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Constanze Kurz

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Datei:Constanze Kurz Frankfurter Buchmesse 2018 1.jpg
Constanze Kurz bei der Frankfurter Buchmesse (2018)
Datei:2013-12-28 30C3 - Jahresrückblick 2957.JPG
Constanze Kurz beim CCC-Jahresrückblick 2013 mit Frank Rieger

Constanze Kurz (* 2. März 1974 in Ost-Berlin)<ref>Anne Will: Die Gäste im Studio. Das Erste, 3. Juli 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 6. Juli 2013; abgerufen am 11. Oktober 2016.</ref> ist eine deutsche, promovierte Informatikerin, Sachbuchautorin und Sprecherin des Chaos Computer Clubs (CCC). Sie ist insbesondere auf dem Gebiet des Datenschutzes hervorgetreten.

Leben

Nach Kindheit und Jugend in Berlin studierte sie dort zunächst Volkswirtschaftslehre, bevor sie sich der Informatik zuwandte.<ref>Anne Klesse: Berliner Spaziergang. Die ganze Welt besteht aus Daten. In: Berliner Morgenpost, 10. August 2008</ref> Nach ihrem Informatikstudium widmete sie sich der Forschung mit Schwerpunkt Überwachungstechnologie, Ethik, Datenschutz und Datensicherheit. Von 2005 bis 2011 war Kurz wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe Informatik in Bildung und Gesellschaft von Professor Wolfgang Coy an der Humboldt-Universität zu Berlin.<ref>Webseite bei der Humboldt-Universität zu Berlin, Informatik in Bildung und Gesellschaft. Abgerufen am 23. Februar 2023.</ref> Ihre Dissertation zum Thema Wahlcomputer mit dem Titel Elektronische Wahlhelfer in der Demokratie: der Status quo bei politischen Wahlen veröffentlichte sie im Jahr 2013.<ref>Dissertation im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek</ref><ref>Profil auf den Seiten des Deutschen Bundestages</ref> Bis September 2014 war Kurz als wissenschaftliche Projektleiterin an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin tätig,<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Constanze Kurz. (Memento vom 9. Juni 2014 im Internet Archive) Eintrag bei der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin</ref> seit Februar 2015 ist sie in Teilzeit Mitglied der Redaktion von Netzpolitik.org.<ref>Markus Beckedahl: In eigener Sache: Constanze Kurz verstärkt unser Team. In: netzpolitik.org, 17. Februar 2015. Abgerufen am 17. Februar 2015.</ref>

Kurz engagiert sich in der Gesellschaft für Informatik (GI), dort bereits seit 2003 in der Fachgruppe Informatik & Ethik. Im Jahr 2021 wurde sie zum GI Fellow ernannt. Sie ist Mitglied im Beirat des Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung.<ref>Beirat des FIfF. In: fiff.de, abgerufen am 15. April 2013</ref><ref>Leitungsgremium. Fachgruppe Informatik und Ethik, abgerufen am 7. Dezember 2023.</ref> Im Chaos Computer Club e. V., der größten europäischen Hackervereinigung, ist sie eine ehrenamtliche Sprecherin.

Die Linksfraktion benannte Kurz als Sachverständige für die Enquête-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestages.<ref name="mitglieder_enquetekommission">Mitglieder der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft. In: bundestag.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Mai 2010; abgerufen am 20. Mai 2010.</ref> Sie beriet als technische Sachverständige das Bundesverfassungsgericht anlässlich der Beschwerdeverfahren gegen Wahlcomputer, die Vorratsdatenspeicherung, zur Antiterrordatei, zum Staatstrojaner im BKA-Gesetz und zum BND-Gesetz.<ref>Ergebnis nach Wunsch. In: Der Spiegel, abgerufen am 2. September 2014.</ref><ref>Urteil des Ersten Senats vom 2. März 2010 – 1 BvR 256/08, 1 BvR 263/08, 1 BvR 586/08 –, Bundesverfassungsgericht, abgerufen am 24. Januar 2011.</ref><ref>Anhörung des Ersten Senats am 6. November 2012 – 1 BvR 1215/07, Bundesverfassungsgericht, abgerufen am 7. November 2012.</ref><ref>Anhörung des Ersten Senats zum BKA-Gesetz am 7. Juli 2015 – 1 BvR 966/09 und 1 BvR 1140/09, Bundesverfassungsgericht abgerufen am 18. Februar 2015.</ref><ref>Anhörung des Ersten Senats zur „Strategischen Ausland-Ausland-Fernmeldeaufklärung des Bundesnachrichtendienstes“ im BND-Gesetz am 14. und 15. Januar 2020 – 1 BvR 2835/17, Bundesverfassungsgericht abgerufen am 3. März 2022.</ref>

Sie war Mitglied der Jury des Ideenwettbewerbs „Vergessen im Internet“,<ref>Vergessen im Internet: Die Jury. Projektgruppe Netzpolitik des Bundesinnenministeriums, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 3. September 2011; abgerufen am 17. April 2011.</ref> der von der Projektgruppe Netzpolitik des Bundesinnenministeriums bis zum 31. August 2011 durchgeführt wurde.<ref>Detlef Borchers: Vergessen im Netz: Mit der Vergangenheit die Zukunft kontrollieren. heise online, 13. April 2011, abgerufen am 17. April 2011.</ref> Sie engagierte sich auch in der Experten-Jury zum Aufbau des Deutschen Internet-Instituts.<ref>Fünf Konsortien erarbeiten Konzept für Deutsches Internet-Institut. BMBF, 2. Juni 2016, abgerufen am 9. April 2022.</ref>

Im Februar 2012 war die parteilose Kurz von den Grünen für das Amt der Datenschutzbeauftragten im Land Thüringen nominiert worden,<ref>Elmar Otto: Hackerin trifft auf Juristen: Kampfkandidatur um Datenschutzamt. In: Thüringische Landeszeitung. 23. Februar 2012. Abgerufen am 23. Februar 2012 (original auch Ostthüringer Zeitung).</ref> verlor jedoch mit 34 der 82 gültigen Stimmen gegen den von der Regierungskoalition von CDU und SPD aufgestellten Lutz Hasse, auf den 45 Stimmen fielen.<ref>Echte Unabhängigkeit ist in Thüringen unerwünscht. In: Die Zeit, 24. Februar 2012</ref>

Kurz ist Herausgeberin und Autorin zahlreicher Werke (siehe unten). In ihren Blogs, Essays und in ihrer vierzehntäglichen Kolumne Aus dem Maschinenraum (2010–2019) in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung<ref name="faz"/> richtet sie die Aufmerksamkeit auf Sicherheitslücken und Monopole im Bereich der neuen Technologien und zeigt zugleich demokratische Alternativen auf.

Auszeichnungen

Schriften

  • als Herausgeberin zusammen mit Sandro Gaycken: 1984.exe – Gesellschaftliche, politische und juristische Aspekte moderner Überwachungstechnologien. transcript, Bielefeld 2008, ISBN 978-3-89942-766-0.
  • zusammen mit Debora Weber-Wulff, Christina Class, Wolfgang Coy, David Zellhöfer: Gewissensbisse: Ethische Probleme der Informatik. Biometrie – Datenschutz – geistiges Eigentum. transcript, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-8376-1221-9.
  • zusammen mit Udo Thiedeke: Picknick mit Cyborgs – Ein interdisziplinäres Gespräch über die alltägliche Vernetzung. GRIN Verlag, München 2010, ISBN 978-3-640-67856-3.
  • zusammen mit Frank Rieger: Die Datenfresser: Wie Internetfirmen und Staat sich unsere persönlichen Daten einverleiben und wie wir die Kontrolle darüber zurückerlangen. S. Fischer, Frankfurt am Main 2011, ISBN 978-3-10-048518-2.
  • als Herausgeberin zusammen mit Andrea Knaut, Christian Kühne, Jörg Pohle, Rainer Rehak, Stefan Ullrich: Per Anhalter durch die Turing-Galaxis. Monsenstein und Vannerdat, Münster 2012, ISBN 978-3-86991-697-2.
  • Elektronische Wahlhelfer in der Demokratie. Der Status quo bei politischen Wahlen. Humboldt-Universität zu Berlin, Dissertation, 2013.<ref>DNB 1043024018</ref>
  • zusammen mit Frank Rieger: Arbeitsfrei: Eine Entdeckungsreise zu den Maschinen, die uns ersetzen, Riemann Verlag, München Oktober 2013, ISBN 978-3-570-50155-9.
  • zusammen mit Frank Rieger: Cyberwar: Die Gefahr aus dem Netz. Wer uns bedroht und wie wir uns wehren können, C. Bertelsmann, München 2018, ISBN 978-3-570-10351-7.

Stellungnahmen

Weblinks

Commons: Constanze Kurz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive>


<ref name="faz">Der Hacker. FAZ.net, 19. Februar 2010, abgerufen am 29. Januar 2019.</ref>

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