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Quirlige Borstenhirse

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Quirlige Borstenhirse
Datei:Setaria verticillata W IMG 1083.jpg

Quirlige Borstenhirse (Setaria verticillata)

Systematik
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Süßgräser (Poaceae)
Unterfamilie: Panicoideae
Gattung: Borstenhirsen (Setaria)
Art: Quirlige Borstenhirse
Wissenschaftlicher Name
Setaria verticillata
(L.) P.Beauv.

Die Quirlige Borstenhirse (Setaria verticillata), auch Kletten-Borstenhirse genannt, ist eine Pflanzenart, die zur Gattung der Borstenhirsen (Setaria) innerhalb der Familie der Süßgräser (Poaceae) gehört.

Beschreibung

Datei:Nsr-slika-316.png
Illustration mit Details

Vegetative Merkmale

Die Quirlige Borstenhirse ist einjährig und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 100 Zentimetern. Ihre Halme sind aufrecht oder knickig aufsteigend. Die Ligula bildet einen Haarkranz. Die Laubblätter sind 4 bis 25 Zentimeter lang und 5 bis 21 Millimeter breit.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Der Blütenstand ist zu einer walzenförmigen dichten Ährenrispe zusammengezogen, die höchstens im unteren Teil unterbrochen ist. Die Borsten sind 3 bis 7 Millimeter lang, ihre Stachelhaare sind rückwärts gerichtet, dadurch wirkt der Blütenstand wie eine Klette. Das ist ein gutes Kennzeichen der typischen Varietät dieser Art. Das Ährchen ist bei einer Länge von 2 bis 2,2 Millimetern länglich-elliptisch. Seine obere Hüllspelze ist so lang wie das Ährchen und fünfnervig, die untere Hüllspelze ist nur 1/3 so lang wie das Ährchen. Die Deckspelze der oberen, zwittrigen Blüte ist knorpelig verdickt und zwischen den wenig hervortretenden Kielen schwach querrunzelig mit schmalen eingeschlagenen Seitenflächen.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.<ref name="Oberdorfer2001" />

Vorkommen

Die Quirlige Borstenhirse kommt in Süd- und Mitteleuropa bis nach Vorderasien und Nordafrika vor. Ihre Heimat sind die Tropen und Subtropen der Alten Welt. Sie ist aber weltweit ein Neophyt.<ref name="WCSP" /> In Europa kommt sie in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Irland, Island, Schweden, im Baltikum und in Nordmazedonien.<ref name="Euro+Med" />

Die Quirlige Borstenhirse wächst in Gärten, in Hackfruchtäckern und in Weinbergen an trocken-warmen Standorten auf nährstoffreichen und gut gedüngten sandig-lehmigen Böden. Sie ist ein Stickstoffzeiger und Wärmezeiger. Sie gedeiht vorwiegend in tieferen Lagen und steigt im Kanton Wallis bis 1210 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Conert1979" /> Sie ist eine Charakterart der Ordnung Polygono-Chenopodietalia.<ref name="Oberdorfer2001" />

Datei:Setaria verticilliformis sl25.jpg
Täuschende Borstenhirse (Setaria verticilliformis)

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 2+ (frisch), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 5 (sehr warm-kollin), Nährstoffzahl N = 4 (nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung erfolgte 1762 durch Carl von Linné in Species Plantarum ed. 2, S. 82 als Panicum verticillatum. Die Neukombination zu Setaria verticillata <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) P.Beauv. wurde 1812 durch P.Beauv. in Essai d’une Nouvelle Agrostographie; ou Nouveaux Genres des Graminées; avec Figures représentant les Caractères de tous le Genres. Imprimerie de Fain, S. 51 veröffentlicht.

Ähnliche Arten

Nahe verwandt mit der Setaria verticillata ist eine Sippe, die als eigene Art angesehen wird,<ref name="Euro+Med" /><ref name="Buttler" /><ref name="Conert1979" /> die Täuschende Borstenhirse oder Kurzborstige Borstenhirse (Setaria verticilliformis <templatestyles src="Person/styles.css" />Dumort.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" />, Syn. Setaria ambigua <templatestyles src="Person/styles.css" />(Guss.) Guss. non Mérat, Setaria gussonei <templatestyles src="Person/styles.css" />Kerguélen). Sie ist an ihrem weniger dichten Blütenstand zu unterscheiden, bei dem im unteren Teil die Hauptachse zwischen den Ährchen sichtbar ist und bei der der Blütenstand nicht wie eine Klette wirkt, weil die Borstenhaare nach vorne und nicht rückwärts gerichtet sind. Bei ihr sind die Borsten auch nur 3 bis 4 Millimeter lang, bei Setaria verticillata sind sie 4 bis 7 Millimeter lang. Diese Sippe wird aber von anderen Autoren<ref name="FloraBW" /> nur als eine Varietät (Setaria verticillata var. ambigua <templatestyles src="Person/styles.css" />(Guss.) Parl.) zur Art Setaria verticillata gestellt.

Bilder

Literatur

  • William Derek Clayton: Setaria Beauv. In:
  • Monika Voggesberger: Setaria Beauv. 1812. In:

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Setaria verticillata (L.) P. Beauv. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Benito Valdés, Hildemar Scholz; Eckhard von Raab-Straube, Gerald Parolly (Mitarb.): Poaceae (pro parte majore). Setaria In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Berlin 2009. Zuletzt abgerufen am 14. Juli 2024. </ref> <ref name="Buttler"> Karl Peter Buttler, Michael Thieme und Mitarbeiter: Florenliste von Deutschland – Gefäßpflanzen, Version 6. Frankfurt am Main, August 2014, veröffentlicht im Internet unter [1]. Zuletzt abgerufen am 21. Dezember 2014. </ref> <ref name="FloraBW"> Monika Voggesberger: Setaria Beauv. 1812. In: </ref> <ref name="Conert1979"> Hans Joachim Conert: Familie Poaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 3. Auflage, Band I, Teil 3, S. 51–53. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1979. ISBN 3-489-52020-3.</ref> <ref name="WCSP"> Vorlage:WCSP </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Michael Koltzenburg: Setaria. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 319.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Quirlige Borstenhirse (Setaria verticillata) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien