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Food-Fotografie

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Datei:Tourtière à la viande.jpg
Beispiel für Food-Fotografie im Studio: Das Licht wurde wie einfallendes Sonnenlicht am Abend simuliert; bewusst gesetzte Unschärfe im Vordergrund; die Accessoires wurden farblich passend zusammengestellt; Auswahl von feinstem Porzellan.

Als Food-Fotografie bezeichnet man die fotografische Abbildung vom einzelnen Lebensmittel (aus engl. „food“, zu deutsch: Lebensmittel, Essen) bis hin zu vollständigen Menüdarstellungen oder kompletten Inszenierung einer Kochsituation. Dabei ist ein Höchstmaß an Ästhetik für die Komposition des Fotos unabdingbar.

Anwendungen

Diese Art der Fotografie wird unter anderem für die Lebensmittelwerbung, die Bebilderung von Kochbüchern, Speisekarten, Rezeptdarstellungen im Internet, Verpackungsdesign und Menueboards für die Systemgastronomie gebraucht. Es handelt sich meist um Auftragsfotografie, allerdings werden auch künstlerische Ansätze umgesetzt.

Stil

Methoden

Datei:Foodfotografie photokina 20080925.jpg
Demonstration von Foodfotografie auf der Photokina 2008

Hauptanspruch an die Food-Fotografie ist die Inszenierung eines Nahrungsmittels bis hin zum Kunstwerk. Objekte können Früchte, Obst, Getränke, Gewürze oder zubereitete Gerichte sein.

Je nach Aufgabe werden die Lebensmittel und Zutaten entsprechend arrangiert und angerichtet. Dabei setzt der Auftraggeber bestimmte Zielvorgaben, zum Beispiel die Frische eines Lebensmittels herauszuarbeiten. Um die Frische zu suggerieren, wird z. B. eine Limonade mit Kondenswasser „veredelt“. Es gibt eine Reihe von Methoden, um ein Lebensmittel in seiner Ästhetik über die natürliche Anmutung hinaus zu inszenieren.

Bisweilen werden für die angestrebte Optik auch künstliche Massen eingesetzt, die gar nicht essbar sind. Beispiel dazu ist Rasierschaum aus der Spraydose, der als Schaumkrone auf einem Glas von frisch gezapftem Bier dient. Er bleibt bei der oftmals stundenlangen Foto-Session wesentlich länger in Form wie echter Bierschaum.<ref>Robert Kneschke: Stockfotografie-Quick-Tipp 4: Bierschaum haltbarer machen. In: Alltag eines Fotoproduzenten. 5. September 2017, abgerufen am 10. Dezember 2025.</ref>

Datei:Food Photography.jpg
Food-Fotografie auf dem Pike Place Market District in Seattle, Washington

Food-Design und -styling

Datei:Depth of field of the camera of an iPhone 6S in proximity to objects.jpeg
Wegen der geringen Aufnahmedistanz zum Objekt spielt die Schärfentiefe eine große Rolle, die auch bewusst zur Betonung bestimmter Objekte oder Bildteile eingesetzt wird. Im Bild sind die Kekskrümel im Vorder- und Hintergrund nahezu vollkommen unscharf.

Das Genre erfordert enorm viel Erfahrung und Wissen, so dass manchmal auch neben dem Fotografen ein Spezialist für das Food Styling in das Fotoshooting eingebunden wird.

Fast immer findet die Food-Fotografie im Studio unter den Aspekten der Tabletop-Fotografie statt. Erfahrungsgemäß nimmt die bildtechnische digitale Nacharbeit einen großen Anteil am Gesamtauftrag ein.

Als Food Design wird auch die Präsentation, Aufbereitung und Abbildung von Lebensmitteln zum Zweck der Werbung verstanden. Da echte Lebensmittel unter dem Lampenlicht der Fotografen nicht lange genug frisch aussehen oder beispielsweise ein Bierschaum zu schnell zusammenfällt, wird in der werblichen Darstellung von Lebensmitteln mit Hilfsmitteln gearbeitet, um die Lebensmittel und zubereiteten Gerichte wie frisch oder frisch serviert wirken zu lassen. Wegen der sprachlichen Nähe zu dem oben beschriebenen Produktentwicklungsprozess wird zunehmend häufig von Food Styling (ebenfalls englisch für Lebensmittelgestaltung) gesprochen.

Geschichte

Die Geschichte der Food-Fotografie reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. In Roger Fentons Decanter and Fruit aus dem Jahr 1860 sind noch starke Bezüge zum klassischen Stillleben zu erkennen. In den 1930er Jahren wurden Lebensmittel, wie in Edward Steichens Moth Balls and Sugar Cubes (Dress Fabric) von 1927, zu geometrisch abstrahierten Objekten.

1936 brachte Paul Outerbridge mit Avocado Pears zum ersten Mal Farbfotografie in die Kunst. Nicholas Murray verwendete bereits 1946 Hilfsmitteln wie Haarspray und Rasierschaum bei seinen Fotografien Food Spread, Daffodils für das McCalls-Magazin. Dies diente der Erhaltung von Ästhetik der Lebensmittel für den langen Einsatz aufgrund des zeitlichen Aufwands für die Fotografie.

Irving Penn arrangierte im Jahr 1977 mit Frozen Foods Lebensmittel erstmals skulptural. Hierbei wartete er für seine Fotografien den Taumoment ab und lässt die Farben der Gemüse – und Früchtewürfel aus Eis nur gerade so hervortreten. Nobuyoshi Araki provozierte 1993 mit seinen Food-Fotografien aus The Banquet, die eine unmittelbare sinnliche Obszönität erzeugen.<ref>Johannes: Vom Stillleben zum Foodporn: Food-Fotografie in der Retrospektive. In: lebensmittelmagazin. 8. Juli 2019, abgerufen am 19. Januar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Vorlage:Hinweisbaustein

Literatur

  • Food Art: Kunstwerke aus der Küche, by Ferran Adrià, Fotos v. Guillamet, Francesc, Hampp Verlag, 2010, ISBN 978-3-936682-89-2
  • Food Styling for Photographers: A Guide to Creating Your Own Appetizing Art, by Linda Bellingham, Jean Ann Bybee, Brad G. Rogers, Verlag Elsevier Science & Technology, 2008, ISBN 978-0-240-81006-5

Weblinks

Einzelnachweise

<references />