Ivonne A-Baki
Ivonne Juez Abuchacra de Baki, auch A-Baki (geboren 23. Februar 1951 in Guayaquil),<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Baki, 'chica Harvard' de brazo flexionado y pantalón ceñido ( vom 21. Mai 2011 im Internet Archive)</ref> ist eine ecuadorianische Politikerin und Diplomatin. Sie war ecuadorianische Botschafterin in den Vereinigten Staaten, eine Position, die sie zwei Jahrzehnten innehatte. Während der Amtszeit des Präsidenten Lucio Gutiérrez’ war sie Außenhandelsministerin. 2010 wurde sie von Präsident Rafael Correa zur Leiterin des Verhandlungsteams der Yasuní-ITT-Initiative ernannt. Ihr Name war 25 Jahren mit Macht verbunden, unabhängig von der politischen Ausrichtung des jeweiligen Präsidenten in Ecuador.<ref name="primi2023">¿Quién es Ivonne Baki, la 'diplomática' de todos los gobiernos? In: Primicias, 5. Dezember 2023, abgerufen am 10. Januar 2026.</ref>
Familie und Ausbildung
Ivonne Juez Abuchacra kam 1951 in der wichtigsten ecuadorianischen Wirtschaftsmetropole Guayaquil als Tochter libanesisch-arabischer Eltern zur Welt und wo sie bis zu ihrem 15. Lebensjahr lebte. Während sie sich mit ihnen in Beirut aufhielt, lernte sie ihren zukünftigen Ehemann kennen, den Millionär Sami Abd-El-Baki (gestorben 2017), ein Geschäftsmann und eine führende Persönlichkeit der drusischen Gemeinde. Sie heirateten 1968 – er lebte stets in Beirut.<ref>Carlos Jijón: El esposo de Ivonne Baki ha muerto. In: La República. 24. September 2017, abgerufen am 10. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor.<ref name="ecucv">Resume Ambassador Baki. In: ecuador.org. Abgerufen am 1. November 2023.</ref> Der Libanesische Bürgerkrieg (1975–1990) prägte stark das Leben der Familie.
A-Baki, die auch als Malerin tätig ist, nahm 1990 an einem Artist-in-Residence-Programm der Harvard University in den USA teil. 1993 erlangte sie Master-Abschlüsse in Public Administration und Public Policy an der Harvard Kennedy School, wo sie bei Roger Fisher studierte.<ref name="ecucv" /><ref>Ivonne Baki, la negociadora que odia los imposibles</ref> Sie wurde Vorstandsmitglied der Conflict Management Group (CMG) und beteiligte sich weltweit von 1995 bis 1999 an Gesprächen zur Lösung von Konflikten.<ref name="Lori2019">Carla Henoud: Ivonne Abdel Baki, l’art de la négociation. In: L’Orient-Le Jour, 3. September 2019, abgerufen am 10. Januar 2026.</ref>
Diplomatische Laufbahn
Ivonne A-Baki war von 1984 bis 1998 Honorarkonsulin: 1984 bis 1990 in Beirut (unter Präsident Osvaldo Hurtado) und von 1992 bis 1998 in Boston (unter Präsident Sixto Durán Ballén). Von 1998 bis 2002 war sie Botschafterin in den Vereinigten Staaten (unter Präsident Jamil Mahuad), die erste Frau in diesem Amt.<ref name="ecucv" /> Ihre Akkreditierung fand am 9. November 1998 und der Amtsantritt am 21. Januar 1999 statt.<ref>Diplomatic Representation for Ecuador. In: 2009-2017.state.gov. Abgerufen am 1. November 2023.</ref>
Als Ecuadors Botschafterin in Washington, D.C. spielte sie eine Schlüsselrolle bei der ersten Verlängerung des Anden-Handelspräferenzengesetz (ATPA). 1999 kam es zum Zusammenbruch der ecuadorianischen Wirtschaft während der Präsidentschaft von Jamil Mahuad. Zu dieser Zeit lernte sie den Immobilienmogul und Casinobetreiber Donald Trump kennen, der sie und ihre Familie zu einer Veranstaltung einlud und in seinem Privatjet nach Palm Beach einfliegen ließ. Vor dem Flug erfuhr sie von der Ölkatastrophe durch den Öltanker Jessica vor den zu Ecuador gehörende Galapagos-Inseln. Baki und Trump gründeten die US-amerikanische Stiftung Galapagos Conservancy Foundation. Seitdem verband Baki und Trump eine enge Freundschaft.<ref name="elcomercio"/>
Von September 2017 bis Februar 2020 war sie (unter Präsident Lenín Moreno) Botschafterin in Katar sowie nichtresidente Botschafterin in Irak, Kuwait, Libanon, Jordanien, Oman und Syrien.
Im Februar 2020, als Donald Trump Präsident der USA war, kehrte sie nach Washington zurück, um erneut den Posten in der Botschaft in den Vereinigten Staaten anzutreten.<ref name="primi2023"/><ref>H.E. Ivonne A-Baki, Ambassador of the Republic of Ecuador to the United States. In: docs.house.gov. Abgerufen am 1. November 2023.</ref> 2021 wurde ihre erneute Ernennung zur Botschafterin Ecuadors in Washington, D.C. bestätigt (während der Präsidentschaft von Guillermo Lasso). Sie blieb dort, bis Präsident Daniel Noboa sie Februar 2024 nach Frankreich versetzte, wo sie bis 6. November 2024 war.<ref>Giovanna Alvear: Daniel Noboa remueve a Ivonne Baki de la Embajada en Francia. In: El Comercio. 6. November 2024, abgerufen am 4. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
A-Baki engagierte sich zudem ab 2010 als Goodwill Ambassador für die UNESCO.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ivonne A-Baki nombrada Embajadora de Buena Voluntad de la UNESCO ( vom 7. Oktober 2021 im Internet Archive)</ref>
Politische Laufbahn
1995, mitten im Cenepa-Krieg, arbeitete Baki als Vorstandsmitglied für Roger Fisher, als Präsident Sixto Durán Ballén sich Fisher als Berater wünschte. Fisher saß gerade bei Baki zu Abend, als sie den Telefonanruf des Präsidenten erhielt. Zwei Tage später trafen sie und Fisher in Ecuador ein. In der Folge berieten Baki und Fisher die Regierung bei den Verhandlungen mit Peru.<ref name="Eluni2020"/> Obwohl Baki bestritt, Jamil Mahuads Präsidentschaftswahlkampf finanziell unterstützt zu haben, räumte sie ein, ihn 1998 weiterhin in der Peru-Frage beraten zu haben und dass die Unterzeichnung des Friedensabkommens zum Grenzkrieg mit Peru eine seiner größten Errungenschaften war.<ref name="Eluni2020"/> Dabei gab Ecuador ausländischen Interessen nach und unterzeichnete das Abkommen von Brasília. (2000 kam es in Ecuador zum Staatsstreich).
2002 kandidierte sie selbst bei der Präsidentschaftswahl. Sie hatte ihr Geburtsland Ecuador mit 15 Jahren verlassen, kehrte nach so viele Jahre zurück und fühlte sich fremd.<ref name="Lori2019" /> Zu ihrem engsten Beraterkreis gehörten zwei Experten: James Carville, der die Wahlkämpfe von Bill Clinton und Tony Blair leiteten, und Mark McKinnon, einer der Wahlkampfstrategen von George W. Bush.<ref>Irène Mosalli: Correspondance Elle est candidate à la présidentielle de l’Équateur Ivonne Abdel-Baki : « Même pour l’électorat macho, j’incarne le changement », L’Orient-Le Jour, 26 Juli 2002</ref>
Nach dem Regierungsantritt von Lucio Gutiérrez als Präsidenten von Ecuador verließ Baki die Botschaft in Washington, D.C. und übernahm die Leitung des Außenhandelsministeriums Ecuadors. Sie war 2003 bis 2005 Ministerin für Außenhandel, Industrialisierung, Integration, Fischerei und Wettbewerbsfähigkeit, die erste Frau in diesem Amt. Von 2003 bis 2004 war sie Vorsitzende der Kommission der Andenstaaten. Baki warb für die Austragung des Schönheitswettbewerbs „Miss Universe 2004“ in Ecuador,<ref>Patrick Guillaudat, Pierre Mouterde: Les couleurs de la révolution – La gauche à l’épreuve du pouvoir : Venezuela, Équateur, Bolivie. Un bilan à travers l’histoire. Éditions Syllepse, Paris 2022, ISBN 979-1-03990040-9, S. 194.</ref> dank ihrer Freundschaft zu Donald Trump, dem damaligen Eigentümer der Miss-Universe-Organisation, welche die Veranstaltung organisierte.<ref name="elcomercio">Adriana Noboa: Baki todavía no se posesiona como embajadora en Catar. In: El Comercio (Ecuador). 4. November 2025, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. November 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)): „Y fue ahí que, en el 2000, conoció a Trump, cuando el magnate la invitó a un evento de caridad y la llevó en su jet privado, junto con su familia. En ese entonces, hubo una emergencia por un derrame de petróleo en Galápagos. Esto dio paso a que ambos, Baki y Trump, crearan la fundación Galapagos Conservancy. Desde entonces, han mantenido el lazo de amistad.“</ref><ref name="primi2023"/><ref name="Eluni2020" /> Auf die Kritik an den hohen Kosten für die Ausrichtung des Schönheitswettbewerbs, fünf Millionen Dollar allein für den Zuschlag der „Miss Universe 2004“, entgegnete Baki, dass es sich dabei nicht um Ausgaben, sondern um Investitionen handle.<ref>María Ampuero: Ivonne Baki, la ministra del Miss Universo. In: El Universo (Ecuador). 12. November 2016, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. November 2016 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Ihre Zeit im Ministerium wurde auch für ihre Leitung des Verhandlungsteams bekannt, welches ein Freihandelsabkommen mit den USA anstrebte. Dieses Vorgehen stieß bei den indigenen Völker Ecuadors auf breite Kritik, die gegen A-Bakis Führung demonstrierten. Die Konföderation der indigenen Nationalitäten Ecuadors (CONAIE) mobilisierte gegen das Freihandelsabkommen und kritisierte Bakis Vorgehen wiederholt.<ref name="Eluni2020">Ivonne Juez de Baki: La mujer que pasó de defender el TLC al ITT. In: El Universo. 10. Februar 2010, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. April 2010 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Von 2006 bis 2010 war sie Mitglied des Andenparlaments und 2007 dessen Vorsitzende. 2009 kandidierte sie ohne Erfolg für das Amt des Generaldirektors der UNESCO. Von 2010 bis 2013 war sie die Verhandlungsführerin der Yasuní-ITT-Initiative. Präsident Rafael Correa hatte sie mit der Leitung der Initiative beauftragt, die darauf abzielte, gegen eine Zahlung von Industrienationen das in dem Naturschutzgebiet Yasuní im Amazonasgebiet liegende Ölfeld Ishpingo-Tambococha-Tuputini (ITT) nicht ausgebeutet und für unantastbar erklärt werden sollte. Die Initiative gescheiterte – der globale Norden verpasste die Chance dabei zu helfen die Zerstörung im Amazonasgebiet zu stoppen.<ref name="ecucv" /> Deutschland beispielsweise zog stillschweigend die Zusage zurück.<ref>Anita Blasberg: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., Die Zeit, 16. Juni 2011</ref> Baki war über lange Zeit für die Interessen des US-amerikanischen Ölkonzerns Texaco-Chevron eingetreten.<ref>Assange Ecuadorian Extradition Noose Tightens with INA Papers as Latest Slipknot, Mint Press News, 10. April 2019</ref><ref>Forschungs- und Dokumentationszentrum Chile-Lateinamerika und Rosa-Luxemburg-Stiftung (Hrsg.): Der Neue Extraktivismus – Eine Debatte über die Grenzen des Rohstoffmodells in Lateinamerika. Berlin: FDCL-Verlag, 2012. S. 107</ref>
Im Januar 2017 lud Trump sie zu seiner Amtseinführung als Präsident der Vereinigten Staaten ein.<ref name="elcomercio"/>
Auszeichnungen (Auswahl)
- 1988: Order of the Cedar, Libanon
- 1989: Orden Nacional al Mérito, Ecuador<ref name="ecucv" />
Weblinks
- Ivonne A-Baki auf der Website der ecuadorianischen Botschaft in den Vereinigten Staaten
Einzelnachweise
<references />
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| 2. – 8. September 1997: Alberto Maspons Guzman | Ecuadorianische Botschafterin in Washington D.C. 9. November 1998–2002 6. Februar 2020 – | Raul Gangotena-Rivadeneira |
| Carlos Efraín Oña Fierro | ecuadorianische Ministerin für Handel, Fischfang und Wettbewerb 2003–2005 | Raúl Sagasti Verónica Sión de Josse |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | A-Baki, Ivonne |
| ALTERNATIVNAMEN | Juez Abuchakra de Abdel-Baki, Ivonne Leyla; Juez Abuchakra de Abdel-Baki, Ivonne; Juez de Baki, Leila Ivonne |
| KURZBESCHREIBUNG | ecuadorianische Diplomatin und Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 23. Februar 1951 |
| GEBURTSORT | Guayaquil |
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