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Blei(II)-hydroxid

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Strukturformel
<math>\mathrm{[Pb^{2+}] \ \ [OH^-]_2}</math>
Allgemeines
Name Blei(II)-hydroxid
Andere Namen
Summenformel Pb(OH)2
Kurzbeschreibung

weißes, amorphes Pulver<ref name="scribd">Pradyot Patnaik: Handbook of Inorganic Chemicals. Mcgraw-Hill Professional, 2002, ISBN 978-0070494398.</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 243-310-3
ECHA-InfoCard 100.039.358
PubChem 9859601
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 241,21 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

7,41 g·cm−3<ref name="scribd" />

Schmelzpunkt

145 °C (Zersetzung)<ref name="scribd" />

Löslichkeit
  • wenig löslich in Wasser<ref name="scribd" />
  • nahezu unlöslich in Aceton<ref name="scribd" />
  • löslich in verdünnten Säuren und Basen<ref name="scribd" />
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.240.788">Nicht explizit in Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP) gelistet, fällt aber mit der angegebenen Kennzeichnung unter den Gruppeneintrag Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 360Df​‐​332​‐​302​‐​373​‐​410
P: ?
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Blei(II)-hydroxid ist eine chemische Verbindung des Bleis aus der Gruppe der Hydroxide.

Gewinnung und Darstellung

Eine chemische Verbindung „Pb(OH)2“ existiert laut übereinstimmenden Berichten wahrscheinlich nicht, stattdessen handelt es sich hierbei um hydratisierte Blei(II)-oxide PbO·x H2O (x < 1).<ref name="HoWi" /> Die Bezeichnung Blei(II)-hydroxid wird normalerweise synonym dafür verwendet.

Ein weißer Niederschlag von Blei(II)-hydroxid kann durch Reaktion einer Blei(II)-nitrat-Lösung mit Natriumhydroxid oder Kaliumhydroxid gewonnen werden.<ref name="scribd" />

<math>\mathrm{Pb(NO_3)_2 + 2\ NaOH \longrightarrow Pb(OH)_2 + 2 \ NaNO_3}</math>

Bei der Fällung aus carbonathaltigen Lösungen wird normalerweise basisches Bleicarbonat (PbCO3·2Pb(OH)2) als Produkt erhalten.

Bei vorsichtiger Hydrolyse von Blei(II)-acetat-Lösungen erhält man ein kristallines Produkt mit der Formel 6PbO·2H2O = Pb6O4(OH)4.<ref name="HoWi">A. F. Holleman, E. Wiberg, N. Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 102. Auflage. Walter de Gruyter, Berlin 2007, ISBN 978-3-11-017770-1, S. 916.</ref> Die Substanz besteht aus Clustern in Form eines Rhombendodekaeders, in denen die Blei(II)-Ionen oktaedrisch angeordnet sind und die Dreiecksflächen des Oktaeders von Oxid- und Hydroxid-Ionen überkappt werden.<ref>R. A. Howie, W. Moser: Structure of Tin(II) “Hydroxide” and Lead(II) “Hydroxide”. In: Nature. Band 219, Nr. 5152, Juli 1968, S. 372–373, doi:10.1038/219372a0 (nature.com [abgerufen am 23. Oktober 2018]).</ref><ref>R. J. Hill: Structure of Pb3O2(OH)2 by Rietveld analysis of neutron powder diffraction data. In: Acta Crystallographica Section C Crystal Structure Communications. Band 41, Nr. 7, 15. Juli 1985, S. 998–1003, doi:10.1107/s0108270185006345.</ref>

Eigenschaften

Blei(II)-hydroxid ist ein weißes amorphes amphoteres Pulver, welches sich nur wenig in Wasser löst. Es dehydratisiert ab einer Temperatur von 130 °C und zersetzt sich ab 145 °C zu Blei(II)-oxid und Wasser.<ref name="scribd" />

<math>\mathrm{Pb(OH)_2 \ \xrightarrow{\ 145 ^o C \ } \ PbO + H_2O}</math>

Mit Kohlendioxid bildet es Blei(II)-carbonat

<math>\mathrm{Pb(OH)_2 + CO_2 \longrightarrow PbCO_3 + H_2O}</math>

und mit Säuren deren Bleisalze: (Beispiel mit Schwefelsäure zu Blei(II)-sulfat)

<math>\mathrm{Pb(OH)_2 + H_2SO_4 \longrightarrow PbSO_4 + 2 \ H_2O}</math>

Bei Auflösung in starken Alkalien löst es sich unter Bildung eines Hydroxo-Komplex-Ions [Pb(OH)3] und der Bildung von Plumbaten.<ref name="HoWi" /><ref>Therald Moeller; Chemistry with inorganic qualitative analysis; ISBN 0125033508</ref>

Verwendung

Bleihydroxid wird zur Herstellung von porösem Glas sowie in Elektrolyten in verschlossenen Nickel-Cadmium-Batterien verwendet. Es wird weiterhin bei der Rückgewinnung von Uran aus Meerwasser und als Katalysator für die Oxidation von Cyclododecanol eingesetzt.<ref name="scribd" />

Einzelnachweise

<references />