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Josef Sauvigny

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Datei:Brilon-Haus Sauvigny-2006-06-25.jpg
Haus Sauvigny – Wohnhaus von Josef Paul Sauvigny
Datei:Brilon, alter Friedhof, Grab für den ehemaligen Bürgermeister Josef Sauvigny.JPG
Grabstätte Sauvignys

Josef Paul Sauvigny (* 4. November 1875 in Bestwig; † 14. Juli 1967 in Brilon) war ein deutscher Politiker. Er war von 1917 bis 1937 Bürgermeister der Stadt Brilon. Er gehörte zuerst der Zentrumspartei, dann der NSDAP an. Sauvigny war der Großvater von Friedrich Merz.<ref name="taz2004">Martin Teigeler: Merz bejubelt rechten Großvater. In: TAZ. 16. Januar 2004, abgerufen am 26. Januar 2025.</ref>

Familie

Sein Vater war der Gutsbesitzer Karl Sauvigny, seine Mutter die Tochter des Briloner Amtsgerichtsrats Köster. Seine Tochter Paula (* 1928) heiratete Joachim Merz (* 1924), ihr Sohn ist Friedrich Merz.

Biografie

Er besuchte in Brilon die Volksschule und das Gymnasium Petrinum. In Bonn, Würzburg und Heidelberg studierte er Jura. Ab Oktober 1915 war er 2. Beigeordneter, ab April 1916 1. Beigeordneter der Stadt Brilon.<ref>Alfred Bruns: Brilon 1816–1918. Verlag Diethelm Krüger, Brilon 1988, ISBN 3-923013-08-6, S. 145.</ref>

Von 1917 bis 1933 war er Bürgermeister als Parteiangehöriger der Zentrumspartei. Auf dem Briloner Borberg, einer frühgeschichtlichen Wallburg, fand 1931 ein Friedenstreffen mit mehreren hundert Teilnehmern und Abbé Franz Stock zusammen mit einer Gruppe Franzosen statt. Dieses Treffen wurde von etlichen Braunhemden aus der Umgebung lautstark gestört. Sauvigny ließ diese daraufhin vom Platz entfernen.<ref>Briloner Heimatbund (Hrsg.): Briloner Heimatbuch, Band VI, S. 26.</ref>

Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung sprach er „von einer Kraft, die uns leitet“, beschwor „den Willen, der uns eint“ und nannte Hitler einen „Führer, der uns ruft, vergessend des Parteienhasses von gestern“. Am 1. Mai 1933 hielt er eine Rede auf Hitler.<ref>Toralf Staud: Glosse: „Opa war okay“. In: Zeit Online. 22. Januar 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 15. Februar 2004; abgerufen am 1. März 2021.</ref> Er trat am 1. Juli 1933<ref>Patrik Schwarz: Merz’ Großvater SA- und NSDAP-Mitglied. In: taz.de. 22. Januar 2004, abgerufen am 2. April 2024.</ref> der SA der Reserve bei und wurde 1935 zum Oberscharführer befördert. Er war Mitglied in der NSV, im NS-Reichskriegerbund und im NS-Rechtswahrerbund. Nach Darstellung der Familie trat Sauvigny der NS-Miliz bei, um nicht der NSDAP beitreten zu müssen, was die NS-Machthaber von politischen Amtsträgern erwarteten. Zum 1. Mai 1937 trat er der NSDAP bei (Mitgliedsnummer 4.258.218),<ref>Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/36481583</ref><ref>https://taz.de/Friedrich-Merz-und-sein-Naziopa/!6086702/</ref> ohne wie von der Familie behauptet in die Partei überführt worden zu sein.<ref>Tom Levine: Merz verteidigt Vita seines Großvaters. In: Berliner Zeitung. 22. Januar 2004, abgerufen am 8. Februar 2025.</ref> Während seiner Amtszeit ließ er zwei Straßen in „Adolf-Hitler-Straße“ und „Hermann-Göring-Straße“ umbenennen.<ref name="hagalil2004" /> 1937 wurde er vom Amt des Bürgermeisters vorzeitig pensioniert.<ref>Josef Paul Sauvigny. Stadtarchiv Brilon, abgerufen am 8. Februar 2025.</ref> Nach Darstellung der Familie erfolgte dies wegen Differenzen mit NS-Machthabern, was sich mangels Quellen nicht unabhängig bestätigen lässt. Friedrich Merz verweist diesbezüglich auf einen Artikel des NS-Blatts Der Stürmer, in dem Josef Paul Sauvigny als „Judengenosse“ bezeichnet wurde.<ref>Tom Levine: Merz verteidigt Vita seines Großvaters. In: Berliner Zeitung. 22. Januar 2004, abgerufen am 8. Februar 2025.</ref> Andererseits schrieb die Sauerländer Zeitung am 2. Juli 1937: „Sein Amt verwaltete er stets im nationalsozialistischen Geiste“.<ref name="taz2004" />

Verhältnis von Friedrich Merz zu seinem Großvater

2004 rief Friedrich Merz bei einer Kommunalwahlkampfveranstaltung zur Abwahl des „roten Bürgermeisters“ und zum Sturm auf das „rote Rathaus“ in seiner Heimatstadt Brilon auf. Es erfülle ihn „mit tiefem Grausen“, dass ein Sozialdemokrat im Rathaus sitze. „Das muss beendet werden“, weil sein Großvater früher langjähriger Bürgermeister von Brilon war. Die Rede rief viel Kritik hervor und Merz wurde ein unangemessener Stolz auf seinen Großvater vorgeworfen.<ref>Martin Teigeler: Merz bejubelt rechten Großvater. In: TAZ. 16. Januar 2004, abgerufen am 8. Februar 2025.</ref><ref name="hagalil2004">Patrik Schwarz: Nicht der Opa ist das Problem: Der seltsame Stolz des Friedrich Merz. In: haGalil. 19. Januar 2004, abgerufen am 30. Januar 2025.</ref> Merz erklärte daraufhin, dass sein Großvater keineswegs sein größtes politisches Vorbild sei.<ref>Tom Levine: Merz verteidigt Vita seines Großvaters. In: Berliner Zeitung. 22. Januar 2004, abgerufen am 8. Februar 2025.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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