Zum Inhalt springen

Amphibrachys

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. Dezember 2025 um 22:41 Uhr durch imported>Niels Wrschowitz (falscher Titel).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Amphibrachys ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); Plural Amphibrachys<ref>Duden-Eintrag Amphibrachys</ref> oder auch Amphibrachien) bezeichnet in der antiken Verslehre einen einfachen, dreigliedrigen Versfuß, bei dem zwei Kürzen eine Länge umschließen nach dem Schema ◡—◡.

Als eigenständiger Versfuß ist der Amphibrachys sowohl in der antiken als auch in der modernen Dichtung sehr selten, obwohl er als Wortfuß zum Beispiel im Deutschen häufig ist („entstanden“, „gelaufen“ etc.), da ein amphibrachyscher Vers auch anapästisch oder daktylisch interpretiert werden kann. Beispiel:

◡—◡ˌ◡—◡ˌ◡—◡ (amphybrachisch)
◡—ˌ◡◡—ˌ◡◡—ˌ◡ (hyperkatalektisch akephal anapästisch bzw. Jambus gefolgt von Anapästen)
◡ˌ—◡◡ˌ—◡◡ˌ—◡ (katalektisch daktylisch mit Auftakt)

Daher kann in der modernen Lyrik von einem Gebrauch des Amphibrachys sinnvoll nur dann gesprochen werden, wenn eine Absicht der Nachbildung des antiken Maßes angenommen werden kann. Belege finden sich vereinzelt im Deutschen bei Johann Wolfgang Goethe, Friedrich von Matthisson, Ernst Moritz Arndt, Conrad Ferdinand Meyer (Chor der Toten) sowie im Englischen bei Byron (Song of the Soldiers within).

Als Beispiel für ein Gedicht mit amphibrachyschem Rhythmus sei das Parzenlied Goethes aus der Tragödie Iphigenie auf Tauris zitiert:<ref>Goethe: Iphigenie auf Tauris IV,5 (online)</ref>

Es fü̱rchte die Gö̱tter
Das Me̱nschengeschle̱cht!
Sie ha̱lten die He̱rrschaft
In e̱wigen Hä̱nden,
Und kö̱nnen sie bra̱uchen,
Wie’s i̱hnen gefä̱llt.

Die Verse 2 und 6 sind katalektisch.

Der bei einer (unerwünschten) Zäsur im Hexameter nach dem vierten Trochäus (gr. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), siehe Hermannsche Brücke) verbleibende Teil wird auch als Amphibrachienschaukel bezeichnet:

◡◡◡◡◡◡—◡ ‖ ◡—◡◡—◡

Literatur

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang Zweigliedrig: Pyrrhichius ◡◡ • Trochäus —◡ • Jambus ◡— • Spondeus ——

Dreigliedrig: Tribrachys ◡◡◡ • Daktylus —◡◡ • Amphibrachys ◡—◡ • Anapäst ◡◡— • Bacchius ◡—— • Kretikus —◡— • Antibacchius ——◡ • Molossus ———

Viergliedrig: Prokeleusmatikos ◡◡◡◡ • Päon 1: —◡◡◡ 2: ◡—◡◡ 3: ◡◡—◡ 4: ◡◡◡— • großer Ionikus ——◡◡ • Antispast ◡——◡ • kleiner Ionikus ◡◡—— • Chorjambus —◡◡— • Ditrochäus —◡—◡ • Dijambus ◡—◡— • Epitrit 1: ◡——— 2: —◡—— 3: ——◡— 4: ———◡ • Dispondeus ———— Fünfgliedrig: Thymelicus◡———◡ Vorlage:Klappleiste/Ende