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Udo Ritgen

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Udo Egon Josef Ritgen (* 22. Juni 1916 in Danzig; † 11. Oktober 2010 in Pullach im Isartal) war ein deutscher Offizier. Ab 1953 war er Angehöriger der Organisation Gehlen und von 1956 bis 1975 des Bundesnachrichtendienstes, zuletzt im Dienstgrad Brigadegeneral.

Leben

Ritgen entstammt einer westpreußischen Gutsbesitzerfamilie und war katholisch. Sein Vater war der Landwirt Bruno Ritgen, seine Mutter Irene, geborene Berghoff-Isingen.<ref name="BArch" />

Seine Jugend verbrachte Ritgen mit seinen vier Geschwistern auf Gut Groß Falkenau im Landkreis Rosenberg in Westpreußen. Er besuchte das Gymnasium in Deutsch Eylau und das Gymnasium Marienwerder und legte 1935 sein Abitur ab.

Am 6. April 1936 trat Ritgen beim Infanterie-Regiment 3 der 21. Infanterie-Division in Deutsch Eylau in die Wehrmacht ein. Am 1. Januar 1938 wurde er zum Leutnant befördert und am 1. August 1939 Ordonnanzoffizier im I. Bataillon des Grenadier-Regiments 3 (ehemals Infanterie-Regiment 3). Am 1. Oktober 1939 wurde er Zugführer, am 1. Juni 1940 zum Oberleutnant befördert und am 9. Oktober 1940 Kompanieführer der 10. Kompanie des Grenadier-Regiments 3. Am 11. April 1941 wurde er Kompanieführer der 15. Kompanie des Grenadier-Regiments 3 und am 17. Oktober 1941 ins Lazarett eingeliefert. Am 8. Mai 1942 wurde er Führer der Stabskompanie und Regiments-Adjutant im Grenadier-Regiment 3, am 1. Oktober 1942 zum Hauptmann befördert und am Folgetag Bataillonsführer des I. Bataillons des Ausbildungs-Bataillons 21. Am 4. März 1943 wurde er Bataillonsführer des I. Bataillons des Grenadier-Regiments 3, am 1. Juli 1943 zum Major befördert und zeitgleich sowohl Bataillonsführer des I. Bataillons des Grenadier-Regiments 3 als auch des Ausbildungs-Bataillons 21. Am 15. Oktober 1943 wurde er offiziell in die Führerreserve des Oberkommandos des Heeres versetzt und zugleich kommandiert zur Amtsgruppe P 2 (Heerespersonalamt). Am 1. März 1944 erfolgte die Kommandierung zur 26. Panzer-Division zur Vorbereitung auf die Generalstabsausbildung und am 15. Juli 1944 die Versetzung zur Kriegsakademie in Hirschberg im Riesengebirge.<ref name="BArch">BArch PERS 6/300474</ref>

Ab März 1945 war Ritgen im Generalstab und Leiter der Seeleitstelle Hela. Das Armee-Oberkommando Ostpreußen beauftragte ihn mit der Evakuierung und Rückführung von rund einer halben Million Flüchtlinge und Soldaten aus Ost- und Westpreußen von Hela aus über den Seeweg.

Nach seiner Kriegsgefangenschaft in Belgien und in Munster wurde Ritgen im Frühjahr 1947 nach Westfalen entlassen. 1948 begann er ein Studium der Rechtswissenschaft in Frankfurt am Main, welches er 1952 mit dem ersten juristischen Staatsexamen abschloss.

1953 trat Ritgen als Hilfsreferent für Ostaufklärung in die Organisation Gehlen ein.<ref name="müller" /> Von 1953 bis 1956 war er Mitarbeiter der Abteilung Gegenspionage und bis 1954 zugleich der politischen Aufklärung. Als die Organisation Gehlen am 1. April 1956 zum Bundesnachrichtendienst wurde, wurde auch Ritgen dessen Angehöriger. In der Organisation Gehlen und im Bundesnachrichtendienst führte er den Decknamen Udo Ritter. Am 17. September 1956 wurde er als Major in das Dienstverhältnis eines Soldaten übernommen, blieb aber beim Bundesnachrichtendienst. Von 1956 bis 1969 war er Mitarbeiter des Strategischen Dienstes Ostaufklärung und danach der militärischen Auswertung des Bundesnachrichtendienstes. Anschließend wurde er Unterabteilungsleiter Militärische Aufklärung.<ref name="müller">Rolf-Dieter Müller: Reinhard Gehlen: 1950–1979. Ch. Links Verlag, 2017, ISBN 978-3-86153-966-7, S. 841.</ref> Mit Ablauf des September 1975 wurde er in den Ruhestand versetzt.<ref>Ronny Heidenreich: Die Organisation Gehlen und der Volksaufstand am 17. Juni 1953 (= Jost Dülffer, Klaus-Dietmar Henke, Wolfgang Krieger, Rolf-Dieter Müller [Hrsg.]: Studien der Unabhängige Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes 1945–1968). Unabhängige Historikerkommission zur Erforschung der Geschichte des Bundesnachrichtendienstes 1945–1968, Marburg 2013, S. 66 (Fn. 211) (archive.org [PDF]).</ref>

Im Ruhestand hielt Ritgen weiterhin wehrpolitische Vorträge und übernahm publizistische Aktivitäten. Ritgen war lange Zeit Mitglied des Vorstandes der Ost- und Westpreußenstiftung Bayern, wofür ihn die Landesgruppe Bayern der Landsmannschaft West- und Ostpreußen im Juni 2006 die Albertus-Nadel in Gold verlieh.

Auszeichnungen

Schriften

  • Pflichterfüllung bis zum bitteren Ende. In: Die große Not, Sarstedt, 1966.
  • Militärische Betrachtungen über einige Erfahrungen des letzten Feldzuges und einige Zustände deutscher Armeen. Reprint, Hans Neschen, Bückeberg, 1969.
  • Udo Ritgen: Groß-Falkenau: das Weihnachtszimmer und andere Erinnerungen an Ostpreußen. Langen Müller, München 2000, ISBN 978-3-7844-2743-0.
  • Verantwortung und Entscheidung: Schlüsselerlebnisse im Zweiten Weltkrieg. Universitas, 2013.

Siehe auch

Literatur

  • Clemens Range: Kriegsgedient – Die Generale und Admirale der Bundeswehr. Translimes Media Verlag, Müllheim-Britzingen 2013, ISBN 978-3-00-043646-8, S. 416–417.

Weblinks

Einzelnachweise

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