Wouw
| Vorlage:Platzhalterbild Flagge |
Vorlage:Platzhalterbild Wappen | |||||
| Staat | Datei:Flag of the Netherlands.svg Niederlande
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| Provinz | Datei:North Brabant-Flag.svg Noord-Brabant | |||||
| Gemeinde | Flagge der Gemeinde Roosendaal Roosendaal | |||||
| Fläche – Land – Wasser |
8,82 km² 8,82 km² 0 km² | |||||
| Einwohner | 4.850 (1. Jan. 2024<ref name="cbs">Kerncijfers wijken en buurten 2024. In: StatLine. CBS, 14. Oktober 2024, abgerufen am 20. Oktober 2024.</ref>) | |||||
| Koordinaten | 51° 31′ N, 4° 23′ O
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| Bedeutender Verkehrsweg | A58 E 312 | |||||
| Vorwahl | 0165 | |||||
| Postleitzahlen | 4724 |
Wouw ist ein Dorf der Gemeinde Roosendaal der niederländischen Provinz Noord-Brabant. Es befindet sich östlich von Bergen op Zoom an der Grenze zu Belgien und war bis 1997 eine eigenständige Gemeinde. Im Jahr 2024 zählte es rund 4850 Einwohner.<ref name="cbs" />
Geschichte
Die erste bekannte Erwähnung von Wouw datiert vom 6. Dezember 1232. In einem Sühnevertrag zwischen Herzog Heinrich II. von Brabant und Gilles (Egilius) von Breda<ref name="bio">Nieuw Nederlandsch Biografisch Woordenboek (NNBW). In: DBNL. 1911, abgerufen am 26. Februar 2017.</ref> wird die Verwaltung der Besitztümer der minderjährigen Kinder von Godfried van Breda (über die Gilles die Vormundschaft ausübte) festgelegt. Gilles erhält den Nießbrauch des Landes entlang der Zoom, mit Ausnahme von „Die Woide“, da dieses von „Boidimus“ gepachtet wurde<ref name="Oosten">M. F. van Oosten: Invloed van de bodemgesteldheid en de waterhuishouding op het agrarische landschap rondom Wouw. Landbouwhogeschool, 11. Februar 1975, abgerufen am 26. Februar 2017.</ref>:
..terram prope Zome, preter Woide quam Boidimus tenebat, statim rehabebit
Das Gebiet um Wouw bestand zu jener Zeit aus sumpfigem Wald. Auch auf der Grundlage sprachwissenschaftlicher Untersuchungen vermutet man, dass das Gebiet von Wouw um das Jahr 1200 von flämischen Einwanderern urbar gemacht wurde. Menschen also, die Erfahrung damit hatten, derartige unzugängliche Umgebungen zu kultivieren.<ref name="roos1983">Jan Stroop: Wouw in het Westbrabantse taallandschap. In: Jaarboek De Ghulden Roos. 1. Juni 2002, S. 41–53, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 17. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Die Entwicklung von Wouw verlief gegen Ende des Hochmittelalters relativ schnell, und bereits 1277 wird die Existenz einer Kirche erwähnt, 1304 gefolgt von der Gründung einer selbständigen Pfarrei. Zu dieser Zeit lebten in der Region wahrscheinlich rund 3000 Menschen, verteilt auf die Dörfer Wouw, Nispen, Roosendaal und zwanzig Weiler.<ref name="leenders">Dr. K. A. H. W. Leenders: De verscheidenheid van het landschap van Westelijk Noord-Brabant. 2000, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 12. August 2020; abgerufen am 11. Juni 2016.</ref> 1287 wurde nach dem Tod des Herrn von Breda das Gebiet geteilt, wodurch Wouw unter die Verwaltung von Bergen op Zoom kam. 1342 ist erstmals vom Schloss Wouw die Rede, einer Wasserburg, die im Auftrag der Herren von Bergen op Zoom errichtet wurde.
Die Einwohner der Herrlichkeit Wouw besaßen, abgesehen von der Zollfreiheit, nur wenige Privilegien. Allerdings gab es eine große Kirchengemeinde, was dazu führte, dass gegen Ende des 15. Jahrhunderts mit dem Bau einer großen gotischen Kirche begonnen wurde, der heutigen Sint-Lambertus-Kirche.
Obwohl bis ungefähr 1570 von einer Blütezeit gesprochen werden kann, wurde Wouw zu Beginn des Achtzigjährigen Krieges nahezu vollständig zerstört, ein Schicksal, das auch viele andere Städte und Dörfer im damals weitgehend entvölkerten Westbrabant traf. Das Dorf, die Kirche und die Burganlage wurden zerstört, und ein Jahrzehnt lang war Wouw unbewohnt.
Wouw wurde im Laufe des 17. und 18. Jahrhunderts nicht befestigt, war jedoch von den Festungen Bergen op Zoom, Steenbergen und Breda umgeben. Die Folge war, dass bei feindlichen Einfällen (wie etwa denen der Franzosen während des Holländischen Krieges) das dazwischenliegende Gebiet, zu dem auch Wouw gehörte, häufig geplündert wurde. Der Wiederaufbau des Dorfes verlief daher sehr langsam; erst 1811 konnten die Einwohner von Wouw dank des Baus von De Arend das Getreide wieder in ihrem eigenen Dorf mahlen lassen.
1863 erhielt Wouw mit dem Bahnhof Wouw einen Anschluss an das Eisenbahnnetz, doch die Industrialisierung kam im Gegensatz zum benachbarten Roosendaal nicht wirklich in Gang. Wahrscheinlich ist dies auf das Fehlen eines Hafens zurückzuführen. Das Dorf blieb überwiegend agrarisch geprägt und erlebte erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts eine gewisse industrielle Entwicklung in Form einer Molkerei (1894) und einer Butterfabrik nahe dem Markt; zu Beginn des 20. Jahrhunderts folgten mehrere Ziegeleien, eine Seifenfabrik, eine Strohhülsenfabrik und drei Brauereien.
Nach dem Zweiten Weltkrieg zogen die meisten Fabriken jedoch in umliegende Städte um, wodurch sich Wouw zu einem vorwiegend von Pendlern bewohnten Dorf entwickelte.
Persönlichkeiten
- Peer Maas (* 1951), Radrennfahrer
- Jacques van Meer (* 1958), Radrennfahrer
Weblinks
- Illustration von Frans Hogenberg von 1583: Die belegerung des Hauses Wovde, nitt weit von Bergen auf Zoom Anno Dni 1583, am 9. und 10. Mai (Digitalisat)
Einzelnachweise
<references />