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Charles A. Noble

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Datei:20060622025DR Dresden-Weißer Hirsch Villa San Remo Bergbahnstraße 12.jpg
Charles Nobles Villa San Remo (links) in Dresden-Oberloschwitz

Charles Adolph Noble (* 6. September 1892 in Homberg (Efze) als Karl Adolf Spanknöbel; † 22. Mai 1983 in Watsontown, USA)<ref>Charles A. Noble in der Datenbank Find a GraveVorlage:Abrufdatum. </ref> war ein deutsch-amerikanischer Unternehmer im Bereich Fotografie und der Bruder des NS-Auslandsfunktionärs Heinz Spanknöbel. Karl Adolf Spanknöbel wanderte 1922 in die USA aus und erhielt 1931 die US-Staatsbürgerschaft; er änderte dort seinen Namen in Charles Adolph Noble. Mit seiner Ehefrau Hildegard, geb. Gerding (1897–1974), mit der er die Söhne John und George bekam, baute er in den USA ein Fotolabor auf.

Charles A. Noble erwarb 1938 die Dresdner Kamera-Werkstätten Guthe & Thorsch vom jüdischen Unternehmer Benno Thorsch, der im Gegenzug Nobles Detroiter Firma erwarb. So jedenfalls stellte es beschönigend die Familie Noble später dar. In Wahrheit handelte es sich um eine der vielen, für die deutschen Juden äußerst unvorteilhaften Arisierungen jener Zeit, die den Betroffenen in aufgeheizter politischer Stimmung wenig Wahlmöglichkeiten ließ.<ref>Vgl. Sonderausstellung über Benno Thorsch in den Technischen Sammlungen Dresden 2024.</ref>

Charles A. Noble erkannte, dass in der 35-mm-Spiegelreflexkamera die Zukunft der Fotografie lag, und ließ vom Ingenieur Alois Hoheisel die Praktiflex entwickeln.<ref>Klaus-Eckard Riess: The history of the KW 1919–1959: The birthplace of the Praktica. In: kl-riess.dk. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 19. Januar 2012; abgerufen am 11. September 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Praktiflex wurde auf der Leipziger Messe 1939 präsentiert. Während des Zweiten Weltkriegs produzierte Noble für das NS-Regime Rüstungsgüter.

Am 4. Juli 1945 wurden Charles A. Noble und sein im Unternehmen tätiger Sohn John H. Noble von der sowjetischen Geheimpolizei NKWD verhaftet. Charles A. Noble wurde zunächst in Dresden am Münchner Platz festgehalten und kam dann ohne Anklage oder Urteil ins Speziallager Nr. 1 Mühlberg. 1948 wurde das Lager aufgelöst und Noble kam ins Speziallager Nr. 2 Buchenwald. 1950 wurde er in das Zuchthaus Waldheim an die deutschen Behörden überstellt und in den Waldheimer Prozessen wegen „illegalen Grenzübertritts und Förderung des Naziregimes“ zu sieben Jahren Freiheitsentzug<ref name=":0">Häftling im KZ Mühlberg. In: Offenburger Tageblatt. 21. August 1952, S. 2.</ref> verurteilt. Sein Sohn John H. Noble wurde zur Zwangsarbeit in sibirischen Arbeitslagern deportiert. Charles A. Noble wurde 1952 als gebrochener Mann aus dem Zuchthaus entlassen.<ref>Winfried Sträter: Wie man die Hölle überlebt: John Noble – ein Amerikaner in sowjetischen Lagern. In: Deutschlandradio-Kultur-Sendung „Zeitreise“. 10. Mai 2006, abgerufen am 11. September 2024.</ref> Das hinderte ihn jedoch nicht daran, nach seiner Entlassung allen Ernstes gegenüber der bundesdeutschen Presse zu behaupten, er sei 1938 nur zur Kur aus den USA nach Deutschland gekommen und „durch die Kriegsereignisse festgehalten worden“.<ref name=":0" />

Der ehemalige sächsische Ministerpräsident Max Seydewitz (SED) behauptete seit 1955 in seinem Buch Die unbesiegbare Stadt, Vater und Sohn Noble hätten von der Villa San Remo in Dresden-Oberloschwitz die Bombardierung Dresdens vom 13. Februar 1945 gelotst.<ref>Die Noble-Legende. In: Verbannt und verleugnet. Förster, Dresden, 2004, abgerufen am 11. September 2024 (ISBN 3-00-013152-3. Wiedergegeben auf john-noble.de).</ref> Die Familie wurde enteignet, das Unternehmen war bereits 1946 konfisziert worden. Das Noble-Werk ging über den VEB Kamera-Werke Niedersedlitz im Unternehmen Pentacon auf.

In der Tageszeitung Dresdner Neueste Nachrichten wurde er im Jahr 2000 zu einem der „100 Dresdner des 20. Jahrhunderts“ gewählt.<ref>100 Dresdner des 20. Jahrhunderts. In: Dresdner Neueste Nachrichten. Dresden 31. Dezember 1999, S. 22.</ref>

Einzelnachweise

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