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Andreas Georg Berg

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Andreas Georg Berg (geboren 23. Mai 1959 in Wiesbaden) ist ein deutscher Fernsehjournalist und Lyriker. Einer seiner Arbeitsschwerpunkte ist das Thema jüdische Geschichte und Religion. Er verfasste in Zusammenarbeit mit Peter Waldmann auch den Text zur Grundsteinlegungsrolle für den Neubau der neuen Synagoge in Mainz.

Leben

Andreas Georg Samuel Berg studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Von Anfang 1987 bis Sommer 2022 war er als Fernsehjournalist beim SWF – heute SWR – in Mainz beschäftigt.<ref>andreas-berg.eu. Abgerufen am 12. September 2022.</ref> Neben seiner Tätigkeit als Kulturredakteur zählten die Themengebiete Jüdische Religion und Jüdische Geschichte zu seinen Arbeitsschwerpunkten. Als Featureautor und Regisseur hat er für den SWR, aber auch für die ARD Dokumentationen produziert, unter anderem über die Entstehung der neuen Mainzer Synagoge, über den Bergfilmpionier Arnold Fanck und über die frühen Wildwestkinoproduktionen in der Pfalz. Seit Juli 2022 arbeitet er freiberuflich als Schriftsteller, Filmemacher und Journalist. Seit seiner Studienzeit ist Andreas Berg auch als Lyriker hervorgetreten, seit 1980 erschienen vier Lyrikbände. 1979 gründete er die Gruppe Lyrik & Musik, mit der er ein musikalisches Rezitationsprogramm zu seinen Texten erarbeitete und in der er auch als Pianist mitwirkte. Bis zur Auflösung des Ensembles im Jahre 1984 wurden die Programme der Gruppe in Konzerten vorgestellt, unter anderem auch im Fernsehen. Eine Schallplatte erschien 1981. Außerdem veröffentlichte er Gedichte in verschiedenen Anthologien und Literaturjahrbüchern. 2015 erschien nach längerer Veröffentlichungspause sein erster Roman, ein zweiter folgte 2020. 2019 wurde er für seine literarischen Verdienste mit dem Kulturpreis des Rheingau Taunus-Kreises in der Sparte Literatur ausgezeichnet.

Andreas Berg ist Mitglied der jüdisch-arabischen Friedensinitiative Givat Haviva und war Teilnehmer an deutsch-israelisch-palästinensischen Autorenbegegnungen der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Heute lebt er im Rheingau und hat einen Zweitwohnsitz in der Nordwestpfalz.

Literarisches Werk

Seine Gedichte reflektieren das Leben mit seinen existenziellen Fragestellungen, den eigenen Schreibprozess, setzen sich aber auch mit seiner Verwurzelung im Judentum auseinander. Typisch für seinen Stil sind Ironie und Lakonie und das Spiel mit literarischen Zitaten. Im Nachwort zu seinem letzten Gedichtband Herr Dudens Klangkurtisanen oder Die Dichter gehen auf und ab und schweigen, verfasst von dem Germanistikprofessor Hermann Kurzke, wird er als Kenner der deutschen Literatur beschrieben, dessen Werk von Anspielungen durchzogen und von einer kryptischen und radikal verknappten Sprache geprägt seien.<ref>Nachwort zu Herr Dudens Klangkurtisanen oder Die Dichter gehen auf und ab und schweigen. 1992, ISBN 3-925192-81-6.</ref> Die Lyrikerin Hilde Domin würdigte die Texte von Andreas Berg anlässlich einer Lesung bei einem deutsch-israelisch-palästinensischen Schriftstellertreffen in Israel als tief empfunden und intelligent gemacht.<ref>„Literatur und Versöhnung“- Zweites deutsch-israelisch-palästinensisches Autorentreffen Givat Haviva (Israel). Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz, 1995.</ref> Nach langer literarischer Veröffentlichungspause erschien von Andreas Berg im Juli 2015 in der bei Luxbooks herausgegebenen Anthologie Gegend Entwürfe seine Erzählung Jerusalemblues oder: wie durch ein verstimmtes Klavier in einer Wohnung in Haifa ein Gedicht entstand, das er Hilde Domin widmete.<ref>Gegend Entwürfe. Luxbooks, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-939557-86-9.</ref> Im August 2015 folgte sein erster Roman Schabbat Schalom an der Seine – Rückblende einer verpassten Liebe.<ref>Schabbat Schalom oder Rückblende einer verpassten Liebe. E. Humbert-Verlag, Neu-Bamberg 2015, ISBN 978-3-939285-10-6.</ref> In verschiedenen Zeitungsrezensionen zum Roman werden die Auseinandersetzung mit dem Thema Religion<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Andreas Berg stellt seinen Roman „Schabbat Schalom an der Seine“ vor. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 2. August 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wiesbadener-kurier.de Wiesbadener Kurier, 2. Juli 2016</ref>, die kritische Auseinandersetzung mit der modernen Medienlandschaft<ref>Der Tod passt nicht zu ihm. In: Die Rheinpfalz, 24. November 2015</ref>, aber auch die Beschreibungen des Handlungsortes Paris<ref>Auf den Spuren einer Liebe in Paris. In: Die Rheinzeitung, Nr. 86, 13. April 2016</ref> positiv hervorgehoben. 2020 brachte der TZ-Verlag einen zweiten Roman des Autors heraus, mit dem Titel „Sommer 1934 oder wie der Führer mir meine erste Liebe ausspannte.“<ref>Andreas Berg: Sommer 1934 oder wie der Führer mir meine erste Liebe ausspannte. TZ-Verlag & Print GmbH, Roßdorf b. Darmstadt 2020, ISBN 978-3-940456-94-6, S. 256.</ref> Eine Geschichte, die dem untergegangenen Landjudentum in Deutschland ein Denkmal setzt. Der rote Faden des Buches ist eine Liebesgeschichte zwischen einem künstlerisch begabten jüdischen Gymnasiasten und einer Berliner Göre, der Nichte eines evangelischen Dorfpfarrers. Die Auswirkungen der Nürnberger Rassengesetze bringen die jungen Liebenden in große Gefahr. Das Werk auf jahrzehntelangen Recherchen und Forschungen zum jüdischen Leben in der Nordwestpfalz vor und zu Beginn der NS-Zeit.<ref>TZ-Verlag Buchshop. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Oktober 2020; abgerufen am 14. Oktober 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.tz-verlag.de</ref> Im März 2024 erschien bei der èdition trèves der Gedichtband „Die Sonne lügt ungeniert“.<ref>Verlag Kleine Schritte - Berg, Andreas. Abgerufen am 13. April 2024.</ref> Im Jahr 2024 folgte im gleichen Verlag der Kriminalroman Höllenritt im Hafenidyll, dessen Handlung im Rheingau und in Wiesbaden angesiedelt ist.<ref>Premierenlesung Rheingau-Krimi „Höllenritt im Hafenidyll“. Abgerufen am 7. Januar 2025.</ref> Der SWR sendete anlässlich der Neuerscheinung einen Fernsehbeitrag, der mit dem Autor in Wiesbaden-Schierstein und im Rheingau gedreht wurde.<ref>SWR Aktuell Rheinland-Pfalz: Sendung 19:30 Uhr vom 2.11.2024 - hier anschauen. Abgerufen am 7. Januar 2025.</ref>

Preise

  • „Madamer Krab“ – Kulturpreis (2002)
  • Probst Reinhard Becker Preis (2005)<ref>BDZV: Branchennachrichten. Abgerufen am 28. Mai 2020.</ref>
  • „Kulturpreis des Rheingau-Taunus-Kreises in der Sparte Literatur“ (2019)<ref>Sabine Stemmler-Heß: Vom Rhein bis an die Seine – Der Kulturpreisträger Andreas Berg. In: Jahrbuch Rheingau-Taunus-Kreis 2019. Rheingau-Taunus Kreis 2019.</ref><ref>VRM GmbH & Co KG: Kulturpreis geht nach Walluf - Wiesbadener Kurier. Abgerufen am 28. Mai 2020.</ref>

Publikationen

  • „Der abgebrochene Steg“ (1980)
  • „Schalloch in der Nebelwand“ (1982)
  • „Poesiebeton oder im Allgemeinen keine Elegien“ (1985)
  • „Herr Dudens Klangkurtisanen oder Die Dichter gehen auf und ab und schweigen“ (1992, Nachwort Hermann Kurzke)
  • „Schabbat Schalom oder Rückblende einer verpassten Liebe“, E. Humbert-Verlag (2015)
  • „Jerusalemblues oder: wie durch ein verstimmtes Klavier in einer Wohnung in Haifa ein Gedicht entstand, das Hilde Domin gewidmet wurde“, in Michael Au / Alexander Wasner (Hrsg.): „Gegend Entwürfe“, Luxbooks (2015)
  • „Sommer 1934 oder wie der Führer mir meine erste Liebe ausspannte“, edition-tz (2020)
  • „Die Sonne lügt ungeniert – Gedichte“, édition trèves (2024)
  • Höllenritt im Hafenidyll – Rheingau-Krimi, édition trèves (2024)

Außerdem regelmäßige und zahlreiche Veröffentlichungen in Anthologien und Literaturjahr-büchern wie „Mainzer Anthologie“, „Rheinland-Pfälzische Anthologie“, „Rheinland-Pfälzisches Jahrbuch für Literatur“, „Chaussée – Zeitschrift für Kultur und Literatur in der Pfalz“.

Filmographie Features und längere Dokumentationen (Auswahl)

Quellen

  • Brigitte Schellmann: Who’s Who in German. 1999/2000, ISBN 3-931230-09-0.
  • Josef Zierden: Literatur Lexikon Rheinland-Pfalz. 1998, ISBN 3-86099-458-1.
  • Kürschners Deutscher Literaturkalender [Ausgabe?!]

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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