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Stern-Steinbrech

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Stern-Steinbrech
Datei:Saxifraga stellaris 3.JPG

Stern-Steinbrech (Saxifraga stellaris) in Kärnten

Systematik
Eudikotyledonen
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Steinbrechartige (Saxifragales)
Familie: Steinbrechgewächse (Saxifragaceae)
Gattung: Steinbrech (Saxifraga)
Art: Stern-Steinbrech
Wissenschaftlicher Name
Saxifraga stellaris
L.

Der Stern-Steinbrech (Saxifraga stellaris <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Syn.: Micranthes stellaris <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Galasso, Banfi & Soldano), auch Sternblütiger Steinbrech genannt, ist eine in Deutschland und Österreich geschützte Pflanzenart aus der Gattung Steinbrech (Saxifraga) in der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae).

Beschreibung

Datei:Naturkamera-29154-steinbrech-stern-200809-800.jpg
Typische Blüte des Gewöhnlichen Stern-Steinbrechs (Saxifraga stellaris subsp. engleri)

Der Sternblütige Steinbrech ist eine ausdauernde Pflanze, die Wuchshöhen von 2 bis 30 Zentimeter erreicht.<ref name="HegiHuber1961" /> Sie wächst in dichten lockeren Rasen und bildet an den Ausläufern Blattrosetten aus. Der Stängel ist aufrecht und drüsig oder kahl. Die Grundblätter sind 50 Millimeter lang, 20 Millimeter breit, ei- bis keilförmig, fleischig, glänzend und spärlich behaart oder kahl. An der Spitze sind sie grob gezähnt. Sie sind allmählich in den Stiel verschmälert.<ref name="HegiHuber1961" />

Der Blütenstand ist eine Rispe mit 3 bis 15 langgestielten Blüten.<ref name="HegiHuber1961" /> Die Teilblütenstände stehen in den Achseln der oberen Laubblätter.<ref name="HegiHuber1961" /> Der Kelch besteht aus 5 (bis 8) länglich-lanzettlichen Kelchblättern. Sie sind 1,5 bis 5 Millimeter lang,<ref name="HegiHuber1961" /> rötlich und während der Blütezeit zurückgeschlagen und am Blütenstiel anliegend. Die 5 bis 6 Kronblätter sind 3 bis 7 Millimeter lang, lanzettlich und weiß, mit je zwei gelben Punkten am Grund. Sie sind am Grund kurz genagelt.<ref name="HegiHuber1961" /> Bei aufrechten Blüten sind alle Kronblätter gleich groß; bei geneigten Blüten sind die beiden nach außen ragenden Kronblätter größer als die anderen.<ref name="HegiHuber1961" /> Die 10 Staubblätter sind etwa halb so lang wie die Kronblätter. Die Fruchtblätter sind etwa zur Hälfte miteinander verwachsen. Die reifen Kapseln sind rundlich eiförmig, bauchig aufgeblasen und etwa 3 bis 8 Millimeter lang. Die Samen sind braun, leicht gekrümmt und spindelförmig, 0,5 Millimeter lang mit feinen Stachelwarzen in Längsreihen.<ref name="HegiHuber1961" /> Blütezeit ist von Juni bis September.

Der Stern-Steinbrech besitzt die Chromosomenzahl 2n = 28.<ref>Jaakko Jalas, Juha Suominen, Raino Lampinen, Arto Kurtto: Atlas florae europaeae. Band 12 (Resedaceae to Platanaceae), Helsinki 1999, ISBN 951-9108-12-2, S. 138–139.</ref>

Vorkommen

Der Sternblütige Steinbrech kommt von den Gebirgen Spaniens über die Alpen und Karpaten bis zum Apennin und zum Balkan montan bis subalpin in Quellfluren, an Bachufern und auf feuchtem Schutt in Höhenlagen von 1200 bis 3000 Meter vor. Die Art ist in den Alpen häufig. Sie gedeiht auf kühlen, sickernassen, mäßig nährstoffreichen, basenreichen, neutralen bis mäßig sauren, humosen, oft moosigen, steinig-sandigen Tonböden, auch auf reinen Steinböden. Sie ist ein Kaltwasserspezialist und gedeiht in Gesellschaften der Klasse Montio-Cardaminetea.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie am Nordgrat des Biberkopfs in Bayern bis zu 2420 m Meereshöhe auf.<ref name="Dörr und Lippert" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt & al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 4w+ (sehr feucht aber stark wechselnd), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 3 (schwach sauer bis neutral), Temperaturzahl T = 1+ (unter-alpin, supra-subalpin und ober-subalpin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 3 (subozeanisch bis subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Unterarten

Datei:Saxifraga stellaris subsp stellaris.jpg
Saxifraga stellaris subsp. stellaris in Wales
Datei:Saxifraga stellaris ssp. prolifera PID1925-2.jpg
Brut-Stern-Steinbrech (Saxifraga stellaris subsp. prolifera)

Der Stern-Steinbrach spaltet sich in drei Sippen auf:

  • Saxifraga stellaris subsp. stellaris (Syn: Micranthes stellaris <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Galasso, Banfi & Soldano subsp. stellaris<ref name="POWO" />): Sie kommt in Skandinavien, Großbritannien, Irland, Island, im Süden von Grönland und im äußersten Nordosten von Kanada vor. In Mitteleuropa kommt sie nicht vor.<ref name="HegiHuber1961" />
  • Brut-Stern-Steinbrech (Saxifraga stellaris subsp. prolifera <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sternb.) Temesy, Syn.: Micranthes stellaris var. prolifera <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sternb.) Gornall<ref name="POWO" />): Er trägt zusätzlich zu den Blüten oder anstelle der Blüten Brutknospen im Blütenstand. Er besitzt nur ein kleines Verbreitungsgebiet, ist also endemisch in den Gurktaler Alpen im Grenzgebiet der österreichischen Bundesländer Kärnten, Steiermark und Salzburg und in den Steiner Alpen Sloweniens. Er steigt am Zirbitzkogel bis 2350 Meter Meereshöhe auf.<ref name="HegiHuber1961" />
  • Gewöhnlicher Stern-Steinbrech (Saxifraga stellaris subsp. engleri <templatestyles src="Person/styles.css" />P. Fourn.; Syn.: Saxifraga stellaris var. hispida <templatestyles src="Person/styles.css" />Dalla Torre; Saxifraga stellaris var. robusta <templatestyles src="Person/styles.css" />Engl.,Saxifraga stellaris subsp. alpigena <templatestyles src="Person/styles.css" />Temesy, Micranthes stellaris subsp. robusta <templatestyles src="Person/styles.css" />(Engl.) Gornall<ref name="POWO" />): Er kommt weit verbreitet in den Gebirgen Süd- und Mitteleuropas von Spanien bis zu den Karpaten vor. In der Sierra Nevada erreicht diese Unterart sogar 3300 Meter Meereshöhe.<ref name="HegiHuber1961" />

Ökologie

Der Stern-Steinbrech kann noch völlig untergetaucht im Wasser in 50 cm Tiefe kräftig grüne Rasen bilden. Dort kann er dann allerdings nicht mehr blühen.

Der Stern-Steinbrech wird manchmal vom Pilz Synchytrium saxifragae befallen.<ref name="HegiHuber1961" />

Literatur

  • Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, ISBN 3-576-11482-3
  • Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen (Steinbachs Naturführer). Mosaik Verlag GmbH, München 1996, ISBN 3-576-10558-1.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.

Belege

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, IHW, Eching 2001, ISBN 3-930167-50-6, S. 648.</ref> <ref name="InfoFlora"> Saxifraga stellaris L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="HegiHuber1961">Gustav Hegi, Herbert Huber: Familie Saxifragaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 2, Seite 153–155. Verlag Carl Hanser, München 1961.</ref> <ref name="POWO">Datenblatt Micranthes stellaris bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Stern-Steinbrech – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Stern-Steinbrech – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen