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Purpur-Meier

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Purpur-Meier
Datei:Galium purpureum PID1149-1.jpg

Purpur-Meier (Asperula purpurea)

Systematik
Unterfamilie: Rubioideae
Tribus: Rubieae
Untertribus: Rubiinae
Gattung: Meier (Asperula)
Sektion: Thliphthisa
Art: Purpur-Meier
Wissenschaftlicher Name
Asperula purpurea
(L.) Ehrend.
Datei:Flora Graeca, Volume 2.djvu
Asperula purpurea subsp. apiculata (als Galium apiculatum), Illustration aus J. Sibthorp & J. E. Smith: Flora Graeca. Band 2, Tafel 128

Der Purpur-Meier (Asperula purpurea) oder auch Purpur-Labkraut<ref name="SysTax Asperula purpurea" /> und Purpur-Waldmeister<ref name="WFl CH Asperula purpurea" /> genannt, ist eine im südlichen Europa heimische Pflanzenart der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Die Art wird seit 2020 auch als Thliphthisa purpurea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) P.Caputo & Del Guacchio in die Gattung Thliphthisa gestellt.<ref name="POWO" />

Datei:Asperula purpurea kz03.jpg
Habitus

Beschreibung

Der Purpur-Meier wächst als krautige, am Grund verholzte<ref name="Hegi6-1" /> Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimeter. Die aufsteigenden bis aufrechten, stark verzweigten,<ref name="Hegi6-1" /> in den unteren Bereichen schwach vierkantigen Stängel tragen kurze, mehr oder weniger gekrümmte Haare. Die Internodien der Stängel sind deutlich länger als die Blätter. In einem Quirl stehen (zwei bis) meist sechs bis zehn Blätter zusammen. Es gibt immer einige Blattquirle mit mehr als 4 Blättern.<ref name="Schmeil und Fitschen2024" /> Die an den Rändern rauen Blätter sind schmal lanzettlich bis fadenförmig geformt.<ref name="FE4" />

Die (1 bis) 2 bis 4 (bis 7) Millimeter langen Blütenstiele sind dünn und oft zurückgebogen und stehen in der Achsel gekielter, an den Rändern bewimperter, am Grund kurz verwachsener Tragblätter. Die 0,8 bis 1,6 Millimeter lange Krone ist von leicht becherförmiger bis mehr oder weniger radförmiger Gestalt und am Grund zu einer 0,1 bis 0,3 Millimeter langen Röhre verwachsen. Die vier Kronzipfel sind 0,7 bis 1,3 Millimeter lang, eiförmig oder dreieckig und bespitzt. Der Griffel ist meist kürzer als der Fruchtknoten und trägt eine kugelförmige Narbe. Die etwa 2 Millimeter langen Früchte besitzen eine glatte Oberfläche.<ref name="FE4" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" />

Vorkommen

Asperula purpurea besiedelt besonnte Fels- und Schutthänge<ref name="Hegi6-1" /> an der Südseite der Alpen und in den Gebirgen der Apenninen- und der Balkanhalbinsel<ref name="Hegi6-1" />. Im deutschen Sprachraum kommt sie nur in Südtirol häufiger vor, erreicht aber in Österreich auch noch Kärnten und die südliche Schweiz, wo sie schwerpunktmäßig im Tessin vorkommt<ref name="WFl CH Asperula purpurea" />.

Systematik

Der Purpur-Meier wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum<ref name="SpPl" /> als Galium purpureum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. erstveröffentlicht. Erst 221 Jahre später erkannte Friedrich Ehrendorfer die Zugehörigkeit der Art zu Asperula und veröffentlichte 1974 die gegenwärtig akzeptierte Umkombination Asperula purpurea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Ehrend.<ref name="Ehrendorfer1974" /> Ein weiteres Synonym ist Crucianella purpurea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Honck.<ref name="CatoL Asperula purpurea" />

Asperula purpurea wird innerhalb der Gattung Asperula <templatestyles src="Person/styles.css" />L. in die Sektion Thliphthisa <templatestyles src="Person/styles.css" />(Griseb.) Ehrend. gestellt.<ref name="FE4" /> Die Gattung steht im Tribus Rubieae<ref name="Soza Olmstead" /> der Unterfamilie Rubioideae <templatestyles src="Person/styles.css" />Verdc. aus der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae).

Die Art Asperula purpurea wird in zwei Unterarten unterteilt, die beide eine Chromosomenzahl von 2n = 22 besitzen<ref name="FE4" />:

  • Asperula purpurea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) Ehrend. subsp. purpurea (Syn.: Thliphthisa purpurea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) P.Caputo & Del Guacchio subsp. purpurea): Sie erreicht Wuchshöhen von (15 bis) 20 bis 50 (bis 60) Zentimeter und besitzt Stängel mit gekrümmten Haaren. Die 10 bis 20 × 0,4 bis 1 Millimeter großen, in Wirteln zu (6 bis) 7 bis 10 (bis 11) stehenden, schmal linealischen bis fadenförmigen Blätter sind allmählich zugespitzt, der Rand ist deutlich nach unten gerollt. Die Krone ist meist purpurn und manchmal gelblich, die Kronzipfel deutlich bespitzt und fast immer kahl. Diese Unterart kommt im gesamten Verbreitungsgebiet der Art außer auf der südwestlichen Balkanhalbinsel vor.<ref name="FE4" />
  • Asperula purpurea subsp. apiculata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sm.) Ehrend. (Syn.: Thliphthisa purpurea subsp. apiculata <templatestyles src="Person/styles.css" />(Sm.) P.Caputo & Del Guacchio): Sie erreicht Wuchshöhen von (5 bis) 8 bis 30 (bis 35) Zentimeter und besitzt mehr oder weniger gekräuselte Haaren. Die 4 bis 10 × 0,5 bis 1,5 Millimeter großen, in Wirteln zu (4 bis) 6 bis 8 (bis 9) stehenden, schmal lanzettlichen bis linealischen Blätter sind plötzlich zugespitzt. Die Krone ist normalerweise gelblich-grün mit oft mehr oder weniger rotem Einschlag. Diese Unterart kommt auf der südwestlichen Balkanhalbinsel vor.<ref name="FE4" />

Von den Apuanischen Alpen (Toskana) wurde 1994 außerdem Asperula purpurea subsp. apuana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fiori) Bechi & Garbari beschrieben, die sich durch ihre dichte, weiche Stängel- und Blattbehaarung von der typischen Unterart unterscheidet.<ref name="Bechi-Garbari1994" /> Sie wird von manchen Autoren auch als eigene Art angesehen: Thliphthisa apuana <templatestyles src="Person/styles.css" />(Fiori) P.Caputo & Del Guacchio.

Gefährdung und Schutzmaßnahmen

In der Schweiz wird Asperula purpurea in der nationalen Roten Liste mit der Gefährdungskategorie NT (Near threatened)<ref name="RL CH" /> geführt. In Österreich wird der Purpur-Meier als gefährdet eingestuft.<ref name="ExkÖst3" />

Quellen

Literatur

  • Konrad Lauber, Gerhart Wagner, Andre Michel: Flora Helvetica. 2., überarbeitete und verbesserte Auflage. Paul Haupt, Bern 1998, ISBN 3-258-05735-4, 1937 Asperula purpurea, S. 1000.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Soza Olmstead"> Valerie L. Soza, Richard G. Olmstead: Molecular systematics of tribe Rubieae (Rubiaceae): Evolution of major clades, development of leaf-like whorls, and biogeography. In: Taxon. Band 59, Nr. 3, 2010, S. 755–771 (washington.edu [PDF]). </ref> <ref name="WFl CH Asperula purpurea"> Purpur-Waldmeister (Asperula purpurea (L.) Ehrend.). Verbreitung in der Schweiz. In: InfoFlora. Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Info Flora, abgerufen am 11. März 2015. </ref> <ref name="SysTax Asperula purpurea"> Asperula purpurea (L.) Ehrend. einheimische deutsche Namen. In: SysTax. Universität Ulm & Ruhr-Universität Bochum, abgerufen am 4. Februar 2011. </ref> <ref name="CatoL Asperula purpurea"> Asperula purpurea (L.) Ehrend. synonyme Namen. In: Catalogue of Life: 2011 Annual Checklist [15]. Abgerufen am 4. Februar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="RL CH"> D. Moser, A. Gygax, B. Bäumler, N. Wyler & R. Palese: Rote Liste der gefährdeten Arten der Schweiz: Farn- und Blütenpflanzen. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern; Zentrum des Datenverbundnetzes der Schweizer Flora, Chambésy; Conservatoire et Jardin botaniques de la Ville de Genève, Chambésy, 2002, S. 44 (Die nachstehende Seite ist nicht mehr abrufbar, festgestellt im Juni 2017. (Suche im Internet Archive. ) @1@2Vorlage:Toter Link/www.bafu.admin.ch Online). </ref> <ref name="SpPl"> Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 107, Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3Dhttp%3A%2F%2Fwww.biodiversitylibrary.org%2Fopenurl%3Fpid%3Dtitle%3A669%26volume%3D1%26issue%3D%26spage%3D107%26date%3D1753~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D </ref> <ref name="Ehrendorfer1974"> Walter Gutermann, Friedrich Ehrendorfer & Manfred A. Fischer: Neue Namen und kritische Bemerkungen zur Gefässpflanzenflora Mitteleuropas. In: Österreichische Botanische Zeitschrift. Band 122, Nr. 4, 1974 ("1973"), S. 259–273, hier S. 220. doi:10.1007/BF01441577 </ref> <ref name="ExkÖst3"> </ref> <ref name="FE4"> Friedrich Ehrendorfer, Franz Krendl: Asperula. In </ref> <ref name="Bechi-Garbari1994"> N. Bechi, Fabio Garbari: Intraspecific variation and taxonomic aspects of some plants from the Apuan Alps (Tuscany, Italy). In: Flora Mediterranea. Band 4, 1994, S. 213–225, PDF-Datei. </ref> <ref name="Hegi6-1"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa, Band VI, 1, Lieferung 5–6, 1914, Verlag Julius Friedrich Lehmann, München, S. 216–217, (online). </ref> <ref name="IPCN"> Asperula purpurea bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Schmeil und Fitschen2024">Jens G. Rohwer: Rubiaceae. In: Schmeil-Fitschen: Die Flora Deutschlands und angrenzender Länder. 98. Auflage. Verlag Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2024. ISBN 978-3-494-01943-7. S. 628.</ref> <ref name="POWO">Thliphthisa purpurea. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Weblinks

Commons: Asperula purpurea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien