Zum Inhalt springen

Julius Eichelbaum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 1. September 2025 um 15:15 Uhr durch imported>Adtonko (Archivlink geprüft).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Julius Jakob Eichelbaum (* 5. April 1850 in Insterburg, Provinz Ostpreußen; † 22. Juli 1921 in Leipzig) war ein deutscher Reichsgerichtsrat.

Leben

Julius Eichelbaum studierte an der Albertus-Universität Königsberg Rechtswissenschaft und wurde 1868 Mitglied der freien Landsmannschaft Littuania. 1894 gehörte er zu den Litauern, die sich als neues Corps Littuania dem Königsberger Senioren-Convent anschlossen.<ref>Kösener Korpslisten 1910, 140/427</ref> Der Preuße wurde 1872 vereidigt und 1878 zum Kreisrichter ernannt. Seit 1883 Amtsrichter, wurde er 1890 zum Landrichter und 1891 zum Landgerichtsrat ernannt. 1894 wurde er an das Kammergericht berufen. In Berlin stand er im engen Kontakt zum Soziologen Georg Simmel.<ref name="Simmel_S605">Otthein Rammstedt, Angela Rammstedt (Hrsg.): Georg Simmel. Briefe 1912–1918. Jugendbriefe. Suhrkamp, Berlin 2008, ISBN 978-3-518-28423-0, S. 605.</ref> 1904 kam er an das Reichsgericht.<ref>Personalien, Deutsche Juristen-Zeitung, Jahrgang 9 (1904), Sp. <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />250 (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive).</ref> Neujahr 1920 trat er in den Ruhestand.<ref>Otthein Rammstedt, Angela Rammstedt (Hg.): Georg Simmel. Briefe 1912–1918. Jugendbriefe. Suhrkamp, Berlin 2008, ISBN 978-3-518-28423-0, S. 606.</ref> Zwar evangelisch getauft, galt Eichelbaum bei den Antisemiten als „jüdischer Jurist“.<ref>Steffen Held: Jüdische Hochschullehrer und Studierende an der Leipziger Juristenfakultät, in: Stephan Wendehorst (Hg.): Bausteine einer jüdischen Geschichte der Universität Leipzig. Leipzig 2006, S. 199</ref>

Er war mit Käthe, einer Großnichte Ludwig Herzfelds verheiratet.<ref>Herzfeld Familienchronik, abgerufen am 12. Januar 2011.</ref> Später heiratete er Margarethe Bushenius (1854–1915).<ref name="Simmel_S605" /> Er hatte drei Töchter und den Sohn Ernst Theodor Eichelbaum.<ref name="Simmel_S605" /> Der Rechtsanwalt beim Reichsgericht Martin Meyerowitz war mit Helene, einer Nichte Eichelbaums verheiratet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />www.juden-in-sachsen.de (Memento vom 3. Mai 2014 im Internet Archive) (PDF; 287 kB), abgerufen am 12. Januar 2011.</ref>

Literatur

Adolf Lobe: Fünfzig Jahre Reichsgericht am 1. Oktober 1929. Berlin 1929, S. 371.

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein