Zum Inhalt springen

Otto Sendtner

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. März 2022 um 11:07 Uhr durch imported>MannyMannheimer182.
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Otto Sendtner (* 27. Juni 1813 in München; † 21. April 1859 in Erlangen in einer Nervenklinik) war ein bayrischer, deutscher Botaniker und Universitätsprofessor. Er gilt als Mitbegründer der zoenologischen Richtung der Pflanzengeographie. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „<templatestyles src="Person/styles.css" />Sendtn.

Leben

Otto Sendtner war ein Sohn des Schriftstellerehepaars Jakob Sendtner und dessen Frau Barbara „Betty“ Sendtner, Tochter des Verlegers Peter Philipp Wolf und Schwester der Malerin Louise Wolf. Zu seinen sechs Geschwistern gehörte auch Theodor von Sendtner.<ref name="Adolf Roth">Adolf Roth: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Siegmund v. Riezlers Vorfahren. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 22. Dezember 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.blf-online.de In: Der Familienforscher in Bayern, Franken und Schwaben. Band I, Heft 20, Dezember 1954, S. 300–301.</ref>

Er studierte nach dem Gymnasialabschluss 1830 am (heutigen) Wilhelmsgymnasium München<ref>Max Leitschuh: Die Matrikeln der Oberklassen des Wilhelmsgymnasiums in München, 4 Bde., München 1970–1976.; Bd. 3, S. 287.</ref> an der Universität München Naturwissenschaften. Einflussreicher Lehrer war Karl Friedrich Schimper. 1837 war er als Privatsekretär bei einem Gutsherrn in Schlesien angestellt und studierte in dieser Zeit die Kryptogamenflora des Sudetenlandes. Ab 1841 war er Konservator am herzoglich Leuchtenbergschen Naturalienkabinett in Eichstätt. 1842 gelang ihm die dokumentierte Erstbesteigung von Razor<ref>Razor : Climbing, Hiking & Mountaineering : SummitPost. In: summitpost.org. Abgerufen am 8. April 2017.</ref> und Kanin.<ref>Visoki Kanin / Monte Canin : Climbing, Hiking & Mountaineering : SummitPost. In: summitpost.org. Abgerufen am 8. April 2017.</ref> Ab 1843 unternahm Sendtner in Zusammenarbeit mit Mutius von Tommasini botanische Sammelreisen durch Istrien und Tirol, 1847 durch Bosnien. Im Jahre 1852 gelang Sendtner die erste dokumentierte Besteigung der Mädelegabel in den Allgäuer Alpen auf dem heutigen Normalweg.<ref>Ernst Zettler, Heinz Groth: Alpenvereinsführer – Allgäuer Alpen. 12., völlig neu bearbeitete Auflage. Bergverlag Rudolf Rother, München 1985, ISBN 3-7633-1111-4 (S. 204).</ref>

Ab 1854 war Sendtner außerordentlicher Professor, beim Amtsantritt Carl Wilhelm von Nägelis im Jahr 1857, der die Direktion des Gartens übernahm, wurde ein zweiter Lehrstuhl neu geschaffen, auf den Sendtner berufen wurde. Gleichzeitig wurde er auch 1. Konservator des Herbars der Universität München.

Sendtner war um die Klärung wichtiger biogeographischer Grundbegriffe bemüht, so z. B. um die Begriffe Standort, Region und Zone. Er charakterisierte die Vegetationsstufen aufgrund der vertikalen Verbreitung diagnostisch wichtiger Pflanzenarten.

„Die Pflanzen treten also selbst in die Reihe der die Standörtlichkeit zusammensetzenden und die Vegetationsform bedingenden Faktoren ein, und zwar ihre Körper sowohl als lebende wie als tote. Ihr Eintreten modifiziert die ursprünglich vorhandenen Bedingungen. Der Schatten und die Verwesungsprodukte greifen ein in Klima, Feuchtigkeit, Beschaffenheit der Nahrungsmittel und des Bodens.“<ref>Sendtner 1854, S. 439</ref>

Otto Sendtner ist der Autor der Erstbeschreibungen von weit über 200 Taxa, darunter etwa 150 Solanum-Taxa. Hinzu kommen noch zusammen mit anderen Botanikern vorgenommene Erstbeschreibungen, beispielsweise des Bunt-Schwingels Festuca bosniaca <templatestyles src="Person/styles.css" />Kummer & <templatestyles src="Person/styles.css" />Sendtner 1849 gemeinsam mit Ferdinand Kummer.

Seit 1835 war er Mitglied des Corps Bavaria München.<ref>Kösener Korps-Listen 1910, 170, 350.</ref> Sein Grab befindet sich in München auf dem Alten Südfriedhof.<ref>Max Joseph Hufnagel: Berühmte Tote im Südlichen Friedhof zu München. 4. Auflage. Zeke Verlag, Würzburg 1983, ISBN 3-924078-00-9, S. 86–87 Nr. 99 (Grabstelle 1-6-5).</ref>

Ehrungen

Nach Otto Sendtner wurden die Moosgattung Sendtnera <templatestyles src="Person/styles.css" />Endl.<ref name="Burkhardt_2018" /> und die Zeitschrift Sendtnera<ref>Sendtnera. In: botanischestaatssammlung.de. Botanische Staatssammlung;</ref> benannt.

Schriften (Auswahl)

  • mit Ferdinand Kummer: Enumeratio plantarum in itinere Sendtneriano in Bosnia lectarum, cum definitionibus novarum specierum et adumbrationibus obscurarum varietatumque. In: Flora, XXXII, Regensburg 1849, S. 1–10 (sectio prima) (Digitalisat) und 753–766 (sectio secunda) (Digitalisat)
  • Die Vegetations-Verhältnisse Südbayerns nach den Grundsätzen der Pflanzengeographie und mit Bezugnahme auf Landescultur. Literarisch-artistische Anstalt, München 1854 (941 S., Digitalisat)
  • Die Vegetations-Verhältnisse des Bayerischen Waldes nach den Grundsätzen der Pflanzengeographie (...). Nach dem Manuscripte des Verfassers vollendet von W. Gümbel und L. Radlkofer. Literarisch-artistische Anstalt, München 1860 (505 S., Digitalisat)

Einzelnachweise

<references> <ref name="Burkhardt_2018">Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5 doi:10.3372/epolist2018.</ref> </references>

Literatur

Weblinks

Vorlage:Hinweisbaustein