Christine Prayon
Christine Prayon [<templatestyles src="IPA/styles.css" />]<ref>nach der Vorstellung durch Sebastian Pufpaff in Pufpaffs Happy Hour vom 11. November 2018 (Youtube, ab Min. 4:34)</ref> (* 22. Mai 1974 in Bonn<ref>Vita. Abgerufen am 29. Juni 2023.</ref>) ist eine deutsche Schauspielerin und Kabarettistin.
Leben
Die Vorfahren Christine Prayons stammen aus den belgischen Ardennen. Sie selbst wuchs in einer konservativ-katholischen Familie auf: Ihr Großvater war General der belgischen Armee, ihr Vater Oberst der Bundeswehr. Sie besuchte Schulen in Bonn und Waldbröl. Nach dem Abitur 1993 studierte sie zunächst ab 1994 Germanistik und Romanistik in Köln, bevor sie von 1996 bis 2000 an der Theaterakademie August Everding in München eine Schauspielausbildung absolvierte. 1996 hatte sie auch mit einer kleinen Rolle in einer Daily Soap ihr Fernsehdebüt.<ref>Verbotene Liebe – Folge 339. Abgerufen am 29. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Danach war sie an verschiedenen deutschen Bühnen engagiert und wirkte in diversen Fernsehproduktionen mit, z. B. 2002 in der 8. Staffel des Bullen von Tölz. Prayon hatte Rollen bei den Freilichtspielen Schwäbisch Hall und den Schlossfestspielen Neersen und war von 2002 bis 2004 Ensemblemitglied am Theater Baden-Baden. Von 2004 bis 2008 gehörte sie dem Ensemble des Renitenztheaters in Stuttgart an.
Gemeinsam mit Eva Eiselt trat Prayon von 2005 bis 2008 als „Top Sigrid“ auf. Mit dem Bühnenprogramm „Wir machen alles“ tourten sie im deutschsprachigen Raum und gewannen 2006 sowohl den Haupt- als auch den Publikumspreis beim Kabarett-Nachwuchswettbewerb Stuttgarter Besen im Rahmen des Stuttgarter Kabarett-Festivals. Im selben Jahr wurde das Duo auch mit dem Kleinkunstpreis Baden-Württemberg bedacht.<ref>20 Jahre Kleinkunstpreis Baden-Württemberg. In: Kultusportal Baden-Württemberg. 27. April 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 29. Juni 2023.</ref> 2009 gründete sie mit der Schauspielerin Sarah Masuch das Kabarett-Duo Bleckonweit. Außerdem ist sie seit 2008, neben Helge Thun, Jakob Nacken und Udo Zepezauer, unregelmäßig Gastgeberin der Veranstaltungsreihe „Comedy Stube“ im Sudhaus Tübingen.<ref>Info. Abgerufen am 29. Juni 2023.</ref>
Im Januar 2010 feierte Prayon mit ihrem ersten Soloprogramm „Die Diplom-Animatöse“ im Theaterhaus Stuttgart Premiere. Im selben Jahr belegte sie, nachdem sie zuvor schon den „Dortmunder Kabarett & Comedy PoKCal“ gewonnen hatte,<ref>2010: Christine Prayon gewinnt 6. PoKCal. Solo der Ex-„Top Sigrid“ siegreich. In: Wichern.net. 27. Januar 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 29. Juni 2023.</ref> im Wettbewerb um das Passauer Scharfrichterbeil den zweiten Platz.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />ScharfrichterBeil: Messerscharfes Kabarett ( vom 6. Dezember 2010 im Internet Archive) auf BR-Online</ref>
Vom 7. Oktober 2011 bis 23. September 2022<ref name="kontext">Susanne Stiefel: Christine Prayon, Kabarettistin: Birte spielt nicht mehr mit. Interview. 28. Juni 2023, abgerufen am 29. Juni 2023.</ref> wirkte sie als Birte Schneider in der heute-show des ZDF mit. Zuvor hatte sie während der Proteste gegen Stuttgart 21 auf Kundgebungen satirische Reden gehalten und u. a. die damalige Landesministerin Tanja Gönner persifliert,<ref>Susanne Stiefel: Hosen runter. 9. Januar 2013, abgerufen am 29. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> wodurch eine Redakteurin der Sendung auf sie aufmerksam wurde. Am 26. März 2013 hatte Prayon einen Auftritt in der Kabarett-Sendung Neues aus der Anstalt<ref>Neues aus der Anstalt – Folge 57 – 26.03.13 – HD. Abgerufen am 29. Juni 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> und am 26. Mai 2015,<ref>ZDF Livestreams und Programmübersicht. Abgerufen am 29. Juni 2023.</ref> sowie am 24. Mai 2016, am 23. Oktober 2018, und am 3. November 2020 in der Nachfolgesendung Die Anstalt. Im Juli 2013 äußerte Prayon gegenüber der Stuttgarter Zeitung, sie würde nie in der Sendung Satire Gipfel auftreten, weil deren Gastgeber Dieter Nuhr „eine Systemstütze“ sei, Kabarett aber gegen die Herrschenden gemacht werden müsse.<ref>Rupert Koppold: Christine Prayon im Porträt „Verstören Sie Ihre Zuschauer gern?“ In: Stuttgarter Zeitung. 20. Juli 2013, abgerufen am 4. Juli 2023.</ref> Weitere Fernsehauftritte hatte Prayon ab 2013 auch in Christian Ehrings Satire-Show Extra 3.<ref>Christine Prayon im Studio. NDR, 24. April 2013, abgerufen am 29. Juni 2023.</ref> Ferner hatte sie Gastauftritte in den Sendungen NightWash am 7. Juni 2012<ref>Pass auf! Pass auf! Pass auf! – Christine Prayon – NightWash auf YouTube, 22. April 2018, abgerufen am 5. Juli 2023.</ref>, Pufpaffs Happy Hour am 4. November 2012,<ref>Christine Prayon: Ein Besuch in einem italienischen Restaurant | Pufpaffs Happy Hour auf YouTube, abgerufen am 4. Juli 2023.</ref> am 20. Juli 2014<ref>Christine Prayon und ihr neuer Frauenroman | Pufpaffs Happy Hour auf YouTube, 2. April 2023, abgerufen am 5. Juli 2023.</ref>, am 11. November 2018 und am 11. Oktober 2020<ref>Das hammergeile Gewinnspiel bei Radio-Diarrhö | Pufpaffs Happy Hour auf YouTube, 6. März 2021, abgerufen am 5. Juli 2023.</ref> sowie Olafs Klub (MDR) am 16. Oktober 2021.<ref>Helene Bockhorst, Jan Philipp Zymny und Christine Prayon bei Olafs Klub | MDR SPASSZONE (ab 0:30:31) auf YouTube, abgerufen am 4. Juli 2023.</ref> Bei der Preisverleihung des Dieter-Hildebrandt-Preises am 14. Mai 2019 in München kritisierte Prayon in ihrer Dankesrede die Abkehr der Stadt vom LiMux-Projekt<ref>"Für die Zukunft". In: web.archive.org/Telepolis. Wayback Machine, 15. Mai 2019, abgerufen am 7. Dezember 2024.</ref> und spendete das Preisgeld von 10.000 Euro an die Free Software Foundation Europe,<ref>FSFE bedankt sich bei Christine Prayon. FSFE, 15. Mai 2019, abgerufen am 12. Juni 2019.</ref> worüber anwesende lokale Medien unisono nicht berichteten.<ref>Michael Meyen: "Kuscheln durch Weglassen". Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung, LMU München, 17. Mai 2019, abgerufen am 12. Juni 2019.</ref>
Am 19. Oktober 2019 fand im Stuttgarter Renitenztheater die Premiere von Prayons zweitem Soloprogramm „Abschiedstour“ statt.<ref>Cornelius Oettle: Vexierspiel mit Antikapitalistin. Stuttgarter Zeitung, 17. Oktober 2019, abgerufen am 4. Januar 2020 (Teaser mit relevanter Info sichtbar; restlicher Beitrag hinter Paywall).</ref> Anlässlich einer Voraufführung von „Abschiedstour“ in Kiel am 12. Oktober titelten die Kieler Nachrichten „Ganz großes Kabarett“ und zählten Prayon „zu den besten Kabarettisten des Landes“.<ref>Kai-Peter Boysen: Christine Prayon: Ganz großes Kabarett. Kieler Nachrichten, 14. Oktober 2019, abgerufen am 4. Januar 2020.</ref>
Im Dezember 2021 las sie für die heute-show in einem YouTube-Video den vollständigen Koalitionsvertrag der 20. Wahlperiode des Bundestages der Ampelkoalition in 8 Stunden und 50 Minuten laut vor.<ref>Der ganze Ampel-Koalitionsvertrag, am Stück gelesen von Birte Schneider | heute-show. Abgerufen am 3. Dezember 2021.</ref>
In einem Interview mit der KONTEXT:Wochenzeitung im Juni 2023 äußerte sich Prayon, die nach eigenen Angaben unter dem Post-Vac-Syndrom leidet,<ref>SWR1: Christine Prayon hat Impfschaden: Kampf um Hilfe bei Post-Vac. 23. April 2024, abgerufen am 14. Dezember 2024.</ref> erstmals zur Beendigung ihrer Zusammenarbeit mit der heute-show.<ref name="kontext" /><ref>Kabarettistin Prayon: Heute-Show macht Stimmung gegen Andersdenkende. Süddeutsche Zeitung, 28. Juni 2023, abgerufen am 28. Juni 2023.</ref> Aus ihrer Sicht würden in der Satiresendung hinsichtlich Corona oder beim Ukrainekrieg Narrative und Positionen von Gruppen, die gesellschaftlich in der Hierarchie weit oben stehen, unablässig wiederholt und gleichzeitig Stimmung gegen Andersdenkende gemacht.<ref name="kontext" /> Sie wolle sich nicht daran beteiligen, Andersdenkende der Lächerlichkeit preiszugeben.<ref name="kontext" /> In diesem Zusammenhang kritisierte sie auch den Satiriker Jan Böhmermann. Dieser hatte sich in seiner Sendung ZDF Magazin Royale am 19. November 2021 unter anderem über Menschen empört, die nicht gegen COVID-19 geimpft sind („Ungeimpfte“) und zwei Stinkefinger gezeigt.<ref>Ausschnitt aus der Sendung ZDF Magazin Royale vom 19. November 2021. (MP4) In: Kontext: Wochenzeitung. Abgerufen am 4. Juli 2023.</ref> Prayon äußerte hinsichtlich der Gründe, warum sie auch in anderen Satiresendungen wie Die Anstalt nicht mehr auftritt, wenn man „das große Fass Kapitalismuskritik“ aufmache und es wirklich ernst meine, sei man „draußen“.<ref name="kontext" /> Über die Klimaaktivisten des Bündnisses Letzte Generation, die sich auf der Straße festkleben, sagte sie, diese würden kriminalisiert, weil sie durch das Lahmlegen des Verkehrs, durch das Leute nicht zur Arbeit kommen, das bestehende System des Kapitalismus zum Bröckeln brächten. Das kenne sie noch vom Protest gegen Stuttgart 21.<ref name="kontext" /> Das Interview war Gegenstand einer breiten Berichterstattung<ref>Warum Christine Prayon bei der heute-show aufhört: Kritik an Satire. In: FAZ.NET. 29. Juni 2023, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 4. Juli 2023]).</ref><ref>Heute-Show: Warum Christine Prayon die Sendung verlässt – WELT. 4. Juli 2023, abgerufen am 4. Juli 2023.</ref><ref>Rundumschlag von Christine Prayon: ZDF reagiert nach massiver Kritik an „heute-show“ und Jan Böhmermann. In: Der Tagesspiegel Online. ISSN 1865-2263 (tagesspiegel.de [abgerufen am 4. Juli 2023]).</ref><ref>Oliver Hochkeppel, Susan Vahabzadeh: Christine Prayon hört bei „Heute-Show“ auf: Ihr Abschied vergrößert Grundproblem. In: Süddeutsche Zeitung. 29. Juni 2023, abgerufen am 4. Juli 2023.</ref> und wurde eingehend kommentiert, unter anderem von Arno Frank<ref>Arno Frank: Comedy-TV in der Kritik: Hat Christine Prayon recht? In: Der Spiegel. 1. Juli 2023, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 4. Juli 2023]).</ref> und El Hotzo.<ref>Maximilian Sippenauer: "El Hotzo" äußert sich zu Prayon: "Mach' deine eigene Sendung". In: BR24. 1. Juli 2023, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 25. Februar 2026.</ref>
Am 12. Februar 2024 war Prayon in der Fernsehsendung MDR um 4 zu Gast zum Interview mit Peter Imhof.<ref>Gäste zum Kaffee: Kabarettistin Christine Prayon. In: MDR um 4. MDR-Fernsehen, 12. Februar 2024, abgerufen am 22. Februar 2024.</ref>
Privatleben
Prayon lebt in Berlin-Karlshorst,<ref name="kontext" /> ist verheiratet<ref name="kontext" /> und hat einen Sohn.<ref>Christine Prayon im Interview: „Gutes Kabarett ruht sich nicht auf Binsenweisheiten aus.“ In: Planet Interview. Abgerufen am 31. Juli 2019.</ref>
Filmografie (Auswahl)
- 2005: In Sachen Kaminski (Fernsehfilm)
- 2008: Mein Mann, der Trinker (Fernsehfilm)
- 2015: Die Anstalt (Fernsehserie, Folge Spionage)
- 2019: Hubert ohne Staller (Fernsehserie, Folge Ein kuscheliger Mord)
- 2020: WaPo Bodensee (Fernsehserie, Folge Auf Messers Schneide)
Auszeichnungen
- 2006: Goldener Besen sowie Publikumspreis mit Top Sigrid
- 2006: Kleinkunstpreis Baden-Württemberg mit Top Sigrid
- 2010: Dortmunder Kabarett & Comedy PoKCal
- 2010: 2. Platz beim Wettbewerb um das Passauer Scharfrichterbeil
- 2012: Förderpreis der Stadt Mainz zum Deutschen Kleinkunstpreis
- 2012: Preis der Jury des Prix Pantheon in der Kategorie „Frühreif und Verdorben“ (neben Michael Hatzius)<ref>Prix-Pantheon-Preis für Christine Prayon und Michael Hatzius. Am 27. April 2012 auf rundschau-online.de.</ref>
- 2012: Programmpreis des Deutschen Kabarett-Preises für ihr Programm „Die Diplom-Animatöse“<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Preisträger 2012 ( vom 5. November 2012 im Internet Archive). Auf burgtheater.de.</ref>
- 2014: Förderpreis der Neuen Ruhr Zeitung beim Comedy Arts Festival Moers<ref>Karen Kliem: Moers’ Comedy Arts Festival war ein voller Erfolg. In: derwesten.de. 31. August 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 5. März 2016.</ref>
- 2018: Eddi<ref>Jürgen Amendt: Gelacht wird wenig. neues deutschland, abgerufen am 7. August 2019.</ref>
- 2019: Dieter-Hildebrandt-Preis<ref>Dieter-Hildebrandt-Preis geht an Christine Prayon. In: muenchen.de. Abgerufen am 31. Juli 2019.</ref>
Bücher
- Abschiedstour. Eine Utopie. Westend Verlag, Frankfurt am Main, 2022, ISBN 978-3-86489-370-4.
- Abwesenheitsnotiz – Long Covid, Short Story. Westend Verlag, Neu-Isenburg 2024, ISBN 978-3-86489-431-2.
Hörbücher
- Abschiedstour. Eine Utopie. Autorinnenlesung. Argon Verlag, 2022, ISBN 978-3-7324-5879-0 (Hörbuch).
- Robert Thorogood: Mrs Potts’ Mordclub und der tote Nachbar. Argon Verlag, 2022, ISBN 978-3-7324-1959-3 (Originaltitel: The Marlow Murder Club. Übersetzt von Ingo Herzke).<ref>Christine Prayon liest »Mrs Pott's Mordclub und der tote Nachbar« von Robert Thorogood auf YouTube, 11. Februar 2022, abgerufen am 5. Juli 2023 (Hörprobe).</ref>
- Robert Thorogood: Mrs Potts’ Mordclub und der tote Bräutigam. Argon Verlag, 2023, ISBN 978-3-7324-0613-5 (Originaltitel: Death Comes to Marlow. Übersetzt von Ingo Herzke).
Weblinks
- Literatur von und über Christine Prayon im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Vorlage:IMDb/1
- christineprayon.de
- Christine Prayon porträtiert von Rupert Koppold
- Christine Prayon porträtiert von Marianne Kolarik
- Porträt von Arno Luik im Stern 19/2018
- Sammlung repräsentativer Videoclips mit TV-Auftritten und Redebeiträgen Christine Prayons
- Sammlung der Auftritte Christine Prayons bei Demos gegen 'Stuttgart 21'
Einzelnachweise
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Prayon, Christine |
| ALTERNATIVNAMEN | Schneider, Birte |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsche Schauspielerin und Kabarettistin |
| GEBURTSDATUM | 22. Mai 1974 |
| GEBURTSORT | Bonn |