Niederwetz
Niederwetz Gemeinde Schöffengrund
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(1051)&title=Niederwetz 50° 29′ N, 8° 30′ O
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| Höhe: | 246 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6,44 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 1051 (30. Juni 2020)<ref name="DF">Gemeinde Schöffengrund – Haushalts-Satzung und -Plan 2021. (PDF (22,1 MB)) S. 27, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 29. Dezember 2022; abgerufen am 30. November 2021.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 163 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 35641 | |||||
| Vorwahl: | 06445 | |||||
Niederwetz ist ein Ortsteil der Gemeinde Schöffengrund im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis.
Geographische Lage
Niederwetz liegt jeweils im Norden von Östlichem Hintertaunus und Naturpark Taunus am südlichen Lahn-Zufluss Wetzbach. Im Dorf treffen sich die Landesstraße 3284 und die Kreisstraße 360. Die nächste größere Stadt ist Wetzlar, welche 7,5 km nördlich liegt.
Nachbarorte sind Schwalbach (nordwestlich), Reiskirchen (nördlich) und Oberwetz (östlich).
Geschichte
Ortsgeschichte
Im Jahr 832 wird ein Wettiffa im Lorscher Codex erwähnt. Es ist jedoch unklar ob es sich um einen Bachnamen oder um Ober- oder Niederwetz handelt. Eine Urkunde der Deutschordensballei Hessen nennt 1352 ein inferiori Wetzfe. Erst 1362 gibt es eine explizite Nennung von Nieder Wetfe.<ref name="lagis" /> Niederwetz wird durch den Wetzbach in zwei Teile getrennt. Ursprünglich gehörte die eine Seite zu Nassau-Weilburg, die andere zu Solms-Braunfels. 1823 erfolgte eine Zusammenfügung beider Ortshälften durch den damaligen Landrat.
Eine Kirche wird im 13. Jahrhundert genannt. Die heutige Kirche wurde 1955 neu errichtet, nachdem ein Blitzschlag den Vorgängerbau zerstört hatte. Nur der Chor blieb erhalten.
- Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Zum 31. Dezember 1971 fusionierte die bis dahin selbständige Gemeinde Niederwetz mit fünf weiteren Gemeinden im Zuge der hessischen Gebietsreform freiwillig zur Großgemeinde Schöffengrund.<ref name="DEZ71">Gemeindegebietsreform in Hessen; Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Dezember 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1972 Nr. 3, S. 84, Punkt 93 Abs. 16 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 6,0 MB]).</ref><ref></ref> Für die ehemals eigenständigen Gemeinden von Schöffengrund wurde je ein Ortsbezirk gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; KK kB) § 4. In: Webauftritt. Gemeinde Schöffengrund, abgerufen im Februar 2024.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Niederwetz angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1806: Heiliges Römisches Reich, links des Wetzbachs: Fürstentum Solms-Braunfels, Anteil der Grafschaft Solms, Amt Braunfels; rechts des Wetzbachs: Grafschaft/Fürstentum Nassau-Weilburg, Oberamt Atzbach, Amt Hütten- und Stoppelberg
- 1803–1806: Heiliges Römisches Reich, Fürstentum Nassau-Weilburg,<ref group="Anm.">Durch den Reichsdeputationshauptschluss.</ref> Amt Braunfels
- ab 1806: Herzogtum Nassau,<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte.</ref> Amt Braunfels
- ab 1816: Königreich Preußen,<ref group="Anm.">Infolge der Beschlüsse des Wiener Kongresses.</ref> Provinz Großherzogtum Niederrhein, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Braunfels<ref name="PR" /><ref group="Anm.">Abtrennung der Justiz (standesherrliches Justizamt Braunfels).</ref>
- ab 1822: Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar<ref group="Anm.">1849: Endgültige Trennung zwischen Justiz (Kreisgericht Wetzlar) und Verwaltung.</ref>
- ab 1866: Norddeutscher Bund,<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs.</ref> Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Freistaat Preußen, Rheinprovinz, Regierungsbezirk Koblenz, Kreis Wetzlar
- ab 1932: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Nassau, Kreis Wetzlar
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Land Hessen, Regierungsbezirk Wiesbaden, Kreis Wetzlar
- ab 1968: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Kreis Wetzlar, Gemeinde Schöffengrund<ref group="Anm.">Am 31. Dezember 1971 als Ortsbezirk zur neu gebildeten Gemeinde Schöffengrund.</ref>
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Schöffengrund
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Lahn-Dill-Kreis, Gemeinde Schöffengrund
Bevölkerung
Einwohnerentwicklung
| Niederwetz: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2020 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 385 | |||
| 1840 | 424 | |||
| 1846 | 415 | |||
| 1852 | 400 | |||
| 1858 | 387 | |||
| 1864 | 413 | |||
| 1871 | 409 | |||
| 1875 | 412 | |||
| 1885 | 401 | |||
| 1895 | 371 | |||
| 1905 | 413 | |||
| 1910 | 431 | |||
| 1925 | 479 | |||
| 1939 | 501 | |||
| 1946 | 727 | |||
| 1950 | 724 | |||
| 1956 | 665 | |||
| 1961 | 690 | |||
| 1967 | 745 | |||
| 1970 | 793 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1987 | 945 | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 1.071 | |||
| 2020 | 1.051 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Gemeinde Schöffengrund<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Niederwetz 1071 Einwohner. Darunter waren 36 (3,4 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 174 Einwohner unter 18 Jahren, 456 zwischen 18 und 49, 234 zwischen 50 und 64 und 207 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 447 Haushalten. Davon waren 105 Singlehaushalte, 141 Paare ohne Kinder und 165 Paare mit Kindern, sowie 30 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 78 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 300 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Religionszugehörigkeit
| • 1834: | 385 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
| • 1961: | 617 evangelische (= 89,42 %), 72 katholische (= 10,43 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Für Niederwetz besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Niederwetz) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 56,63 %. Dabei wurden gewählt: zwei Mitglieder der CDU und je ein Mitglied der SPD, dem Bündnis 90/Die Grünen und der „Freien Wählergemeinschaft“ (FWG).<ref>Ortsbeiratswahl Niederwetz. In: Votemanager. Gemeinde Schöffengrund, abgerufen im Februar 2024.</ref> Der Ortsbeirat wählte Helmut Wendlandt (CDU) zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsbeirat Niederwetz. In: Bürgerinformationssystem. Gemeinde Schöffengrund, abgerufen im Februar 2024.</ref>
Sehenswürdigkeiten
In Niederwetz gibt es ein Backhaus und das Vincent-Motorradmuseum. In der Nähe stehen die zum Dorf gehörende Streichsmühle oder Schlesingers Mühle.
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Literatur
Weblinks
- Ortsteil Niederwetz In: Webauftritt der Gemeinde Schöffengrund.
- Niederwetz, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Niederwetz, Lahn-Dill-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. August 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 16 und 56, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>