer. Im Jahr 1473 wurde dat dorp zetlinck genannt, als Kurfürst Albrecht von Brandenburg Busse, Ludolph und Gebhard von Alvensleben mit Kalbe, Bismark und anderen Besitzungen belehnt.<ref name="Riedel-17-149" /> Weitere Nennungen sind 1551 Zedtlingk, 1687 Zetlingen und schließlich 1804 Zethlingen.<ref name="HOB-12" />
Auf dem Mühlberg stand noch am Anfang des 20. Jahrhunderts eine Windmühle, die bereits 1593 erwähnt wurde.<ref name="HOB-12" />
Aus der mündlichen Überlieferung berichten Kuhn und Schwartz im Jahre 1848 in einer Sage darüber, dass der Kirchturm zu Zethlingen keine Spitze hat, denn „die hat nämlich einmal ein Riese mit einem großen Steine, der noch auf der Feldmark liegt, vom Zethlingenschen Mühlenberg abgeworfen“.<ref name="Kuhn-Schwartz" />
Eingemeindungen
Ursprünglich gehörte das Dorf zum Arendseeischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag der Ort im Kanton Groß Apenburg auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörte die Gemeinde ab 1816 zum Kreis Salzwedel, dem späteren Landkreis Salzwedel.<ref name="HOB-12" />
Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde in den Kreis Kalbe (Milde) umgegliedert. Am 1. August 1973 wurde die Gemeinde Cheinitz nach Zethlingen eingemeindet. Mit der Auflösung des Kreises Kalbe (Milde) kam Zethlingen am 1. Juli 1994 zum Altmarkkreis Salzwedel.<ref name="Metzler-Poeschel" />
Die Gemeinde Zethlingen wurde am 1. Januar 2011 in die Stadt Kalbe (Milde) eingegliedert.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011</ref> Gleichzeitig wurde eine Ortschaft Zethlingen errichtet, der die Ortsteile Zethlingen und Cheinitz zugeordnet wurden.
Einwohnerentwicklung
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 2006:<ref name="HOB-12" /> 2015 bis 2018:<ref name="EW-Kalbe-2015-2018" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Zethlingen, die früher zur Pfarrei Zethlingen gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Kalbe–Kakerbeck im Kirchenkreis Salzwedel im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" /> Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Zethlingen stammen aus dem Jahre 1605.<ref name="Machholz" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Laurentius in Salzwedel im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Politik
Ortsbürgermeisterin
Seit dem Jahr 2004 ist Doris Beneke Ortsbürgermeisterin.<ref name="OR" /> Sie war die letzte ehrenamtliche Bürgermeisterin der Gemeinde.<ref name="Wahl 2008" />
Ortschaftsrat
Bei der Ortschaftsratswahl am 26. Mai 2019 wurden 7 Sitze vergeben:
- Wählergemeinschaft Feuerwehr Zethlingen, 4 Sitze
- Wählergemeinschaft Feuerwehr Cheinitz, 3 Sitze
Gewählt wurden 2 Ortschaftsrätinnen und 4 Räte, ein Sitz konnte nicht vergeben werden.<ref name="Wahl 2019" />
Wappen
Wilhelm Zahn beschreibt das Wappen der Gemeinde Zethlingen: Drei silberne Rosen im roten Felde.<ref name="Zahn-1928" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die evangelische Dorfkirche Zethlingen ist ein frühgotischer Feldsteinbau aus flachgedecktem Schiff und Westquerturm mit Walmdach und Orgel, errichtet 1886 von Eduard Beyer aus Magdeburg.<ref name="Altmarkkirchen" />
- In Zethlingen befindet sich als Außenstelle des Johann-Friedrich-Danneil-Museums in Salzwedel das Freilichtmuseum „Langobardenwerkstatt“ auf dem Mühlenberg. Seit fast 300 Jahren ist das Brandgräberfeld bekannt. Die ersten wissenschaftlichen Grabungen leitete Johann Friedrich Danneil. Die Belegung des Gräberfeldes deutet darauf hin, dass Langobarden als elbgermanischer Stamm vom 2. bis 6. Jh. n. Chr. in der Region lebten. Heute finden dort mehrmals im Jahr Werkstatttage statt, die den Besuchern die Lebensumstände der Langobarden verdeutlichen sollen. Außerdem gibt es nach Anmeldung Aktionstage und Führungen für Schulklassen und andere Gruppen.
- In Zethlingen gibt es das „Erlebnishaus Altmark“ als eine kirchliche Einrichtung für evangelische, ökumenische und nichtkonfessionell gebundene Gruppen. Das Erlebnishaus wurde am 23. Oktober 2005 nach einem Umbau wiedereröffnet.
- Eine Gedenktafel erinnert an Johannes Prätorius, geboren als Hans Schultze in Zethlingen. Er veröffentlichte auch altmärkische Sagen in seiner Weltbeschreibung.<ref name="Praetorius-1666" /> Johann und Wilhelm Grimm, Johann Wolfgang von Goethe und Johann Karl August Musäus nutzten seine Werke.<ref name="Wiehle-1999" />
- Der Ortsfriedhof liegt im Nordosten des Dorfes.
- In Zethlingen steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, eine Denkmalsäule mit Eisernen Kreuz und Relief.<ref name="Denkmalprojekt" />
Vereine
- Förderverein Langobardenwerkstatt Zethlingen e. V.
- Sportverein Germania Zethlingen e. V.
Persönlichkeiten
- Johannes Prätorius (1630–1680) geboren in Zethlingen
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Einheitsgemeinde Kalbe (Milde): Ortsteile. In: stadt-kalbe-milde.de.
- Zethlingen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 5. November 2022.</ref>
<ref name="Denkmalprojekt">Zethlingen, Stadt Kalbe (Milde), Altmarkkreis Salzwedel. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. April 2018, abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>
<ref name="EW-Kalbe-2015-2018">Einwohnermeldeamt der Stadt Kalbe (Milde): Einwohnerdaten zum 31.12. der Jahre 2015 bis 2018. 4. März 2019.</ref>
<ref name="EW-2021">Doreen Schulze: Geburten steigen, Sterbefälle sinken. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 12. Januar 2022, DNB 954815971, S. 19.</ref>
<ref name="EW-2023">Conny Kaiser: Kalbe verliert 69 Einwohner. In: Salzwedeler Volksstimme, Jeetze-Kurier Salzwedel. 16. Januar 2024, DNB 954815971, S. 20.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Hauptsatzung">Stadt Kalbe (Milde) (Hrsg.): Hauptsatzung der Gemeinde Stadt Kalbe (Milde). Ortschaftsverfassung, §13 Ortschaften. 29. April 2021 (verwaltungsportal.de [PDF; 3,6 MB; abgerufen am 19. März 2023]).</ref>
<ref name="Kuhn-Schwartz">Adalbert Kuhn, Wilhelm Schwartz: Norddeutsche Sagen, Märchen und Gebräuche aus Meklenburg, Pommern, der Mark, Sachsen, Thüringen, Braunschweig, Hannover, Oldenburg und Westfalen. Leipzig 1848, S. 129, Nr. 149 Riesensteine (Digitalisat).</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="OR">Einheitsgemeinde Kalbe (Milde): Ortschaftsrat Zethlingen. In: stadt-kalbe-milde.de. Abgerufen am 2. Oktober 2022.</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Kalbe–Kakerbeck. In: ekmd.de. Abgerufen am 10. Februar 2024.</ref>
<ref name="Praetorius-1666">Johannes Praetorius: Anthropodemus Plutonicus. Das ist, Eine Neue Weltbeschreibung Von allerley Wunderbahren Menschen. Magdeburg 1666 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Riedel-17-58">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-17-149">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel-5-376">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="TOP50">Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1:50.000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003</ref>
<ref name="Wahl 2008">Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt: Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt 2008 Bürgermeisterwahlen. (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />stala.sachsen-anhalt.de ( vom 7. Januar 2019 im Internet Archive)).</ref>
<ref name="Wahl 2019">Einheitsgemeinde Kalbe (Milde): Wahl Ortschaftsrat Kakerbeck 2019. 5. November 2022 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />stadt-kalbe-milde.de ( vom 1. Oktober 2022 im Internet Archive)).</ref>
<ref name="Wiehle-1999">Martin Wiehle: Altmark-Persönlichkeiten. Biografisches Lexikon der Altmark, des Elbe-Havel-Landes und des Jerichower Landes. In: Beiträge zur Kulturgeschichte der Altmark und ihrer Randgebiete. Band 5. dr. ziethen verlag, Oschersleben 1999, ISBN 978-3-932090-61-5, S. 138–139.</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
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