Gethlingen
Gethlingen Gemeinde Hohenberg-Krusemark
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(28)&title=Gethlingen 52° 45′ N, 11° 54′ O
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| Höhe: | 27 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 3,22 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 28 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 9 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 1973 | |||||
| Eingemeindet nach: | Hindenburg | |||||
| Postleitzahl: | 39596 | |||||
| Vorwahl: | 039388 | |||||
Lage von Gethlingen in Sachsen-Anhalt
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Gethlingen ist ein Ortsteil der Gemeinde Hohenberg-Krusemark im Landkreis Stendal, Sachsen-Anhalt.<ref name="OT-LSA-2013" />
Geographie
Gethlingen, ein kleines altmärkische Straßendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt etwa 5 Kilometer nordwestlich von Hohenberg-Krusemark und 10 Kilometer südöstlich von Osterburg (Altmark) am Balsamgraben. Nördlich des Dorfes vereinigen sich Balsamgraben und Hufergraben zur Cositte.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref><ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Im Jahre 1254 wurde das Dorf Gethlingen als ville Getling erstmals erwähnt, als die Markgrafen Johannes und Otto von Brandenburg einen Teil des Dorfes Scudicz (wohl das heutige Schkeuditz) mit dem Dompropst Albert von Magdeburg tauschten.<ref name="Krabbo Regesten" /><ref name="Riedel-SB" /> Somit kam das Dorf vom Erzstift Magdeburg in die Landeshoheit der Mark Brandenburg. 1334 hieß es in villa dicta Getlingen.<ref name="HOB-12" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird der Ort als Gottinge und Gethlinghe aufgeführt.<ref name="Landbuch" /> Weitere Nennungen sind 1422 to Ghetlynghe, 1542 Getling und 1687 Geitling.<ref name="HOB-12" /> 1804 war Gethlingen ein Dorf mit zwei Gütern.<ref name="Bratring-1" />
Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: zwei Besitzungen über 100 Hektar hatten zusammen 327 Hektar, drei Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 81 Hektar. Es wurden die beiden Rittergüter mit zusammen 328,2 Hektar Landfläche enteignet. Im Jahre 1948 hatten aus der Bodenreform 36 Vollsiedler jeder über 5 Hektar und 4 Kleinsiedler jeder unter 5 Hektar Land erwerben können. Im Jahre 1953 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Freiheit“.
Eingemeindungen
Ursprünglich gehörten Dorf und Güter zum Arneburgischen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lagen sie im Kanton Arneburg auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörten Güter und Gemeinde ab 1816 zum Kreis Osterburg, dem späteren Landkreis Osterburg.<ref name="HOB-12" />
Am 30. September 1928 wurden der Gutsbezirk Gethlingen I und Gethlingen II mit der Landgemeinde Gethlingen vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg" /> Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Gethlingen aus dem Landkreis Osterburg in den Kreis Osterburg umgegliedert. Am 1. Januar 1973 wurde Gethlingen in die Gemeinde Hindenburg eingemeindet.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Mit der Eingemeindung von Hindenburg nach Hohenberg-Krusemark am 31. Dezember 2008 kam der Ortsteil Gethlingen auch zur neuen Gemeinde Hohenberg-Krusemark, die einen Tag später, am 1. Januar 2009 durch die Zusammenlegung mit Altenzaun entstanden war.<ref>StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009</ref>
Einwohnerentwicklung
Dorf / Landgemeinde / Gemeinde / Ortsteil
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Rittergüter / Gutsbezirke
| Jahr | Rittergut/Gut I | Rittergut/Gut II |
|---|---|---|
| 1798 | 30 | 17 |
| 1864 | 38 | 23 |
| 1871 | 34 | 19 |
| 1885 | 22 | 27 |
| 1895 | 35 | 37 |
| 1905 | 73 | 72 |
Quelle bis 1971, wenn nicht angegeben:<ref name="HOB-12" />
Religion
- Die evangelische Kirchengemeinde Gethlingen, die früher zur Pfarrei Hindenburg in der Provinz Sachsen gehörte,<ref name="Almanach1903" /> ist seit 1983 Teil des Kirchspiels Walsleben. Sie wurde 1997 in Kirchengemeinde Hindenburg eingegliedert und gehört damit heute zum Pfarrbereich Königsmark im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
- Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Gethlingen stammen aus dem Jahre 1889, ältere Angaben sind bei Hindenburg zu finden.<ref name="Machholz" />
- Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Politik
Gethlingen ist seit dem Jahre 2019 durch eine parteilose Einzelbewerberin im Gemeinderat von Hohenberg-Krusemark vertreten.<ref>Ingo Gutsche: Ein Duo überspringt 1000er-Marke. In: Stendaler Volksstimme. 28. Mai 2019, S. 16.</ref><ref>Ingo Gutsche: Bewerberin sieht Umsonst-Laden als großen Vorteil. In: Volksstimme, Lokalausgabe Osterburg. 23. November 2011 (auf volksstimme.de [abgerufen am 15. Februar 2020]).</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die evangelische Dorfkirche Gethlingen ist ein verputzter Fachwerkbau aus dem 17. Jahrhundert. Über ihrem Westteil erhebt sich ein schiefergedeckter kleiner Dachturm. Sie ist eine Nebenkirche der Kirche in Hindenburg.<ref name="Altmarkkirchen" /> Sie wurde anstelle einer alten spätromanischen Kapelle erbaut.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" />
- Der Ortsfriedhof befindet sich auf dem Kirchhof.
- Das Rittergut I und das Rittergut II stehen unter Denkmalschutz.
- In Gethlingen steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, ein Feldsteintorbogen mit Widmungsinschrift aus großen Metallbuchstaben und übergroßem Schwert.<ref name="Denkmalprojekt" />
Verkehr
- Im Jahre 2014 wurde die Ortsumfahrung der Landesstraße L 14 fertiggestellt.<ref>Andreas Puls: Schwerlaster machen Bogen um Gethlingen. In: Volksstimme, Lokalausgabe Osterburg. 28. November 2014 (auf volksstimme.de [abgerufen am 15. Februar 2020]).</ref> Passend zur bestehenden Allee auf der Landesstraße wurden im Jahre 2016 an der Umgehungsstraße „63 straßenbegleitende Winterlinden“ gepflanzt.<ref>Karina Hoppe: Hunderte Bäume für die Gethlinger. 30. November 2016 (auf volksstimme.de [abgerufen am 15. Februar 2020]).</ref>
- Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von stendalbus.<ref>Fahrplan der Linie 973. In: stendalbus. Abgerufen am 23. April 2021.</ref>
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Hohenberg-Krusemark. In: arneburg-goldbeck.de.
- Gethlingen im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="AB-RB-Magdeburg">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 213.</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Altmarkkirchen">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 23. April 2021.</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 294 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Denkmalprojekt">Gethlingen. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. April 2020, abgerufen am 23. April 2021.</ref>
<ref name="EW-2015">Doreen Schulze: Erstmals Zuwachs in Arneburg-Goldbeck. In: Volksstimme Stendal. 15. Januar 2016.</ref>
<ref name="EW-2018">Karina Hoppe: Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck verlor 2018 insgesamt 93 Einwohner. In: Volksstimme Stendal. 14. Februar 2019.</ref>
<ref name="EW-2021">Karina Hoppe: In die Einwohnerstatistik geschaut. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 22. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 21.</ref>
<ref name="EW-2023">Karina Hoppe: Erneut mehr Zuzüge als Wegzüge. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 1. Februar 2024, DNB 1047269554, S. 18.</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Krabbo Regesten">Hermann Krabbo: Regesten der Markgrafen von Brandenburg aus askanischem Hause. Hrsg.: Verein für Geschichte der Mark Brandenburg. 1. Lieferung. Duncker & Humblot, Leipzig 1910, S. 179–180, Nr. 777 (uni-potsdam.de).</ref>
<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg">Ernst Haetge: Der Kreis Osterburg (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 4). Hopfer, Burg bei Magdeburg 1938, DNB 361451652, S. 109–110.</ref>
<ref name="Landbuch">Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 370.</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Metzler-Poeschel">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="OT-LSA-2013">Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 114 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Königsmark. In: ekmd.de. Abgerufen am 26. März 2023.</ref>
<ref name="Riedel-SB">Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Supplementband. Band 5. Berlin 1865, S. 5 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>