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Zektzerit

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Zektzerit
Datei:Zektzerite-112541.jpg
Zartrosa Zektzeritkristalle auf weißem Albit vom Washington Pass, Golden Horn Batholith, Okanogan County, Washington
Allgemeines und Klassifikation
IMA-Nummer

1976-034<ref name="IMA-Liste" />

IMA-Symbol

Zek<ref name="Warr" />

Chemische Formel NaLiZr[Si6O15]<ref name="StrunzNickel" />
Mineralklasse
(und ggf. Abteilung)
Silikate und Germanate
System-Nummer nach
Lapis-Systematik
(nach Strunz und Weiß)
Strunz (9. Aufl.)
Dana

VIII/F.30-010

9.DN.05
66.03.04.02
Kristallographische Daten
Kristallsystem orthorhombisch
Kristallklasse; Symbol orthorhombisch-dipyramidal; 2/m2/m2/m<ref name="Webmineral" />
Raumgruppe CmceVorlage:Raumgruppe/64<ref name="StrunzNickel" />
Gitterparameter a = 14,33 Å; b = 17,35 Å; c = 10,16 Å<ref name="StrunzNickel" />
Formeleinheiten Z = 8<ref name="StrunzNickel" />
Physikalische Eigenschaften
Mohshärte ~6<ref name="Handbookofmineralogy" />
Dichte (g/cm3) gemessen: 2,79; berechnet: 2,8<ref name="Handbookofmineralogy" />
Spaltbarkeit vollkommen nach {100} und {010}
Farbe farblos bis zartrosa
Strichfarbe weiß
Transparenz durchscheinend
Glanz Glasglanz, Perlglanz
Kristalloptik
Brechungsindizes nα = 1,582
nβ = 1,584
nγ 1,584<ref name="Mindat" />
Doppelbrechung δ 0,002<ref name="Mindat" />
Optischer Charakter zweiachsig negativ
Weitere Eigenschaften
Besondere Merkmale hellgelbe Fluoreszenz unter kurzwelligem UV-Licht

Das Mineral Zektzerit ist ein sehr selten vorkommendes Kettensilikat aus der Tuhualithgruppe. Es kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung NaLiZr[Si6O15]<ref name="StrunzNickel" /> und entwickelt meist gut entwickelte Kristalle mit pseudohexagonalem, tafeligem bis prismatischem Habitus von weißer bis zartrosa Farbe bei weißer Strichfarbe.

Etymologie und Geschichte

Erstmals entdeckt wurde Zektzerit am „Washington Pass“ bei Golden Horn im Okanogan County, Washington. Erstmals beschrieben 1977 von Pete J. Dunn, Roland C. Rouse, Bart Cannon und Joseph A. Nelen, die das Mineral nach Jack Zektzer (* 1936) benannten, der den Wissenschaftlern das Mineral für ihre Forschungen zur Verfügung stellte.<ref name="Handbookofmineralogy" />

Klassifikation

In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz war der Zektzerit noch nicht aufgeführt.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VIII/F.30-010. Dies entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Ketten- und Bandsilikate“, wo Zektzerit zusammen mit Pellyit und Tuhualith eine unbenannte Gruppe mit der Systemnummer VIII/F.30 bildet.<ref name="Lapis" />

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte<ref name=IMA-Liste-2009 /> 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Zektzerit in die Klasse der „Silikate und Germanate“ und dort in die Abteilung „Ketten- und Bandsilikate (Inosilikate)“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Ketten- und Bandsilikate mit 6-periodischen Doppelketten“ zu finden, wo es zusammen mit Emeleusit und Tuhualith die „Tuhualithgruppe“ mit der Systemnummer 9.DN.05 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Zektzerit die System- und Mineralnummer 66.03.04.02. Das entspricht der Klasse der „Silikate“ und dort der Abteilung „Kettensilikate: Doppelte unverzweigte Ketten, W=2“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Kettensilikate: Doppelte unverzweigte Ketten, W=2 mit Ketten P>2“ in der „P=6 (Tuhualithgruppe)“, in der auch Tuhualith und Emeleusit eingeordnet sind.

Bildung und Fundorte

Zektzerit bildet sich als seltene Kristallfüllung in „Miarolen“, das heißt kleinen Hohlräumen innerhalb von Graniten oder Pegmatiten, wo er meist in Paragenese mit Aegirin, Astrophyllit, Elpidit, Mikroklin, Quarz, Riebeckit oder auch Zirkon anzutreffen ist.

Außer an seiner Typlokalität „Washington Pass“ bei Golden Horn im Okanogan County (Washington) in den USA, konnte das Mineral bisher (Stand: 2011) bisher noch bei Dara-i-Pioz im Alai-Gebirge in Tadschikistan und bei Del Salto in der chilenischen Provinz Aisén gefunden werden.<ref name="Mindat" />

Kristallstruktur

Zektzerit kristallisiert orthorhombisch in der Raumgruppe Cmce<ref name="RG_ehem_Ccma"> Die ehemalige Bezeichnung dieser Raumgruppe lautete Ccma. </ref> (Raumgruppen-Nr. 64)Vorlage:Raumgruppe/64 mit den Gitterparametern a = 14,33 Å; b = 17,35 Å und c = 10,16 Å sowie 8 Formeleinheiten pro Elementarzelle.<ref name="StrunzNickel" />

Verwendung

Für eine wirtschaftliche Nutzung als Rohstoff oder Schmuckstein ist Zektzerit zu selten und aufgrund seiner vollkommenen Spaltbarkeit auch zu empfindlich. Gelegentlich wird er aber für Sammler in verschiedene Formen geschliffen.<ref>Walter Schumann: Edelsteine und Schmucksteine. Alle Arten und Varietäten der Welt. 1600 Einzelstücke. 13. überarbeitete und erweiterte Auflage. BLV Verlags GmbH, München u. a. 2002, ISBN 3-405-16332-3, S. 228.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Paul Ramdohr, Hugo Strunz: Klockmanns Lehrbuch der Mineralogie. 16. Auflage. Ferdinand Enke Verlag, 1978, ISBN 3-432-82986-8, S. 735.

Weblinks

Einzelnachweise

<references> <ref name="Handbookofmineralogy"> Handbook of Mineralogy – Zektzerite (englisch, PDF 71 kB) </ref> <ref name="IMA-Liste"> Vorlage:IMA-Liste </ref> <ref name="IMA-Liste-2009"> Ernest H. Nickel, Monte C. Nichols: IMA/CNMNC List of Minerals 2009. (PDF; 1,9 MB) In: cnmnc.units.it. IMA/CNMNC, Januar 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 29. Juli 2024; abgerufen am 30. Juli 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="Lapis"> </ref> <ref name="Mindat"> Zektzerite bei mindat.org (engl.) </ref> <ref name="StrunzNickel"> Hugo Strunz, Ernest H. Nickel: Strunz Mineralogical Tables. 9. Auflage. E. Schweizerbart’sche Verlagsbuchhandlung (Nägele u. Obermiller), Stuttgart 2001, ISBN 3-510-65188-X, S. 651. </ref> <ref name="Warr"> </ref> <ref name="Webmineral"> Webmineral – Zektzerite (englisch) </ref> </references>