Purpur-Enzian
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| Purpur-Enzian | ||||||||||||
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| Datei:Gentiana purpurea Swiss.jpg
Purpur-Enzian (Gentiana purpurea) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Gentiana purpurea | ||||||||||||
| L. |
Der Purpur-Enzian<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> (Gentiana purpurea) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Enziane (Gentiana) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Der Purpur-Enzian wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern.<ref name="InfoFlora" /> Der aufrechte und unverzweigte Stängel ist sehr kräftig und hohl.<ref name="Hegi1966" />
Die Laubblätter sind kreuzgegenständig am Stängel angeordnet. Die unteren Laubblätter sind gestielt, die oberen sitzend.<ref name="Hegi1966" /> Die einfache, glänzend grüne Blattspreite ist bei einer Breite von 3 bis 7 Zentimetern eilanzettlich, mit meist fünf bogigen Hauptnerven.<ref name="InfoFlora" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit erstreckt sich je nach Standort von Juli bis September.<ref name="InfoFlora" /> Die Blüten sitzen einzeln bis zu dritt in den oberen Blattachseln und sind zuoberst kopfig gehäuft.<ref name="InfoFlora" />
Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind verwachsen. Die Blütenkronen sind purpurrot mit dunklen Punkten und innen gelblich, selten ganz hellgelb oder weiß. Die 2,5 bis 4 Zentimeter lang Kronblätter sind auf etwa zwei Drittel ihrer Länge glockenförmig verwachsen.<ref name="InfoFlora" /> Die Krone trägt auf den Innenseite meist grüne Längsadern.<ref name="Hegi1966" /> Die fünf bis acht Kelchzipfeln sind aufrecht und breit-oval.<ref name="InfoFlora" /> Zwischen den Staubfäden sitzen fünf bis sechs getrennte Nektardrüsen.<ref name="Hegi1966" />
Die sitzende Kapselfrucht ist ellipsoid.<ref name="Hegi1966" /> Die braunen Samen sind 3 bis 3,5 Millimeter lang sowie 2,5 bis 3 Millimeter breit und ringsum geflügelt;<ref name="Hegi1966" /> sie wiegen nur 0,00048 Gramm.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="InfoFlora" />
Ökologie
Der Purpur-Enzian braucht winterlichen Schneeschutz.<ref name="Hegi1966" /> Die Blüten besitzen feinen Honigduft. Die Bestäubung erfolgt durch Hummeln.<ref name="Hegi1966" />
Vorkommen
Der Purpur-Enzian kommt vor allem in den Westalpen (bis zum Arlberg), im Apennin und in Skandinavien vor. Es gibt Fundortangaben für die Länder Frankreich, nördliches Italien, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Norwegen sowie Schweden.<ref name="Euro+Med" /><ref name="IUCN" /> In Deutschland kommt er nur in kleinen Gebieten vor.<ref name="IUCN" /> Vorlage:HinweisbausteinWie alle Enzian-Arten ist der Purpur-Enzian in Deutschland gesetzlich geschützt.
Er gedeiht am besten auf kalkarmen Böden. Er wächst in Höhenlagen von 1000 bis 2750 Metern.<ref name="Hegi1966" /> In den Allgäuer Alpen kommt er in Höhenlagen von 1180 bis 2200 Metern vor.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Nardion-Verbands, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Caricion ferrugineae oder der Ordnung Adenostyletalia vor.<ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Verwechslungsmöglichkeiten
Der Purpur-Enzian ist besonders dem Tüpfel-Enzian (Gentiana punctata) und dem Ostalpen-Enzian (Gentiana pannonica) ähnlich.
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Gentiana purpurea erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 227. Das Epitheton purpurea hatte Linné von Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen.
Nutzung
Die unterirdischen Pflanzenteile werden für die Erzeugung von Enzianschnaps verwendet,<ref name="IUCN" /> gelten als die besten dafür.
Literatur
- Thomas Gaskell Tutin: Gentiana. In:
Einzelnachweise
<references> <ref name="InfoFlora"> Gentiana purpurea L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Gentiana purpurea L., Purpur-Enzian. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 333. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 1995–1997. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold (2011+): Gentianaceae: Datenblatt Gentiana purpurea In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2025.2. Eingestellt von: M. Bilz, 2012. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>