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Stefan Kornelius

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Stefan Kornelius (2024)

Stefan Kornelius (* 3. Dezember 1965 in Weinheim) ist ein deutscher politischer Beamter und ehemaliger Journalist sowie Publizist. Er ist seit 2025 Sprecher der deutschen Bundesregierung und Chef des Presse- und Informationsamtes im Amt eines Staatssekretärs.<ref name=":0">SZ-Journalist Stefan Kornelius wird neuer Regierungssprecher. In: tagesschau.de. 29. April 2025, abgerufen am 7. Mai 2025.</ref> Von 2021 bis 2025 war er Ressortleiter Politik der in München erscheinenden Süddeutschen Zeitung und leitete dort zuvor ab 2000 das Außenpolitikressort.

Leben

Kornelius absolvierte von 1986 bis 1987 die Henri-Nannen-Schule in Hamburg und studierte anschließend bis 1991 Politik, Geschichte und Staatsrecht an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn und der London School of Economics and Political Science.<ref name="kress"/> 1986 gründete er gemeinsam mit Sebastian Turner, Annette Milz und Oliver Schrott die Fachzeitschrift Medium Magazin,<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Redaktion (Memento vom 15. Februar 2011 im Internet Archive)</ref> deren Chefredakteur er 1989 wurde.<ref>Wegpunkte. In: Medium Magazin. Abgerufen am 2. März 2016.</ref> Nach freier Mitarbeit für den Stern und die BBC<ref>Stefan Kornelius. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. Mai 2015; abgerufen am 17. September 2015.</ref> arbeitet Kornelius seit 1988 für die Süddeutsche Zeitung. Für die SZ war er von 1993 bis 1996 Korrespondent in Bonn, von 1996 bis 1999 Korrespondent in Washington, D.C. und anschließend stellvertretender Büroleiter in Berlin. Seit 2000 war Kornelius Ressortleiter Außenpolitik.<ref name="kress"/> Von 2021 bis 2025 war er Ressortleiter Politik.<ref name="kress">Stefan Kornelius. Abgerufen am 9. Juli 2015.</ref><ref>Stefan Kornelius - Süddeutsche Zeitung. Abgerufen am 19. September 2021.</ref><ref>Stefan Kornelius kressköpfe - Detail: kress.de. Abgerufen am 19. September 2021.</ref>

Seit 2008 moderiert er für die Körber-Stiftung in der Reihe Körber Debate Streitgespräche zu Themen der internationalen Politik.<ref>Körber-Debatte koerber-stiftung.de, abgerufen am 28. Oktober 2020.</ref>

Im Zuge der Bildung des Kabinetts Merz wurde Kornelius am 6. Mai 2025 Sprecher der deutschen Bundesregierung und Chef des Presse- und Informationsamtes im Amt eines Staatssekretärs.<ref name=":0" />

Kommentare und Positionen

In seiner Tätigkeit für die Süddeutsche Zeitung verfasste Kornelius zuletzt vor allem Meinungsbeiträge und Kommentare.

Seine Bewertung des historischen Erbes von Bundeskanzlerin Angela Merkel (im Amt von 2005 bis 2021) kam zu einem differenzierenden Urteil. Stärke und Schwäche zugleich sei Merkels abwartende Haltung gewesen, die große Schritte und Gesten ablehnte.<ref>Stefan Kornelius: Angela Merkel: Die Bewahrende. 7. Dezember 2021, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> In ihrer Person, der er einen „Zwang zur Mittlerrolle“ unterstellt, erkennt der Journalist den wichtigsten Faktor für den Bedeutungsgewinn Deutschlands in den entsprechenden Jahren.<ref>Süddeutsche de GmbH, Munich Germany: Die Krisenkanzlerin. 9. Juli 2021, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref>

Scharfe Kritik übte Kornelius an der Politik und dem Verhalten des US-Präsidenten Donald Trump. Angesichts dessen Drohungen gegen den Innenminister des Bundesstaates Georgia Ende 2020 forderte Kornelius, der Präsident müsse juristisch belangt werden.<ref>Stefan Kornelius: USA - Klagt Trump an! 4. Januar 2021, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Nach dem Sturm auf das US-Kapitol durch Anhänger des Präsidenten im Januar 2021 warnte der Journalist, Trump sei der Einsatz des Militärs im Inneren zur Sicherung seiner Macht zuzutrauen. Er befürwortete ein Amtsenthebungsverfahren gegen Trump in dessen letzten Tagen als 45. US-Präsident.<ref>Stefan Kornelius: Ein Reinigungsbad für die Demokratie. 12. Januar 2021, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Entsprechend begrüßte Kornelius die Politik Joe Bidens kurz nach dessen Amtsübernahme und sah in ihm den „Anti-Trump.“<ref>Stefan Kornelius: Biden macht den Trump in der US-Außenpolitik. 5. Februar 2021, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Im April 2023 begrüßte er eine erneute Kandidatur Bidens für eine zweite Amtszeit. Biden habe in der Wirtschaftspolitik eine positive Bilanz, verkörpere eine mehrheitsfähige Mitte, zudem sichere ihn ein starkes Regierungsteam vor etwaigen Schwächen aufgrund seines hohen Alters ab.<ref>Stefan Kornelius: Joe Biden kandidiert: Der Integrator für Partei und Land. 25. April 2023, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Im Oktober 2023 hingegen sah er Bidens Chancen durch außenpolitische Herausforderungen gefährdet.<ref>Stefan Kornelius: Joe Biden: Die Amerikaner wollen keinen Weltenretter. 20. Oktober 2023, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref>

Vor der Unberechenbarkeit des russischen Präsidenten Wladimir Putin warnte Kornelius vor der russischen Invasion der Ukraine im Februar 2022 mehrfach.<ref>Stefan Kornelius: Wladimir Putin: Die Rätsel des Kreml-Herren. 21. April 2021, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref><ref>Stefan Kornelius: Biden und Putin: Ein Konflikt um des Konflikts willen. 2. Januar 2022, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref><ref>Stefan Kornelius: Ukraine: Die Gefahr eines russischen Einmarsches steigt. 14. Januar 2022, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref><ref>Stefan Kornelius: Russland: Was hat Putin in der Ukraine vor? 22. Februar 2022, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref><ref>Stefan Kornelius: Russland und die Ukraine: die Hoffnung stirbt. 21. Februar 2022, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Im März 2022 bezeichnete er Putin in der SZ als schweren Kriegsverbrecher, mit dem man nicht verhandeln könne. Die russische Arme verursache vorsätzlich großes Leid in der Ukraine, welches in die Zuständigkeit des Internationalen Strafgerichtshofs fiele. Hier ergebe sich jedoch die Problematik der Nichtanerkennung des Gerichtshofs durch Russland und die USA: „Wer sollte Putin also zur Rechenschaft ziehen, wenn selbst die USA das völkerrechtliche Instrument stumpf lassen? Dieses Dilemma der internationalen Politik ist nicht neu, es hat jetzt nur eine gewaltige Dimension erreicht.“<ref>Stefan Kornelius: Ist Putin ein Kriegsverbrecher? Das Völkerrecht sagt ja. 17. März 2022, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref>

Kornelius befasste sich in Meinungsbeiträgen zudem mit dem Fall Julian Assange. Der Journalist warnte vor einem unterkomplexen Bild des australischen Aktivisten, sein Handeln entziehe sich einer schlichten Täter-Opfer-Unterscheidung. Den Vorwurf einer in diesem Fall politisierten Justiz befand Kornelius als absurd und warnte vor einer Mythologisierung des Australiers.<ref>Stefan Kornelius: Julian Assange: Ein Aktivist vor Gericht, aber kein Märtyrer. 11. April 2024, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Im Juli 2024 forderte er Assange zu Verhandlungen über eine Einigung mit den US-Justizbehörden auf.<ref>Stefan Kornelius: Assange: Jetzt ist es Zeit für einen Deal. 20. Mai 2024, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref>

Bezüglich des Nahostkonfliks bezeichnete Kornelius Trumps Abraham-Accord als „lächerliches Stück Diplomatie“, andererseits würden Joe Bidens Bemühungen um eine Zweistaatenlösung durch antiisraelische Stimmen in der Demokratischen Partei erschwert.<ref>Stefan Kornelius: Nahost: Joe Biden ist als Vermittler belastet. 18. Mai 2021, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel im Oktober 2023 betonte er Israels Recht auf Selbstverteidigung. Während er bezweifelte, ob sich die Ideologie der Terrororganisation wirklich nachhaltig besiegen ließe, konstatierte er: „Die Hamas muss, so weit möglich, militärisch zerstört werden. Im Nahen Osten ist Krieg und Gewalt seit jeher ein Machtfaktor, der nur durch Abschreckung und Wachsamkeit kontrolliert werden kann. Israel muss seine militärische Dominanz demonstrieren, wenn es nicht von einer Welle der Gewalt überrollt werden will.“<ref>Stefan Kornelius: Israels Bodenoffensive: Wohin führt der Krieg in Nahost? 15. Oktober 2023, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Mitte 2024 sah er die Regierung Nethanjahu am Ende ihrer Optionen und befürwortete Neuwahlen in Israel.<ref>Stefan Kornelius: Israel: Netanjahu hat seine Optionen erschöpft. 20. Juni 2024, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Nach der Tötung des Hisbollah-Funktionärs Hasan Nasrallah sprach Kornelius von einer Zäsur im Nahostkonflikt und sah den Moment für einen israelisch-palästinensischen Ausgleich gekommen. Eine „Architektur der Gerechtigkeit im Nahen Osten“ werde jedoch unter anderem von rechtsradikalen Elementen in der israelischen Regierung gehemmt.<ref>Stefan Kornelius: Nasrallah und Israel: Kann Netanjahu nun Frieden finden? 29. September 2024, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Kritik äußerte Kornelius in der Süddeutschen Zeitung an den vom Internationalen Strafgerichtshof erlassenen Haftbefehlen gegen Nethanjahu und Joaw Gallant.<ref>Stefan Kornelius: Haftbefehl gegen Netanjahu: Der wird keinen Frieden schaffen. 22. Mai 2024, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref><ref>Stefan Kornelius: Haftbefehl gegen Netanjahu: Deutschland steckt im Dilemma. 24. November 2024, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Im November 2024 formulierte er hierzu: „Der Strafgerichtshof hätte wissen müssen, dass er mit seinem Haftbefehl viele Staaten in ein unlösbares Dilemma stürzt und damit selbst Opfer einer Politisierung wird, die ihm schadet. Die Situation Netanjahus ist eben nicht so eindeutig wie der politisch und strafrechtlich eindeutige Fall eines Wladimir Putin, der souveräne Staaten in seiner Nachbarschaft mit einem Angriffskrieg terrorisiert.“<ref>Stefan Kornelius: Haftbefehl gegen Netanjahu: Deutschland steckt im Dilemma. 24. November 2024, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref> Die Antwort auf den Zielkonflikt der deutschen Bundesregierung, einerseits internationale Institutionen zu unterstützen und andererseits an besonderen Beziehungen zum Staat Israel festzuhalten müsse die nächste Bundesregierung finden.<ref>Stefan Kornelius: Haftbefehl gegen Netanjahu: Deutschland steckt im Dilemma. 24. November 2024, abgerufen am 16. Mai 2025.</ref>

Mitgliedschaften

Kornelius ist Mitglied der Atlantik-Brücke<ref>Journalismus aus der Anstalt. Abgerufen am 29. September 2015.</ref> und moderiert dort Veranstaltungen.<ref>"Mapping Out Security Policy Strategies for the Transatlantic Partnership" - Diskussion mit hochrangigen Sicherheitsberatern. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 30. September 2015; abgerufen am 29. September 2015.</ref>

Er ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP), einem Netzwerk und einer Denkfabrik für Außenpolitik.<ref>Journalismus aus der Anstalt. Abgerufen am 17. Oktober 2015.</ref>

Kornelius gehört darüber hinaus dem Beirat der Bundesakademie für Sicherheitspolitik (BAKS) an,<ref>Über uns – Der Beirat</ref> einer ressortübergreifenden Weiterbildungsstätte<ref>Bundesministerium der Verteidigung (2006) (Hrsg.): Weißbuch 2006 zur Sicherheitspolitik Deutschlands und zur Zukunft der Bundeswehr, Berlin, 127</ref> der Bundesrepublik Deutschland auf dem Gebiet der Sicherheitspolitik.<ref>Uwe Krüger: Wie Alphajournalisten die politische Debatte bestimmen, Blätter für deutsche und internationale Politik, August 2016</ref><ref>Streitkräftebasis. Abgerufen am 9. Mai 2021.</ref>

Er ist auch Mitglied des Deutsch-Russischen Forums<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 27. Juni 2013 im Internet Archive)</ref> und Jury-Mitglied beim Arthur F. Burns Preis.<ref>Der Arthur F. Burns Preis. Abgerufen am 17. Oktober 2015.</ref>

Kornelius gehört dem Kuratorium des Münchener Kammerorchesters an.<ref>Münchner Kammerorchester e. V. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 18. Februar 2016; abgerufen am 2. März 2016.</ref>

Preise und Auszeichnungen

1991 erhielt er den Axel-Springer-Preis für Nachwuchsjournalisten für den Artikel Hitler und Stalin als Untermieter.<ref>reporter-forum.de</ref>

2003 war er mit Clemens Wergin Preisträger des George F. Kennan Kommentar-Preises, der seit 2001 jährlich vom Verein Internationale Journalisten-Programme e. V. (IJP) für „die beste transatlantische Berichterstattung in Kommentarform“ verliehen wird.<ref>Der George F. Kennan Kommentar-Preis. Abgerufen am 17. Oktober 2015.</ref> Preisgekrönt wurde sein Kommentar Die Kunst der Kriegsvermeidung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />icfj.org (Memento vom 2. März 2014 im Internet Archive)</ref>

2007 erhielt er gemeinsam mit Georg Mascolo den Karl-Klasen-Journalistenpreis.<ref>Zitate. Abgerufen am 17. Oktober 2015.</ref>

2009 verlieh ihm die Jury des Medium Magazins unter der Auszeichnung „Journalist des Jahres“ einen Sonderpreis für seinen Bericht über den Luftangriff bei Kundus.<ref name="mediummagazin.de">mediummagazin.de</ref> In seiner Laudatio erklärte Journalist und Jury-Mitglied Wolfgang Kaden, dass Kornelius durch die Veröffentlichung der Inhalte des geheimen ISAF-Berichts der innenpolitischen Debatte über den Bundeswehr-Einsatz am Hindukusch eine Wende gegeben habe.<ref name="mediummagazin.de"/>

Kontroversen

Kornelius’ Vernetzung mit Thinktanks und politischen Eliten wurde am 29. April 2014 von der Satiresendung Die Anstalt kritisch dargestellt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Archivierte Kopie (Memento vom 2. Mai 2014 im Internet Archive)</ref> Der Satirebeitrag stützte sich auch auf Uwe Krüger.<ref>Ingo Rentz: Warum die „Zeit“ gegen „Die Anstalt“ vorging. In: Horizont. 30. Juli 2014, abgerufen am 2. März 2016.</ref> Dieser hatte in seiner im Oktober 2011 angenommenen Dissertation über den Einfluss von Eliten auf Leitmedien im Zeitraum 2002 bis 2009<ref>Ronnie Grob: In und mit der Elite. In: Medienwoche. 7. März 2013, abgerufen am 2. März 2016.</ref> Kornelius zu den am stärksten vernetzten Journalisten gezählt, der bei den Themen Sicherheit, Verteidigung und Auslandseinsätze der Bundeswehr den Diskurs der Eliten abgebildet, ihre Argumente verbreitet und für mehr militärisches Engagement geworben habe. Das vermittelte Bild von Bedrohungen und Konflikten habe offiziellen militärpolitischen Doktrinen entsprochen.<ref>Uwe Krüger: Meinungsmacht. Der Einfluss von Eliten auf Leitmedien und AlphaJournalisten - eine kritische Netzwerkanalyse. Halem, Köln 2013, ISBN 978-3-86962-070-1, zugleich Dissertation Universität Leipzig, 2011.</ref> Nach Krüger wies das Netzwerk von Kornelius deutliche Übereinstimmungen mit den Netzwerken von Klaus-Dieter Frankenberger, Josef Joffe und Michael Stürmer auf.<ref>Die Nähe zur Macht. Abgerufen am 9. Mai 2021.</ref>

In einem Interview mit dem ZAPP-Autor Daniel Bröckerhoff (NDR) vom 14. Mai 2014 gestand Kornelius Fehler bei der Transparenz ein, verteidigte aber seine Mitgliedschaften in Institutionen, da dies zu seinem Geschäft als Journalist gehöre. Er bilde sich seine Meinung eigenständig und vertrete nicht die Meinungen dieser Institutionen. Für die journalistische Mitwirkung in politischen Institutionen zog er die Grenze bei der Politikberatung. Die Auseinandersetzung mit ihm und den Leitmedien im Ganzen kritisierte er als überzogen und im Ton unangemessen. Eine besondere Rolle in der Kritik an den Leitmedien wies er der Forschungsarbeit Uwe Krügers zu. Krügers These, der Einfluss von Eliten bestimme die journalistische Arbeit von Leitmedien und Alpha-Journalisten, wies er als unbegründet zurück.<ref>Daniel Bröckerhoff: Es ist Teil meines Geschäfts. In: NDR. 14. Mai 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 17. Mai 2014; abgerufen am 2. März 2016 (Video nicht verfügbar).</ref><ref>Video zur ZAPP-Sendung vom 14. Mai 2014. Abgerufen am 2. März 2016.</ref>

Seine Beiratstätigkeit bei der Bundesakademie für Sicherheitspolitik empfinde er als „ein Stück gesellschaftlicher Verpflichtung, der er als Staatsbürger und Steuerzahler nachkomme.“<ref>Journalismus aus der Anstalt, Cicero, 7. August 2014</ref>

In einem Interview im August 2014 bezeichnete Kornelius die Arbeit Krügers als „politische Kritik im Gewand einer wissenschaftlichen Arbeit“. Er kritisierte die geringe Anzahl an untersuchten Texten und beschrieb die Auswahl der untersuchten Journalisten als politisch motiviert.<ref>Petra Schwegler: "Nähe bedeutet nicht Verbrüderung": SZ-Replik auf Lobby-Studie. In: W&V. 6. August 2014, abgerufen am 2. März 2016.</ref> Der Chefredakteur der ZEIT, Bernd Ulrich, merkte dagegen in seinem Buch Sagt uns die Wahrheit (2015) an, dass diese transatlantischen Netzwerke „Transmissionsriemen für die amerikanische Denkart in der Außenpolitik“ seien. „Durch dieses journalistische Eingebettetsein“ habe „die außenpolitische Debatte hierzulande zuweilen einen merkwürdigen amerikanischen Akzent (…). Das spüren auch jene, die von der Atlantik-Brücke gar nichts wissen, und das macht sie misstrauisch. Insofern sind auch die Journalisten in der Bringschuld, wenn es um einen neuen realistischen und ehrlichen Diskurs in der Außenpolitik geht und darum, Leservertrauen zurückzugewinnen.“ (S. 47 f.).

Nach Kornelius' Übernahme des Postens des Regierungssprechers unter Bundeskanzler Friedrich Merz im Mai 2025 wurden ähnliche Vorwürfe wiederholt.<ref>Steffen Grimberg: Regierungssprecher Stefan Kornelius: Die Verführung der Macht. In: Der Freitag. ISSN 0945-2095 (freitag.de [abgerufen am 14. Mai 2025]).</ref> In der taz wurde etwa vermerkt, Kornelius sei für sein neues Amt gerade daher perfekt geeignet, da er durch seine zahlreichen Mitgliedschaften bereits Erfahrung im Bereich „Propaganda“ habe.<ref>Pauline Jäckels: Stefan Kornelius als Regierungssprecher: Der perfekte Mann für den Job. In: Die Tageszeitung: taz. 1. Mai 2025, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 14. Mai 2025]).</ref>

Schriften

  • Al Gore – Mission Klima: Sein Leben – seine Ziele. Herder, 2007, ISBN 978-3-451-03020-8.
  • Der unerklärte Krieg. Deutschlands Selbstbetrug in Afghanistan. Hamburg 2009, ISBN 978-3-89684-138-4.
  • Deutsche Soldaten im Krieg. Fackelträger, 2010, ISBN 978-3-7716-4459-8.
  • Barack Obama: Aufstieg, Krise, zweite Chance. Süddeutsche Zeitung, München 2012, ISBN 978-3-86497-113-6.
  • Angela Merkel. Die Kanzlerin und ihre Welt. Hoffmann und Campe, Hamburg 2013, ISBN 978-3-455-50291-6.
    • englisch: Angela Merkel: The Chancellor and her World. The Authorized Biography, Croydon: Alma Books 2013.

Weblinks

Commons: Stefan Kornelius – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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