Zum Inhalt springen

JMP (Software)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. November 2025 um 20:58 Uhr durch imported>ⵓ (Vorlage {{rp}} mit S. ersetzt ).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
JMP (Statistiksoftware)

colspan="2" class="notheme" style="text-align:center; background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#202122;" | Logo von JMP
Basisdaten

Maintainer Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Entwickler SAS Institute
Erscheinungsjahr Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Aktuelle Version 19
(September 2025)
Aktuelle Vorabversion Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
(Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value))
Betriebssystem Windows, Mac OS
Programmier­sprache Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1686: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)
Kategorie Statistik-Software
Lizenz Proprietär
deutschsprachig ja
[1]

JMP (sprich „jump“) ist ein Computerprogramm für Statistik, das vom JMP-Geschäftsbereich der SAS Institute entwickelt wurde. Es wurde in den 1980er Jahren für die grafische Benutzeroberfläche des Macintosh entwickelt. Es wurde seitdem verbessert und auch für Windows verfügbar gemacht. JMP wird in Applikationen wie Six Sigma zur Qualitätskontrolle und technischen Planung, Versuchsplanung (DOE) und wissenschaftlichen Forschung verwendet. Die Software besteht aus fünf Produkten: JMP, JMP Pro, JMP Clinical, JMP Genomics und JMP Graph Builder App für das iPad; es steht auch eine Skriptsprache (JSL) zur Verfügung. Die Software hat ihren Schwerpunkt in der explorativen Analyse, bei der Benutzer Daten visuell untersuchen und erforschen.

Geschichte

JMP wurde in den 1980er Jahren von John Sall und einem Entwicklerteam entwickelt, um die 1984 von Apple Macintosh eingeführte grafische Benutzeroberfläche zu nutzen.<ref name="CoxGaudard2009">Ian Cox, Marie A. Gaudard, Philip J. Ramsey, Mia L. Stephens, Leo Wright: Visual Six Sigma: Making Data Analysis Lean. John Wiley & Sons, 2009, ISBN 978-0-470-50691-2, S. 23– (Google Books [abgerufen am 16. November 2012]).</ref> Das Akronym stand anfangs für „John’s Macintosh Project“<ref name="seven">Eric Lai: Billionaire SAS co-founder keeps on coding. 18. September 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. Februar 2013; abgerufen am 16. November 2012.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.computerworld.com</ref> und wurde erstmals im Oktober 1989 herausgegeben.<ref name="CoxGaudard2009" /> Es wurde hauptsächlich von Wissenschaftlern und Ingenieuren für die Versuchsplanung, für Qualitäts- und Produktivitätsupport (Six Sigma) und Zuverlässigkeitsbewertungen verwendet.<ref name="userg">Barbara Okerson: JMPing In: A SAS Programmer’s Look at JMP. (Online [PDF; abgerufen am 30. Dezember 2012] SESUG 2011).</ref> Halbleiterhersteller befanden sich ebenfalls unter den frühen Interessenten.<ref name="forty" />

Interaktive Grafiken und weitere Funktionen wurden 1991<ref name="APICS, the Performance Advantage">APICS, the Performance Advantage. American Production and Inventory Control Society, 1991 (Google Books [abgerufen am 30. Dezember 2012]).</ref><ref name="fortyeight">Arnold Goodman: JCGS@20, Visual@40, Interface@45 & !!Challenges!! In: Journal of Computational and Graphical Statistics. Taylor & Francis, 24. Januar 2012, doi:10.1198/jcgs.2011.204c.</ref> mit der Version 2.0 hinzugefügt. Version 2 war doppelt so groß wie das Original, wurde jedoch weiterhin auf einer Diskette ausgeliefert. Es benötigte 2 MB Speicherplatz und enthielt eine Dokumentation von 700 Seiten.<ref name="Kim1992">Ki Kim: JMP, Version 2. Software for Statistical Visualization on the Apple Macintosh. In: Journal of Chemical Information and Modeling. Band 32, Nr. 2, 1992, ISSN 1549-9596, S. 174–175, doi:10.1021/ci00006a600.</ref> Der Support für Microsoft Windows wurde 1994 hinzugefügt.<ref name="seven" /><ref name="six">John P. Sall. Northern Illinois University, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 5. Dezember 2012; abgerufen am 16. November 2012.</ref> JMP [9] wurde 1999 mit Version 3 neu programmiert.<ref name="sixteen">Bradley Jones, John Sall: JMP statistical discovery software. 4. März 2011, doi:10.1002/wics.162.</ref><ref name="GleesonFrancis2000">M. Gleeson, J. L. Francis, D. J. Lugg, R. L. Clancy. J. M. Ayton, J. A. Reynolds, C. A. McConnell: One year in Antarctica: Mucosal immunity at three Australian stations. In: Immunology and Cell Biology. Band 78, Nr. 6, 2000, ISSN 0818-9641, S. 616–622, doi:10.1046/j.1440-1711.2000.00958.x.</ref><ref name="version3">JMP Introductory Guide: Version 3 of JMP. SAS Institute, ISBN 1-55544-680-9 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online (Memento vom 1. Februar 2014 im Internet Archive) [abgerufen am 30. Dezember 2012]).</ref> Version 4, die 2002 erschien, konnte Daten aus einer breiteren Palette von Datenquellen importieren<ref name="number">Micah Altman: A Review of JMP 4.03 With Special Attention to its Numerical Accuracy. In: The American Statistician. Band 56, Nr. 1, 2002, ISSN 0003-1305, S. 72–75, doi:10.1198/000313002753631402.</ref> und enthielt außerdem Support für Oberflächendarstellungen.<ref name="fortyeight" /> Mit Version 4 wurden auch Extrapolationen von Zeitreihen und neue Glättungsfunktionen, wie die saisonale Glättung, die sogenannte Winter-Methode und der ARIMA (Autoregressive Integrated Moving Average) hinzugefügt.<ref>Bill Gjertsen: Using JMP Version 4 for Time Series Analysis. North Carolina State University (Online [PDF; abgerufen am 30. Dezember 2012]).</ref>

2005 wurden in Version 5 Data-Mining-Tools, wie ein Entscheidungsbaum und ein neuronales Netz<ref>What Is A Data Mining Product? In: Information Management. (Online).</ref> sowie Linux-Support, der später mit Start von JMP 9 wieder zurückgezogen wurde, hinzugefügt.<ref name="userg" /> Später im selben Jahr wurde JMP 6 eingeführt.<ref name="forty">John Collins: Software Innovator helps companies get the facts straight. In: The Irish Times. 23. September 2005, S. 8.</ref><ref>John Sall: JMP Version 6 Featuring Split Plots. SUGI 30 (Online [PDF]).</ref> JMP begann die Integration mit den übrigen SAS-Produkten mit Version 7.0 in 2007 und in zunehmendem Maße mit jeder seitdem erschienenen Version. Seitdem können Anwender SAS-Code in JMP schreiben, eine Verbindung mit SAS-Servern herstellen und SAS-Ergebnisse wieder einlesen und weiter bearbeiten. Support für Blasendiagramme wurde in Version 7 hinzugefügt.<ref name="userg" /><ref name="clinical" /> In der Version 7 wurden außerdem Datenvisualisierung und Diagnostik verbessert.<ref>John Wass: JMP7: One of the best just got better. Scientific Computing, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. November 2011; abgerufen am 9. Mai 2012.</ref>

Die Version 8 wurde 2009 mit neuen Drag- und Drop-Funktionen und einer 64-Bit-Version herausgegeben, um von den Vorteilen des Mac-Betriebssystems zu profitieren.<ref>Launches SAS JMP 8 for Mac and Linux. In: Ti Journal. 11. April 2009 (Online [abgerufen am 30. Dezember 2012]).</ref> Außerdem wurde eine neue Benutzeroberfläche zur Erstellung von grafischen Darstellungen, Tools für Entscheidungsmodelle und Lebensdaueranalysen hinzugefügt.<ref>Introducing JMP Version 8. In: A Technical Publication for JMP Users. Issue 25 Winter 2009 Auflage. JMPer Cable (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Online (Memento vom 19. Februar 2009 im Internet Archive) [abgerufen am 30. Dezember 2012]).</ref> Laut Scientific Computing gab es bei der Software Verbesserungen bei den „Grafiken, der QS, Benutzerfreundlichkeit, SAS-Integration und in Bereichen der Datenverwaltung.“<ref>John Wass: JMP 8: Continuous Improvement. Scientific Computing, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 28. November 2011; abgerufen am 16. November 2012.</ref> JMP 9 fügte 2010 eine neue Schnittstelle für die Verwendung der R-Programmiersprache in JMP und ein Add-In für Excel hinzu.<ref>New Features in JMP 9. JMP (Online [PDF; abgerufen am 30. Dezember 2012]).</ref><ref>Adriian Bridgewater: JMP Genomics 5: Data Visualization & Exploration. In: Dr. Dobbs Journal. 3. November 2010.</ref> Der Hauptbildschirm wurde neu gegliedert und es wurden Verbesserungen bei der Simulation, bei Grafiken und einer neuen Degradation-Plattform zur Analyse von Abbau- und Zersetzungsprozessen durchgeführt.<ref>John Wass: JMP 9: A really new version. Scientific Computing, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. September 2011; abgerufen am 9. Mai 2012.</ref> Im März 2012 verbesserte Version 10 das Data-Mining, prädiktive Analysen und die automatisierte Modellerstellung.<ref>Charles Shipp, Kirk Paul Lafler: Proficiency in JMP Visualization. In: PharmaSUG 2012. (Online [PDF; abgerufen am 30. Dezember 2012]).</ref><ref name="thirtyeight">James Taylor: First Look – JMP Pro. JTonEDM, 10. August 2011, abgerufen am 31. Mai 2012.</ref>

Software

Datei:JMP data displays.png
In JMP wird ein Bildschirm mit verschiedenen Daten angezeigt

JMP besteht aus JMP, JMP Pro, JMP Clinical und JMP Genomics<ref name="thirtyeight" /> sowie der Graph Builder iPad App.<ref>JMP Graph Builder for iPad. SAS Institute (Online [abgerufen am 30. Dezember 2012]).</ref> JMP Clinical und JMP Genomics verbinden JMP und SAS-Software.<ref name="thirtyeight" />

Die JMP-Software hat ihren Schwerpunkt in der explorativen Datenanalyse und Visualisierung. Sie wurde für Benutzer entwickelt, die eher neue Erkenntnisse aus Daten gewinnen wollen, als eine Hypothese zu bestätigen.<ref name="seven" /><ref name="thirtyeight" /><ref name="twentyfour">SAS JMP 8 for the Macintosh review. Macstats, abgerufen am 19. November 2012.</ref> JMP verknüpft Daten mit Statistiken und Grafiken, damit Benutzer die Daten und ihre verschiedene visuellen Darstellungen per Drill-Down oder Drill-Up ansehen können.<ref name="number" /><ref name="doi10.1002/wics.162">B. Jones, J. Sall: JMP statistical discovery software. Wiley Interdisciplinary Reviews: Computational Statistics, 2011, doi:10.1002/wics.162.</ref><ref>Robert H. Carver: Practical Data Analysis with Jmp. SAS Institute, 2010, ISBN 978-1-60764-475-0, S. 61– (Google Books [abgerufen am 16. November 2012]).</ref> Seine Hauptanwendungen liegen in der Versuchsplanung und der Analyse von statistischen Daten industrieller Prozesse.<ref name="forty" />

JMP ist eine Desktop-Applikation mit einer Assistenten-basierten Benutzeroberfläche, während SAS auf Servern installiert werden kann. Es wird im Arbeitsspeicher statt auf dem Plattenspeicher ausgeführt.<ref name="thirtyeight" /> Nach einer Bewertung in Pharmaceutical Statistics wird JMP oft als grafisches Front-End-Tool für ein SAS-System verwendet, das die statistische Analyse und Tabellierungen durchführt.<ref name="Lovell2011" /> JMP Genomics, das für die Analyse und Visualisierung von Genom-Daten verwendet wird,<ref>Qingyu Zhang, Richard S. Segall: Commercial Data Mining Software. In: Computational Statistics. (Online [PDF; abgerufen am 30. Dezember 2012]).</ref> erfordert zum Betrieb eine SAS-Komponente und kann auf SAS/Genetics- und SAS/STAT-Verfahren zugreifen oder SAS-Macros aufrufen.<ref name="Lovell2011">David P. Lovell: Review of JMP genomics. In: Pharmaceutical Statistics. Band 10, Nr. 4, 2011, ISSN 1539-1604, S. 384–392, doi:10.1002/pst.460.</ref> JMP Clinical, das für die Analyse der Daten von klinischen Studien verwendet wird, kann SAS-Code innerhalb der JSL-Skriptsprache verpacken und SAS-Code in JMP umwandeln.<ref name="clinical">Robert Huisden: JMP Clinical for the Exploration of Legacy Studies. 2011 (Online [PDF; abgerufen am 30. Dezember 2012]).</ref>

JMP ist auch der Name des Geschäftsbereichs des SAS-Institute, das JMP entwickelt. Im Jahr 2011 hatte JMP 180 Mitarbeiter und 250.000 Benutzer.<ref name="thirtyeight" />

JMP Skriptsprache (JSL)

Die JMP Skriptsprache (JSL) ist eine interpretierte Sprache zur Neuerstellung von analytischen Ergebnissen und zur Automatisierung oder Erweiterung der Funktionalität der JMP-Software.<ref name="Publishing2012" details="S. 29">SAS Publishing: Jmp 10 Scripting Guide. SAS Institute, 2012, ISBN 978-1-61290-195-4 (Google Books [abgerufen am 13. Dezember 2012]).</ref> JSL wurde erstmals 2000 in JMP Version 4 eingeführt.<ref name="MurphreyLucas2009" details="S. 1">Wendy Murphrey, Rosemary Lucas: Jump Into Jmp Scripting. SAS Institute, 2009, ISBN 978-1-59994-658-0 (Google Books [abgerufen am 14. Dezember 2012]).</ref> JSL hat eine Java-ähnliche Syntax, die als eine Reihe von Ausdrücken strukturiert ist. Datentabellen, Anzeigeelemente und Analysen werden durch Objekte in JSL dargestellt, die mit benannten Nachrichten manipuliert werden. Benutzer können JSL-Skripts schreiben, um Analysen und Visualisierungen durchzuführen, die in der Point- und Click-Oberfläche nicht verfügbar sind, oder um eine Reihe von Befehlen, wie wöchentliche Berichte, zu automatisieren.<ref name="Publishing2012" /> SAS- und R-Code kann ebenfalls unter der Verwendung von JSL ausgeführt werden.<ref name="PublishingInstitute2009">SAS Publishing: JMP Release 8 User Guide. SAS Institute, 2009, ISBN 978-1-60764-301-2, S. 392– (Google Books [abgerufen am 13. Dezember 2012]).</ref>

Bemerkenswerte Anwendungen

2007 begann eine Überwachungsorganisation für freilebende Tiere, WildTrack, JMP mit dem Footprint Identification Technology (FIT)-System zu verwenden, um einzelne gefährdete Tiere über ihre Fußabdrücke zu identifizieren.<ref>Mary Hayes Weier: Scientists use BI Software and Intuit Trackers to Gauge Polar Bear Populations. In: InformationWeek. 25. Juni 2007 (Online [abgerufen am 25. Mai 2012]).</ref> 2009 verwendete Chicago Botanic Garden JMP, um DNA-Daten von tropischen Brotfrüchten zu analysieren. Forscher stellten fest, dass die kernlose, stärkehaltige Frucht durch absichtliche Hybridisierung von zwei Früchten, der Brotnuss und der Dug Dug, erschaffen wurde.<ref name="seven" /> Das Herzenberg Laboratory in Stanford hat JMP mit dem Fluorescence Activated Cell Sorter (FACS) integriert. Das FACS-System wird verwendet, um HIV, Krebs, Stammzellen und die Ozeanografie zu erforschen.<ref name="ten">Advancements in FACS System for Clinical Studies. In: The Computerworld Honors Program.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />