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Purpur-Enzian

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Purpur-Enzian
Datei:Gentiana purpurea Swiss.jpg

Purpur-Enzian (Gentiana purpurea)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Enzianartige (Gentianales)
Familie: Enziangewächse (Gentianaceae)
Gattung: Enziane (Gentiana)
Art: Purpur-Enzian
Wissenschaftlicher Name
Gentiana purpurea
L.

Der Purpur-Enzian<ref name="FloraWeb" /><ref name="InfoFlora" /> (Gentiana purpurea) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Enziane (Gentiana) innerhalb der Familie der Enziangewächse (Gentianaceae).

Beschreibung

Datei:The botanist's repository, for new and rare plants (Pl. 117) (9321862052).jpg
Illustration aus The botanist's repository, for new and rare plants, Tafel 117
Datei:Purpurenzian2.jpg
Habitus, Laubblätter und Blüten
Datei:Gentiana Purpurea Ble.jpg
Blütenstand
Datei:In snow (2977300431).jpg
Fruchtstände

Vegetative Merkmale

Der Purpur-Enzian wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 20 bis 60 Zentimetern.<ref name="InfoFlora" /> Der aufrechte und unverzweigte Stängel ist sehr kräftig und hohl.<ref name="Hegi1966" />

Die Laubblätter sind kreuzgegenständig am Stängel angeordnet. Die unteren Laubblätter sind gestielt, die oberen sitzend.<ref name="Hegi1966" /> Die einfache, glänzend grüne Blattspreite ist bei einer Breite von 3 bis 7 Zentimetern eilanzettlich, mit meist fünf bogigen Hauptnerven.<ref name="InfoFlora" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit erstreckt sich je nach Standort von Juli bis September.<ref name="InfoFlora" /> Die Blüten sitzen einzeln bis zu dritt in den oberen Blattachseln und sind zuoberst kopfig gehäuft.<ref name="InfoFlora" />

Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch mit doppelter Blütenhülle. Die Kelchblätter sind verwachsen. Die Blütenkronen sind purpurrot mit dunklen Punkten und innen gelblich, selten ganz hellgelb oder weiß. Die 2,5 bis 4 Zentimeter lang Kronblätter sind auf etwa zwei Drittel ihrer Länge glockenförmig verwachsen.<ref name="InfoFlora" /> Die Krone trägt auf den Innenseite meist grüne Längsadern.<ref name="Hegi1966" /> Die fünf bis acht Kelchzipfeln sind aufrecht und breit-oval.<ref name="InfoFlora" /> Zwischen den Staubfäden sitzen fünf bis sechs getrennte Nektardrüsen.<ref name="Hegi1966" />

Die sitzende Kapselfrucht ist ellipsoid.<ref name="Hegi1966" /> Die braunen Samen sind 3 bis 3,5 Millimeter lang sowie 2,5 bis 3 Millimeter breit und ringsum geflügelt;<ref name="Hegi1966" /> sie wiegen nur 0,00048 Gramm.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 40.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="InfoFlora" />

Ökologie

Der Purpur-Enzian braucht winterlichen Schneeschutz.<ref name="Hegi1966" /> Die Blüten besitzen feinen Honigduft. Die Bestäubung erfolgt durch Hummeln.<ref name="Hegi1966" />

Vorkommen

Der Purpur-Enzian kommt vor allem in den Westalpen (bis zum Arlberg), im Apennin und in Skandinavien vor. Es gibt Fundortangaben für die Länder Frankreich, nördliches Italien, die Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Deutschland, Norwegen sowie Schweden.<ref name="Euro+Med" /><ref name="IUCN" /> In Deutschland kommt er nur in kleinen Gebieten vor.<ref name="IUCN" /> Vorlage:HinweisbausteinWie alle Enzian-Arten ist der Purpur-Enzian in Deutschland gesetzlich geschützt.

Er gedeiht am besten auf kalkarmen Böden. Er wächst in Höhenlagen von 1000 bis 2750 Metern.<ref name="Hegi1966" /> In den Allgäuer Alpen kommt er in Höhenlagen von 1180 bis 2200 Metern vor.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> Er ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Nardion-Verbands, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Caricion ferrugineae oder der Ordnung Adenostyletalia vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 2 (subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Verwechslungsmöglichkeiten

Der Purpur-Enzian ist besonders dem Tüpfel-Enzian (Gentiana punctata) und dem Ostalpen-Enzian (Gentiana pannonica) ähnlich.

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Gentiana purpurea erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 227. Das Epitheton purpurea hatte Linné von Caspar Bauhins Pinax (1623) übernommen.

Nutzung

Die unterirdischen Pflanzenteile werden für die Erzeugung von Enzianschnaps verwendet,<ref name="IUCN" /> gelten als die besten dafür.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Gentiana purpurea L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Gentiana purpurea L., Purpur-Enzian. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 333. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3, Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 1995–1997. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold (2011+): Gentianaceae: Datenblatt Gentiana purpurea In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="IUCN"> [[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2025.2. Eingestellt von: M. Bilz, 2012. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Purpur-Enzian (Gentiana purpurea) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien