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Jules Hoffmann

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Datei:Nobel Prize 2011-Press Conference KI-DSC 7529.jpg
Jules Hoffmann während der Nobelwoche 2011.

Jules Alphonse Nicolas Hoffmann (* 2. August 1941 in Echternach, Luxemburg) ist ein französischer Biologe luxemburgischer Abstammung und Professor an der Universität Straßburg. 2011 erhielt er gemeinsam mit Bruce Beutler und Ralph M. Steinman den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin.

Leben und Wirken

Hoffmann wuchs in Luxemburg auf. Er machte sein Abitur im Lycée de Garçons de Luxembourg. Ab 1961 studierte er an der Universität Straßburg Biologie und Chemie und erwarb dort 1969 bei Pierre Joly einen Doktor der Wissenschaften (docteur ès sciences). Seit 1964 war Hoffmann zudem als Forschungsassistent am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) in Straßburg, ab 1974 als Directeur de recherche.

Hoffmann beschäftigte sich mit Insekten und ihren Hormonen. Als Postdoktorand ging er zu Peter Karlson an die Philipps-Universität Marburg. 1978 erhielt Hoffmann in Nachfolge von Joly eine Professur für Zoologie und allgemeine Biologie in Straßburg. Er forschte insbesondere zum Stoffwechsel des Umwandlungshormons Ecdyson und zu dem Abwehrsystem von Fliegen, namentlich den Antiinfektiva, die von Fliegen synthetisiert werden und die zum Teil von einem Protein namens Toll aktiviert werden. Beim Menschen existieren ähnliche Proteine, die Toll-like Receptors genannt werden und eine wichtige Rolle bei der Unterscheidung des Immunsystems zwischen „selbst“ und „nicht-selbst“ spielen und Endotoxine binden können.<ref>Stefan H. E. Kaufmann: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Laudatio anlässlich der Verleihung des Robert-Koch-Preises. 15. November 2004 (PDF, 67 kB) bei robert-koch-stiftung.de; abgerufen am 28. Februar 2016. (Memento vom 28. Februar 2016 im Internet Archive)</ref>

1978 übernahm Hoffmann am CNRS die Leitung der Arbeitsgruppe „Immunantwort und Entwicklung bei Insekten“. 1994 wurde Hoffmann Direktor des Instituts für molekulare und zelluläre Biologie des CNRS, das auf dem Campus der Universität Straßburg gelegen ist.<ref>Jules Hoffmann bei interacademycouncil.net; abgerufen am 17. Februar 2011.</ref> Diese Position behielt er bis 2005.<ref>J. Hoffmann: Biographie (englisch) - Internationale Stiftung Preis Balzan. In: balzan.org. Abgerufen am 28. Februar 2016.</ref> Hoffmann war 2005/2006 und 2007/2008 Präsident der französischen Académie des sciences, deren Mitglied er seit 1992 ist.<ref name="academie" />

2011 erhielt er gemeinsam mit Bruce Beutler und Ralph M. Steinman den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Gewürdigt wurden Hoffmanns und Beutlers Entdeckungen über die Aktivierung der angeborenen Immunität.<ref name="nobel">The Nobel Prize in Physiology or Medicine 2011 bei nobelprize.org, 3. Oktober 2011 (englisch; abgerufen am 3. Oktober 2011).</ref> Hoffmann und Mitarbeiter zeigten in der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) modellhaft, wie das angeborene Abwehrsystem gegen Mikroben funktioniert.<ref>Scientific Background – Activation of the immune system Veröffentlichung des Nobelpreiskomitees, abgerufen am 18. März 2015.</ref><ref>B. Lemaitre, E. Nicolas, L. Michaut, J. M. Reichhart, J. A. Hoffmann: @1@2Vorlage:Toter Link/ac.els-cdn.comThe dorsoventral regulatory gene cassette spätzle/Toll/cactus controls the potent antifungal response in Drosophila adults (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2022. Suche im Internet Archive ). In: Cell. Band 86, Nr. 6, 20. September 1996, S. 973–983.</ref>

Hoffmann ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 1970 besitzt er die französische Staatsangehörigkeit.

Auszeichnungen (Auswahl)

Weblinks

Commons: Jules Hoffmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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