Orangerotes Habichtskraut
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| Orangerotes Habichtskraut | ||||||||||||
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| Datei:Hieracium aurantiacium.jpg
Orangerotes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Hieracium aurantiacum | ||||||||||||
| L. |
Das Orangerote Habichtskraut (Hieracium aurantiacum <templatestyles src="Person/styles.css" />L., Syn.: Hieracium brunneocroceum <templatestyles src="Person/styles.css" />Pugsley<ref name="rhs" />, Pilosella aurantiaca <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) F. W. Schultz & Sch. Bip.<ref name="rhs" />) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Habichtskräuter (Hieracium) in der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Sie ist in den gebirgigen Regionen Mittel-, Süd- und Westeuropas heimisch und wurde in andere Teile Europas sowie nach Nordamerika und Australien eingeschleppt.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Das Orangerote Habichtskraut ist eine mehrjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 60 Zentimetern erreicht. Die Art bildet sowohl ober- als auch unterirdische Ausläufer. Die aufrechten Stängel sind mit zahlreichen feinen 2 bis 4 Millimeter langen, dunklen Haaren besetzt und haben eine fein, aber rau behaarte Basis.<ref name="FoNA" /><ref name="InfoFlor" />
An der Stängelbasis befinden sich drei bis acht, gelegentlich auch mehr grundständige Laubblätter, während sich am Stängel keine oder ein, gelegentlich auch mehr Laubblätter befinden. Die Blattspreite ist bei einer Länge von 4,5 bis 16 Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 3,5 Zentimetern spatelförmig bis verkehrt-lanzettlich mit keilförmiger Spreitenbasis und spitz zulaufender Spreitenspitze. Die Spreitenränder sind ganzrandig. Sowohl die Blattunterseite als auch die Blattoberseite sind mit zahlreichen 1 bis 2 Millimeter langen, feinen dunklen Haaren besetzt.<ref name="FoNA" /><ref name="InfoFlor" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit erstreckt sich in Nordamerika von Mai bis Juni sowie von August bis September, während sie sich in der Schweiz von Juni bis August erstreckt. Der doldenartige Gesamtblütenstand enthält meist zwei bis sieben, gelegentlich auch zwölf oder mehr körbchenförmige Teilblütenstände. Der Blütenstandsschaft ist drüsig behaart. Das bei einer Länge von 0,6 bis 1 Zentimetern glockenförmige Involucrum enthält 13 bis 30, gelegentlich auch mehr an der Unterseite drüsig behaarte Hüllblätter. Die Blütenkörbchen enthalten 25 bis 120 oder mehr Zungenblüten. Die gelborange über orangen bis dunkel orangeroten Zungenblüten sind 1 bis 1,4 Zentimeter lang.<ref name="FoNA" /><ref name="InfoFlor" />
Die Achänen sind bei einer Länge von 1,2 bis 2 Millimetern säulenförmig. Der Pappus besteht aus 25 bis 30 weißen Borstenhaaren, die 3,5 bis 4 Millimeter lang sind.<ref name="FoNA" />
Chromosomenzahl
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, 27, 36, 45, 54, 63 oder 72.<ref name="Oberdorfer2001" />
Vorkommen
Das Orangerote Habichtskraut ist in den Gebirgen Mitteleuropas, Südeuropas und Nordeuropas in Höhen von 1100 bis 3000 Meter heimisch. In den Allgäuer Alpen steigt die Art an den Seeköpfen gegen das Laufbacher Eck in Bayern bis zu 2000 Meter Meereshöhe auf. In anderen Gebieten Mitteleuropas sowie in Nordamerika<ref name="FoNA" /> und den südöstlichen Teil Australiens<ref name="WiA" /> ist die Art verwildert.<ref name="Dörr und Lippert" /><ref name="Oberdorfer2001" />
Diese Pflanzenart bevorzugt leicht saure, nährstoffarme Magerrasen, Zwergstrauchheiden oder Weiden, ist kultiviert auch in Steingärten zu finden. Sie ist ursprünglich eine Charakterart des Verbands Nardion, kommt aber auch in Pflanzengesellschaften des Verbands Calamagrostion vor. Sie verwildert in mageren Parkrasen und tritt dann auch in Gesellschaften des Verbands Cynosurion auf.<ref name="Dörr und Lippert" /><ref name="Oberdorfer2001" />
Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3w (mäßig feucht aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 4 (hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 2+ (unter-subalpin und ober-montan), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />
Systematik
Die Erstbeschreibung als Hieracium aurantiacum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Band 2, Seite 801. Ein Synonym für Hieracium aurantiacum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. ist Pilosella aurantiaca <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) F.W. Schultz & Sch. Bip.<ref name="Tropicos" />
Man kann folgende Unterarten unterscheiden<ref name="Euro+Med" />:
- Pilosella aurantiaca <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) F.W. Schultz & Sch. Bip. subsp. aurantiaca
- Pilosella aurantiaca subsp. auropurpurea <templatestyles src="Person/styles.css" />(Peter) Soják (Syn.: Hieracium aurantiacum subsp. auropurpureum <templatestyles src="Person/styles.css" />Peter): Sie kommt in Frankreich, der Schweiz, Italien, Deutschland und Österreich vor.<ref name="Euro+Med" />
- Pilosella aurantiaca subsp. decolorans <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fr.) T.Tyler (Syn.: Hieracium decolorans <templatestyles src="Person/styles.css" />Fr.): Sie kommt in Norwegen, Schweden, Finnland, Russland, in Italien, Österreich, in der Schweiz, in der Slowakei und in Rumänien vor.<ref name="Euro+Med" />
Verwendung
Viele Gartenbesitzer schätzen die Pflanze als fleißig blühende Wildstaude, die hervorragend als Bodendecker geeignet ist. Der Geschmack ist leicht bitter, die Blütenknospen schmecken süßlich. Zusammen erinnern die Geschmacksstoffe an eine bittere Schokolade. Die Wirkung dieses Krautes wird als schleimlösend, harntreibend, antibiotisch, krampflösend und entzündungshemmend beschrieben. In der alten Kräuterkunde wird das Habichtskraut innerlich bei Durchfall, grippalen Infekten, Blasen- und Nierenentzündung, Wurmbefall und Nierensteinen eingesetzt, äußerlich zur Wundbehandlung und als Augenspülung.<ref name="druidenwerk"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Druidenwerk – Orangerotes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum ) ( vom 2. April 2015 im Internet Archive)</ref>
Nachweise
Literatur
- Xaver Finkenzeller: Alpenblumen, München 2003, ISBN 3-576-11482-3
- Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.
Einzelnachweise
<references> <ref name="InfoFlor"> Hieracium aurantiacum. In: Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. www.infoflora.ch, abgerufen am 3. Januar 2017 (deutsch). </ref> <ref name="FoNA"> </ref> <ref name="rhs"> The Royal Horticultural Society: "A-Z Encyclopedia of garden plants" </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Dörr und Lippert">Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 688. </ref> <ref name="Euro+Med"> Werner Greuter (2006+): Compositae (pro parte majore). – In: W. Greuter & E. von Raab-Straube (Hrsg.): Compositae. Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. Datenblatt Pilosella aurantiaca In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Tropicos"> Hieracium aurantiacum bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="WiA"> Hieracium aurantiacum. In: Weeds in Australia. www.environment.gov.au, abgerufen am 3. Januar 2017 (englisch). </ref> <ref name="InfoFlora"> Hieracium aurantiacum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>
Weblinks
- Orangerotes Habichtskraut. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum
- Orangerotes Habichtskraut. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Vorlage:BIB
- Thomas Meyer: Habichtskraut Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben)
- Bestimmungshilfen bei Bestimmungskritische Taxa zur Flora von Deutschland