Vorlage:Review des Tages
Die Schnellfahrstrecke Hannover–Berlin ist eine 256,2 Kilometer lange zweigleisige Eisenbahn-Hochgeschwindigkeitsstrecke in Deutschland, die die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover über Wolfsburg, Stendal und Rathenow mit der Bundeshauptstadt Berlin verbindet und auf ihrem Kernabschnitt Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h ermöglicht. Ihre Entstehungsgeschichte ist untrennbar mit der Deutschen Teilung verbunden. Erste Planungen für eine leistungsfähige Schienenverbindung zwischen West-Berlin und Hannover wurden in den 1980er Jahren angestellt, doch zwischenstaatliche Verhandlungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR gestalteten sich langwierig, sodass eine Grundsatzvereinbarung erst im Juni 1990 unterzeichnet werden konnte. Als Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 4 klassifiziert, gliedert sich die Infrastrukturmaßnahme in Ausbaustrecken zwischen Hannover und Oebisfelde sowie zwischen Berlin-Staaken und Berlin und eine rund 150 Kilometer lange Neubaustrecke zwischen Oebisfelde und Berlin-Staaken, die als erste in Deutschland überwiegend in fester statt konventioneller Schotterfahrbahn ausgeführt wurde. Der Bau begann im November 1992, nahm unter anderem wegen Naturschutzauflagen im Trappenschutzgebiet „Havelländisches Luch“, wo die Strecke auf Schutz und Erhalt des dort beheimateten Großtrappen-Bestandes Rücksicht nehmen musste, mehr Zeit in Anspruch als geplant, bevor die offizielle Eröffnung am 15. September stattfand und der reguläre Betrieb am 20. September 1998 aufgenommen wurde. Die Inbetriebnahme verkürzte die Reisezeit zwischen Hannover und Berlin von rund vier Stunden auf unter zwei Stunden und positionierte die Strecke als Teil des Kernnetzes der Transeuropäischen Verkehrsnetze, auf der heute mehrere ICE- und IC-Linien verkehren.