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Felsen-Hasenohr

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Felsen-Hasenohr
Datei:Bupleurum petraeum Atlas Alpenflora.jpg

Felsen-Hasenohr (Bupleurum petraeum), Illustration

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Doldenblütlerartige (Apiales)
Familie: Doldenblütler (Apiaceae)
Unterfamilie: Apioideae
Gattung: Hasenohren (Bupleurum)
Art: Felsen-Hasenohr
Wissenschaftlicher Name
Bupleurum petraeum
L.

Das Felsen-Hasenohr (Bupleurum petraeum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Hasenohren (Bupleurum) innerhalb der Familie der Doldenblütler (Apiaceae). Es besiedelt die montane bis alpine Höhenstufe der Süd- und Ostalpen.<ref name="Finkenzeller1985"/>

Beschreibung

Datei:Bupleurum petraeum PID1980-1.jpg
Döldchen

Vegetative Merkmale

Das Felsen-Hasenohr wächst als ausdauernde, leuchtend-grün erscheinende,<ref name="Finkenzeller1985"/> krautige Pflanze.<ref name="FR" /> Seine Wuchshöhe variiert zwischen 20 und 50 Zentimetern.<ref name="Thellung1965" /> Es besitzt gewöhnlich mehrere aufrecht und unverzweigt wachsende Stängel.<ref name="Finkenzeller1985"/> Am Grund sind diese mit bräunlichen und zurückgeschlagenen abgestorbenen Laubblattscheiden bedeckt.<ref name="Adler"/> Die grundständigen, sich bogig herabkrümmenden Laubblätter sind schopfig-rosettig in wechselständiger Blattstellung angeordnet. Sie sitzen der Sprossachse an.<ref name="FR" /> Die grasähnliche Blattspreite besitzt im unteren Teil 9 bis 11 parallel verlaufende Nerven, im oberen 3 bis 5 Nerven.<ref name="Thellung1965" /> Sie ist mit etwa 10 bis 30 Zentimeter Länge und 0,3 bis 0,5 Zentimeter Breite linealisch ausgestaltet<ref name="Adler"/>. Die kürzeren und breiteren, lanzettlichen Stängelblätter besitzen einen bisweilen annähernd herzförmigen Grund.<ref name="Adler"/> Sie sind stängelumfassend.<ref name="Finkenzeller1985"/> Gewöhnlich wird ein einziges Stängelblatt pro Pflanze ausgebildet.

Generative Merkmale

Die Blüten des Felsen-Hasenohrs stehen in Doppeldolden zusammengefasst, welche 5 bis 15 etwa 10 Zentimeter lange Strahlen besitzen.<ref name="Thellung1965" /> Die dicklichen Strahlen sind ungleich lang.<ref name="Finkenzeller1985"/> Die Dolde wird von drei bis sechs lineal-lanzettlichen Hüllblättern umgeben. Das Hüllchen der vielblütigen Döldchen setzt sich aus fünf bis zehn elliptisch-zugespitzten Hüllchenblättchen zusammen.<ref name="Finkenzeller1985"/> Diese variieren in Form und Größe, jedoch sind sie gewöhnlich länger als die Döldchen. Sie können frei oder am Grund leicht verwachsen sein. Die Blütenstiele sind doppelt bis dreimal so lang wie die Blüten.<ref name="Thellung1965" /> Die zwittrige und fünfzählige Einzelblüte besitzt keinen Kelch. Die fünf Kronblätter sind gelb gefärbt, 1 bis 1,25 Millimeter lang, quadratisch bis rundlich und haben eine fast quadratisches eingeschlagenes Läppchen.<ref name="Thellung1965" /> Das Griffelpolster ist fast kegelförmig.<ref name="Thellung1965" /> Die Blütezeit erstreckt sich von Juli bis August.<ref name="Finkenzeller1985"/>

Die Frucht, eine 5 bis 6 Millimeter lange geflügelte Doppelachäne, ist unbehaart und zeigt eine glänzend braun-schwarze Farbe. Sie besitzt gelblich-braune Hauptrippen, wobei in jeder Rippe stets ein enger Ölkanal sitzt.<ref name="Finkenzeller1985"/>

Chromosomenzahl

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="IPCN" />

Blütenbiologie

Das Felsen-Hasenohr wird von Insekten bestäubt. Es verfügt über mehrere Mechanismen, potenzielle Bestäuber anzulocken: Die Anhäufung kleiner Blüten in den endständigen Doldenschirmen übt auf mögliche Bestäuber eine Signalwirkung aus. Unterstützt wird diese durch die Gelbfärbung der Kronblätter und auch durch das vom Griffelpolster abgesonderte süße Sekret.

Vorkommen

Datei:Bupleurum petraeum PID1964-1.jpg
Habitus und Blütenstände im Habitat

Das Felsen-Hasenohr ist in den Süd- und Ostalpen beheimatet. Sein Verbreitungsgebiet verläuft von den französischen Seealpen über die Karnischen Alpen bis zu den Steiner Alpen.<ref>[[[:Vorlage:ZOBODAT/URL]] Exkursionsbericht Julische Alpen – Vrsic-Paß (Slowenien, Jugoslawien).] In: Carinthia II. Jahrgang 178/98 (PDF; 1,9 MB).</ref> Sein Verbreitungsgebiet umfasst die Länder Frankreich, Italien, Österreich, Slowenien und Kroatien.<ref name="Euro+Med" /> Die stärkste Verbreitung erreicht das Felsen-Hasenohr in den Süd- und Westalpen.<ref name="Adler">Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich, Ulmer Verlag S. 554ff.</ref> Es besiedelt dort auf kalkhaltigem Untergrund Polsterseggenrasen, Felsspalten und steinige Stellen in Höhenlagen zwischen 1300 und 2200 (3000 ?) Metern.<ref name="Finkenzeller1985"/> In den Steiner Alpen steigt die Art bis 2200 Meter auf.<ref name="Thellung1965" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Bupleurum petraeum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 236.<ref name="Euro+Med" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="Finkenzeller1985"> Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen, Mosaik-Verlag 1985, ISBN 3-570-01349-9. S. 156.</ref> <ref name="FR"> Bupleurum petraeum L. = B. graminifolium Vahl. in: Les belles fleurs de la France (fr.)</ref> <ref name="IPCN">Bupleurum petraeum bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum</ref> <ref name="Euro+Med">Ralf Hand (2011+): Apiaceae. Datenblatt Bupleurum petraeumIn: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.</ref> <ref name="Thellung1965"> Albert Thellung: Umbelliferae. S. 1121–1122. In: Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Felsen-Hasenohr – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien