Aeroponik
Die Aeroponik ist eine Hydroponik-Anbaumethode für Pflanzen. Die Pflanzen werden dabei so fixiert, dass ihre Wurzeln ständig in einem geschlossenen Behälter mit einem Aerosol einer Hydrokulturdünger-Lösung aus Wasser und Nährstoffen benetzt werden. Die Lösung wird mithilfe von Zerstäubern (Niederdruck-, Hochdruck- und Ultraschallzerstäubern)<ref name="homehydrosystems"/> vernebelt. Die Methode ist auch gut geeignet für Wurzelgemüse wie Kartoffeln<ref name="Mbiyu et al. 2012"/>, Karotten oder Arzneipflanzen, deren nahrhafte Komponenten in den Wurzeln gespeichert werden.
Das Verfahren wurde 1982 von K. T. Hubick<ref name="Hubick 1982"/> entwickelt und später von NASA-Wissenschaftlern verbessert.<ref name="Stoner 2000"/> Die Methode eignet sich auch zum Pflanzenanbau unter Bedingungen, wenn wenig oder keine Schwerkraft vorhanden ist, also speziell in der Weltraumfahrt. Ein zusätzlicher Vorteil unter den hydroponischen Verfahren ist, dass weniger Wasser im Kreislauf benötigt wird als bei den anderen Methoden.<ref name="Don Pettit 2012"/>
Aeroponik wird wegen des enormen Wurzelwachstums heutzutage hauptsächlich bei der Stecklingsbewurzelung verwendet, denn bei dieser Methode wachsen die Wurzeln stärker und schneller als die oberirdischen Teile<ref name="Texier">William Texier: Hydroponik leicht gemacht, übersetzt von Astrid Schünemann, Illustrationen von Loriel Verlomme, Mama Editions, Paris, 2015, ISBN 978-2-84594-087-1, Seite 58</ref>.
Nachteil des Ultraschall-Verfahrens ist, dass Düngesalze auf den Ultraschallmembranen auskristallisieren und dies zu Verstopfungen führt.<ref name="Texier" />
Siehe dazu auch Hydrokultur#Aeroponik und Fogponics
Literatur
- Lua Hoang Thi: Untersuchungen zur Wirkung von Huminsäure auf das Wachstum und die Nährstoffaufnahme von Tomaten (Lycopersicon esculentum MILL) und Wasserspinat (Ipomoea aquatica FORSSK), dissertation.de / Winter-Industries, Berlin 2003, ISBN 3-89825-742-8 (Zugleich Dissertation an der Humboldt-Universität Berlin 2003).<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Verlagsseite ( vom 4. März 2016 im Internet Archive) Winter-Industries Berlin / dissertation.de</ref>
- Das Gewächshaus im Wolkenkratzer. Spektrum der Wissenschaft, April 2010, S. 72 ff, 2010
Weblinks
- DIY Fogponics (Anleitung zum Selbstbau eines Aeroponik-Systems, in englischer Sprache)
Einzelnachweise
<references> <ref name="Mbiyu et al. 2012">M. W. Mbiyu, J. Muthoni, J. Kabira, G. Elmar, C. Muchira, P. Pwaipwai, J. Ngaruiya, S. Otieno, J. Onditi: Use of aeroponics technique for potato (Solanum tuberosum) minitubers production in Kenya. Journal of Horticulture and Forestry, 4, 11, S. 172–177, November 2012</ref> <ref name="Hubick 1982">K. T. Hubick, D. R. Drakeford and D. M. Reid: A comparison of two techniques for growing minimally water-stressed plants. Canadian Journal of Botany, 60, S. 219–223, 1982</ref> <ref name="Stoner 2000">R. J. Stoner, J. M. Clawson: Low-mass, Inflatable Aeroponic System for High Performance Food Production. Principal Investigator, NASA SBIR NAS10-00017, 1999–2000</ref> <ref name="Don Pettit 2012">Diary of a Space Zucchini – Letters to Earth: Astronaut Don Pettit. Abgerufen am 19. Juli 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="homehydrosystems">Aeroponics Home Hydro Systems, (abgerufen am 6. Juli 2017)</ref> </references>