Michael Kutscheid
Michael Kutscheid (* 30. Januar 1923 in Gillenfeld; † 22. Februar 2009 in Trier) war ein deutscher Kommunal- und Landespolitiker (CDU).
Leben und Beruf
Kutscheid wuchs, als ältestes von neun Kindern, in einer landwirtschaftlichen Familie auf. Er besuchte zunächst die Volksschule in seinem Heimatort Gillenfeld, später die Berufsschule in Daun und die Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie in Trier. Von 1937 bis 1940 absolvierte er die Verwaltungslehre bei der Amtsverwaltung Gillenfeld. Nach dem Abschluss und kurzer Tätigkeit als Kassenangestellter in der Kommunalverwaltung zog er 1941 in den Reichsarbeitsdienst und als Soldat in den Zweiten Weltkrieg. Er geriet in US-amerikanische Gefangenschaft, aus der er im Oktober 1945 entlassen wurde. Nach der Entlassung arbeitete er zunächst im Landwirtschaftsbetrieb seiner Eltern und besuchte die Landwirtschaftsschule. 1947 kehrte er in den Kommunaldienst zurück und war zunächst Angestellter, später Beamter in der Amtsverwaltung Klüsserath. Dort blieb er bis zu seiner Wahl zum Bürgermeister 1957.
Politik
1950 wurde Kutscheid Mitglied der CDU und der Jungen Union. Von 1950 bis 1959 war er Kreisvorsitzender der JU Trier-Land. 1958 wurde er Kreisvorsitzender der CDU Saarburg, nach der Kreisreform war er bis 1981 Vorsitzender der CDU Trier-Saarburg, danach war er deren Ehrenvorsitzender. Daneben gehörte er dem Bezirksvorstand der CDU an und war seit 1981 Bezirksschatzmeister.
Kommunalpolitik
Er gehörte den Kreistagen der Landkreise Trier und Saarburg bzw. nach der Kreisreform dem Kreistag des Landkreises Trier-Saarburg an. Von 1966 bis 1974 war Fraktionsvorsitzender der CDU.
Am 1. September 1957 wurde Kutscheid zum Bürgermeister der Gemeinde Konz gewählt, welche am 6. Juni 1959 zur Stadt erhoben wurde. Ab dem 1. September 1960 war er auch Bürgermeister des Amtes bzw. ab 1968 der Verbandsgemeinde Konz und führte beide Ämter in Personalunion aus. In seiner Amtszeit setzte er sich für die wirtschaftliche Entwicklung und eine Reihe von Baumaßnahmen ein. Unter seiner Führung wurden 1969/70 mehrere Nachbarorte auf freiwilliger Basis eingemeindet. 1970 wurde er erneut zum Bürgermeister der Stadt und der ebenfalls vergrößerten Verbandsgemeinde gewählt. Am 15. Mai 1975 schied er aus dem Bürgermeisteramt aus, da es Landtagsabgeordneten aufgrund einer Neuregelung nicht mehr erlaubt war, zugleich ein hauptamtliches Bürgermeisteramt auszuüben.<ref name=":1">Traueranzeige der Stadt und der Verbandsgemeinde Konz. 26. Februar 2009, abgerufen am 27. April 2026.</ref>
Neben seinem Hauptamt bekleidete Kutscheid weitere ehrenamtliche Funktionen: 1973 wurde er Vorstandsmitglied des Gemeinde- und Städtebundes Rheinland-Pfalz, im Jahr darauf der Allgemeinen Ortskrankenkasse Trier-Saarburg. 1990 wurde er Sachverständiger in der Enquete-Kommission „Finanzierung kommunaler Einrichtungen“. Daneben gründete er 1969 den Kreisverband Trier-Saarburg der Lebenshilfe, war dort Vorstandsmitglied und von 1989 bis 2006 dessen Vorsitzender,<ref>Traueranzeige der Lebenshilfe Trier-Saarburg. 26. Februar 2009, abgerufen am 27. April 2026.</ref> außerdem Vorsitzender des Verwaltungsrats der Lebenshilfe-Behindertenwerkstätte Trier und des DRK-Ortsvereins Konz, stellvertretender Vorsitzender des DRK-Kreisverbands Trier-Saarburg und des Finanzausschusses des Deutschen Städte- und Gemeindebundes.
Landtag
Seit dem 18. Mai 1971 gehörte er dem Landtag von Rheinland-Pfalz an. Seit 1980 war er dort Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU-Fraktion. Zeitweise war er Vorsitzender des Haushalts- und Finanzausschusses, außerdem gehörte er den Untersuchungsausschüssen „Wein“ (9. WP) und „Parteispenden“ (10. WP) an. In der 11. Wahlperiode war er Alterspräsident und eröffnete am 3. Juni 1987 die konstituierende Sitzung des Landtags.<ref>1. Sitzung des Landtags Rheinland-Pfalz, Mittwoch, 3. Juni 1987. Abgerufen am 27. April 2026.</ref> Am 23. März 1990 nahm er letztmals an einer Landtagssitzung teil,<ref>76. Sitzung des Landtags Rheinland-Pfalz, Freitag, 23. März 1990. Abgerufen am 27. April 2026.</ref> am 15. April 1990 legte er sein Mandat offiziell nieder. Für ihn rückte Josef Reinert in den Landtag nach.
1984 gehörte er der 8. Bundesversammlung an.
Ehrungen
- 1977: Bundesverdienstkreuz am Bande
- 1983: Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
- 1983: St.-Sebastianus-Ehrenschild der Schützenbruderschaften
- 1986: Fördermedaille des Landesmusikverbands Rheinland-Pfalz in Gold
- 1988: Goldenes Feuerwehrehrenzeichen am Bande
- 1990: Großes Bundesverdienstkreuz
- Freiherr-vom-Stein-Plakette (Rheinland-Pfalz)
- Ehrenbrief des Landkreises Trier-Saarburg<ref name=":1" />
- Goldenes Ehrenzeichen der Lebenshilfe
- 1994: Ehrenbürger von Konz<ref name=":2">Volksfreund: Konzer Institution. 29. Januar 2008, abgerufen am 27. April 2026.</ref>
- 2007: Benennung eines Weges in Konz<ref name=":2" />
- Benennung der Rue Michael Kutscheid in Brienon-sur-Armançon, Partnergemeinde von Konz<ref name=":2" />
Weblinks
- Michael Kutscheid in der Rheinland-Pfälzischen PersonendatenbankVorlage:Abrufdatum
- Altbürgermeister Michael Kutscheid verstorben. Konz (Rathaus), 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Februar 2013 (Originalwebseite nicht mehr verfügbar).
- Unermüdlicher Schaffer. Nachruf. In: Trierischer Volksfreund. Abgerufen am 11. April 2020.
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kutscheid, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (CDU), MdL |
| GEBURTSDATUM | 30. Januar 1923 |
| GEBURTSORT | Gillenfeld |
| STERBEDATUM | 22. Februar 2009 |
| STERBEORT | Trier |
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- Landtagsabgeordneter (Rheinland-Pfalz)
- Bürgermeister (Landkreis Trier-Saarburg)
- CDU-Mitglied
- Konz
- Träger des Großen Bundesverdienstkreuzes
- Träger der Freiherr-vom-Stein-Plakette (Rheinland-Pfalz)
- Ehrenbürger im Landkreis Trier-Saarburg
- Deutscher
- Geboren 1923
- Gestorben 2009
- Mann