Hotel ohne Personal
Ein Hotel ohne Personal ist eine Beherbergungsvariante in der Hotelbranche. Diese Hotelvariante hat sich in den letzten Jahren sehr stark etabliert und ist bereits in vielen Ländern und Städten eine preiswerte Alternative zum normalen Hotelbetrieb.
Entstehungsgeschichte
Das Hotel ohne Personal wurde nach mehreren Pilotversuchen vor allem 2009 verstärkt eingeführt, als die Wirtschaftskrise starke Auswirkungen auf die Hotelbranche hatte. Ziel war es, hochwertig ausgestattete Zimmer für Geschäfts- und Städte-Reisende preiswerter anzubieten. Einsparpotential bot hier vor allem der Bereich der Personalkosten. Der Verzicht auf ein Frühstück oder weitere Verpflegung konnte in Gegenden verwirklicht werden, in denen es ausreichend Restaurants und Cafés in der Nachbarschaft gibt.<ref>Helga Schnehagen: Maschine ersetzt Mensch. In: Preußische Allgemeine Zeitung. 16. Oktober 2010, S. 21, abgerufen am 15. April 2020 (Folge 41).</ref>
Dieser Hoteltyp wird als Automatenhotel bezeichnet.<ref>Automatenhotel - Hotel ohne Personal. In: hotelier.de. 25. März 2020, abgerufen am 15. April 2020.</ref> Das vermeidet begriffliche Ungenauigkeit durch den Einsatz von Personal für Buchungs-, Reinigungs- und Wartungsarbeiten.<ref>Elmar Pfeiffer: Automatenhotel. In: Hotelwirtschaftliches Glossar. Januar 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. September 2017; abgerufen am 15. April 2020.</ref>
Ablauf
Der Bezug des Hotels erfolgt über einen Automaten am Eingang. Nach der Bezahlung mit Kredit- oder Debitkarte wird ein Zugangscode freigegeben, mit dem die Tür geöffnet werden kann und mit dem sich Getränke- und Snack-Automaten im Aufenthaltsraum bedienen lassen. Bei Vorbuchung wird der Zugangscode oftmals über SMS mitgeteilt. Für den Notfall gibt es eine Videoleitung mit Notruffunktion.
Erste Häuser
In Finnland waren es Häuser der finnischen Hotelkette Omena Hotels, unter anderem in der Hauptstadt Helsinki.<ref>Omena Hotels. In: omenahotels.com. Abgerufen am 15. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Hotelkette bietet Zimmer für bis zu vier Personen in schlichter Ausstattung. Die Zimmer mit Kochnische und Wasserkocher sowie Kühlschrank und Essecke werden online gebucht und bezahlt, den Zugangscode zum Haus erhält der Gast über SMS oder E-Mail. Die früheren Hotels der Kette in Stockholm und Kopenhagen sind nicht mehr geöffnet. Der Betreiber des Stockholmer Hotels ging im Februar 2015 in Konkurs.<ref>Tukholman Omenahotelli konkurssissa. In: kauppalehti.fi. Kauppalehti, 26. Februar 2015, abgerufen am 15. April 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Seit 2009 gibt es ein derartiges Hotel in Waldkirch in der Schweiz
Im Januar 2010 startete das Vasano-Hotel in Leipzig am Augustusplatz mit 18 Suiten „mit 5-Sterne-Ausstattung zum 4-Sterne-Preis“. Im April 2011 wurde das Hotel aus Markenschutzgründen in Abito Suites umbenannt.
Ein ähnliches Konzept hat die Hotelkette "Just Stay".
Im Jahr 2021 eröffnete in Düsseldorf das erste Automaten-Hotel der Marke Roatel. Dabei handelt es sich um aus gebrauchten ISO-Containern umgebaute Mini-Hotels in Autobahnnähe, vorwiegend für Berufskraftfahrer. Buchung und Bezahlung erfolgen online, das Mobiltelefon des Kunden fungiert via NFC-Chip als Schlüssel zum Öffnen des Hotelzimmers. Für Notfälle steht eine Hotline zum Personal zur Verfügung, das im Bedarfsfall die Zimmer aus der Ferne aufschließen kann.<ref>Bericht über Roatel. Abgerufen am 15. Januar 2026.</ref>
In Deutschland eröffnete im Mai 2024 mit dem Wandery Hostel in Dessau das erste Hostel mit 26 Zimmern ohne Rezeption. Gäste erhalten dort den Zugangscode ebenfalls vorab digital und können so unabhängig von festen Öffnungszeiten ein- und auschecken.<ref>Laura Ludwig: Ehemaliges Clubhostel in Dessau stellt sich mit anderen Namen neu auf. In: mz.de. 8. August 2024, abgerufen am 29. August 2025 (Bezahlschranke).</ref>
Einzelnachweise
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