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Iberische Barbe

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Iberische Barbe
Datei:Barbo comizo.jpg

Iberische Barbe (Luciobarbus comizo)

Systematik
ohne Rang: Otophysa
Ordnung: Karpfenartige (Cypriniformes)
Unterordnung: Karpfenfischähnliche (Cyprinoidei)
Familie: Karpfenfische (Cyprinidae)
Gattung: Luciobarbus
Art: Iberische Barbe
Wissenschaftlicher Name
Luciobarbus comizo
(Steindachner, 1864)

Die Iberische Barbe (Luciobarbus comizo) gehört zu den großen Karpfenfischen, die endemisch auf der Iberischen Halbinsel beheimatet sind.<ref name="fishbase">Iberische Barbe auf Fishbase.org (englisch)</ref> In Portugal wird sie Barbo-Focinheiro<ref>Übers. Rüsselbarbe</ref> und in Spanien Barbo Comizo oder Comiza genannt.<ref name="fishbase"/>

Beschreibung

Die Iberischen Barben sind stromlinienförmige und schlanke Fische. Sie ähneln vom Aussehen her stark der europäischen Flussbarbe. Der Körper ist goldgelb gefärbt. Ihre Brust-, Bauch- und Afterflossen haben einen leichten orange bis rötlichen Ansatz. Die beiden Bartelpaare sind um das unterständige Maul angeordnet. Der längste Strahl der Rückenflosse ist steif und hat einen gesägten Hinterrand. An der Seitenlinie sind 49 bis 51 Schuppen angeordnet.<ref>Peter S. Maitland: Der Kosmos-Fischführer – Die Süßwasserfische Europas in Farbe, Franckh’sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart, 1977, S. 156, ISBN 3-440-04468-8</ref> Männchen und Weibchen zeigen einen geschlechtstypischen Dimorphismus. Während der Laichzeit bilden sie einen für Karpfenfische typischen Laichausschlag aus. Die Iberische Barbe wird gewöhnlich bis 50 Zentimeter lang, in Ausnahmefällen jedoch wesentlich größer, bis 80 Zentimeter und mehr.<ref name="fishbase"/> Bis zu 18 Kilogramm schwere Exemplare wurden in den Flüssen Rio Tajo, Rio Guadiana und Rio Guadalquivir gefangen.<ref>Fishing World Records</ref>

Verbreitung und Lebensraum

Datei:Mapa Barbus comiza.png
Verbreitungsgebiet der Iberischen Barbe (grün). (Der hellblaue Fleck ist ein Artefakt.)

Die Iberische Barbe ist auf der Iberischen Halbinsel in Spanien und Portugal verbreitet. Sie bewohnt die langsamfließenden Unterläufe und Staubecken der großen Flüsse wie dem Rio Tajo, Rio Guadiana und Rio Guadalquivir. Im Guadalquivir-Flussbecken gilt sie jedoch schon als fast ausgestorben.<ref name="fishbase"/> Im Rio Almonte und Rio Guadiana gibt es noch einen ausreichenden Bestand. Luciobarbus comizo bevorzugt tiefes und stehendes Wasser mit einer üppigen Unterwasservegetation.<ref>A.J. Crivelli: Luciobarbus comizo auf IUCN 2010, IUCN Red List of Threatened Species, 2006, Version 2010.4. www.iucnredlist.org</ref>

Lebensweise

Die Iberische Barbe ernährt sich an Grundnähe von Pflanzen, Kleintieren und kleineren Fischen. Während Jungfische überwiegend noch Wirbellose fressen, spezialisieren sich adulte Exemplare mit zunehmender Größe als Raubfische auf kleine Beutefische. Die Laichzeit findet im Frühling, in den Monaten Mai bis Juni statt.<ref name="fishbase"/>

Nutzung

Dort, wo die Iberische Barbe noch häufig vorkommt, ist sie wegen ihrer Größe und Kampfkraft ein beliebter Sportfisch für Angler.

Gefährdung und Schutz

Die Iberische Barbe gilt als gefährdet<ref> http://www.earthsendangered.com/profile.asp?gr=F&sp=11037</ref> und wird in der Berner Konvention, Anhang III, als schützenswerte Fischart aufgeführt. Es wird angenommen, dass die Population von L. comizo in den letzten zehn Jahren seit ungefähr 1990 um 30 % zurückging. Schuld daran sind eine unkontrollierte Wasserentnahme für die landwirtschaftliche Bewässerung, Gewässerverschmutzung, Dammbau, anthropogene Veränderung deren Mikrohabitate und eingeführte fremde Fischarten, dies hat zu einem kontinuierlichen Rückgang der Individuendichte und Verbreitungsgebiet geführt. Der Bau von Staudämmen hatte jedoch auch den positiven Effekt, dass die künstliche Schaffung von ruhigen Gewässerzonen die Fortpflanzungsrate der Fischart ansteigen ließ.<ref name=IUCN>[[[:Vorlage:IUCN/Weblink]] Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:IUCN“ ist nicht vorhanden.] in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN.</ref>

Die Iberische Barbe wird von der Europäischen Union im Anhang II der FFH-Richtlinie geführt und gilt damit als Art von gemeinschaftlichem Interesse, für deren Erhaltung von den Mitgliedsstaaten besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen.

Systematik

Gemäß der Klassifikation der IUCN gehört sie zur Gattung Luciobarbus.<ref name=IUCN /> Diese ist jedoch auch relativ nah mit Vertretern der Gattung Barbus verwandt und wird deswegen auch manchmal als eine Untergattung der Gattung Barbus eingestuft. Im Mittellauf des Rio Tajo kommt es sehr häufig zur natürlichen Hybridisierung mit anderen Iberischen Barbenarten wie zum Beispiel Luciobarbus bocagei. Diese Hybridisierung erschwert phylogenetische Studien, die mithilfe von mitochondrialer DNS durchgeführt werden.<ref>Ana Almodóvar, Graciela Nicola und Elvira Benigno: Natural hybridization of Barbus bocagei x Barbus comizo (Cyprinidae) in Tagus River Basin, Central Spain, 2008, Cybium Bd. 32(2): 99-102 auf <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ucm.es (Memento vom 10. Oktober 2012 im Internet Archive)</ref> Die Art kommt seit 800.000 bis 1.000.000 Jahren im Rio Tajo vor.

Weblinks

Commons: Iberische Barbe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise

<references/>