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Wadym Rabinowytsch

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Wadym Rabinowytsch (2009)

Wadym Sinowijowytsch Rabinowytsch (in deutscher und englischer Presse oft auch Vadim Rabinovich o. ä., ukrainisch Вадим Зіновійович Рабінович; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 4. August 1953 in Charkow, UdSSR) ist ein ukrainisch-israelischer Oligarch, Sportfunktionär, Politiker (Oppositionsplattform – Für das Leben), Mäzen sowie der Vorsitzende des All-Ukrainischen Jüdischen Kongresses, der dem Jüdischen Weltkongress angehört.

Leben

Als Geschäftsmann besaß er zunächst ein Möbelimportgeschäft, später exportierte er ukrainisches Erdgas. Unter der Anklage unterschiedlicher Verbrechen verurteilt und ausgebürgert, verließ er das Land und wurde aufgrund seiner jüdischen Herkunft israelischer Staatsbürger. Später wurde die Verurteilung aufgehoben und seine ukrainische Staatsbürgerschaft wiederhergestellt.

Rabinowytsch gründete 1997 den Allukrainischen Jüdischen Kongress, eine der wichtigsten jüdischen Vereinigungen in der Ukraine. Rabinowytsch ist zudem Vorsitzender des 2012 gegründeten European Jewish Parliament, einem weitgehend inaktiven Dachverband.

Nach einem Bericht des Spiegel verkaufte Rabinowytsch im Jahre 2002 zusammen mit dem Waffenhändler Wiktor But zwischen 150 und 200 ehemals sowjetische Panzer der Typen T-55 und T-62 an die Taliban.<ref>Ports: All 'Bout a Dealer Named Bout, Village Voice, 21. Februar 2006.</ref> Rabinowytsch bestritt die Aussagen dieser Berichte. In den USA gilt eine ständige Einreiseverweigerung gegen Rabinowytsch wegen „mutmaßlicher Beteiligung an der organisierten Kriminalität, Geldwäsche, Drogenschmuggels und des Verkaufs von Kriegswaffen an Nordkorea und den Irak, Auftragsmorden und anderen Verbrechen“ (Übersetzung des deutschen Artikelautors).<ref>Betsy Gidwitz, Jewish Life in Ukraine at the Dawn of the Twenty-First Century: Part One, Jerusalem Center for Public Affairs, April 2001.</ref>

Der Publizist Jürgen Roth bezeichnet Rabinowytsch als „das wichtigste Verbindungsstück zwischen legalen und kriminellen Geschäftsmännern [sic] in der ehemaligen Sowjetunion“.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jürgen Roth: Der Oligarch (Memento vom 3. März 2011 im Internet Archive).</ref> In Roths Buch „Der Oligarch“ (Hamburg 2001) äußert sich Rabinowytsch über kriminelle Verflechtungen der russischen Mafia in Europa, dem Bericht nach in der Folge einer Aufforderung des vormaligen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland Ignatz Bubis, „seinen Namen zu säubern“, um ein würdiger Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in der Ukraine zu sein.

Rabinowytsch ist auch wegen seiner philanthropischen Aktivitäten bekannt. Er ist der Stifter einer goldenen Menora für den Platz an der Jerusalemer Klagemauer und spendete über 10 Mio. israelische Schekel (entspr. ca. 2 Mio. €) für die Restauration der Churva-Synagoge im jüdischen Viertel der Jerusalemer Altstadt.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Hurva Synagogue restoration nears completion (Memento vom 3. April 2008 im Internet Archive), Jerusalem Post, March 28, 2008.</ref><ref>From ruin to reconstruction, the Hurva Synagogue is completed - again, Jewish Journal, March 9, 2010.</ref> Im Jahr 2011 gründete er, gemeinsam mit Ihor Kolomojskyj, den Fernsehsender Jewish News One.<ref name="nzz-113007960">Al-Jazira auf Jüdisch. In: nzz.ch. 15. Oktober 2011, abgerufen am 14. Oktober 2018.</ref>

Am 25. März 2014 reichte Rabinowytsch die Unterlagen für seine Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2014 ein.<ref>President of All-Ukrainian Jewish Congress Rabynovych to register as presidential candidate, Interfax-Ukraine am 25. März 2014</ref> Er erreichte bei diesen Wahlen am 25. Mai ein Wahlergebnis von 2,25 %.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Webseite der staatlichen ukrainischen Nachrichtenagentur nrcu vom 29. Mai 2014 (Memento vom 29. Mai 2014 im Internet Archive)</ref>

Anlässlich der Ukraine-Krise gab die OSZE Mitte November 2016 an, dass Teilnehmer bei einer von seiner Partei „Für das Leben“ organisierten Demonstration Geld erhalten haben.<ref>OSZE: Ukrainische Partei zahlt Demonstranten. In: derStandard.at. 16. November 2016, abgerufen am 17. November 2016.</ref>

2021 klagte Rabinowytsch gegen Präsident Selenskyj, nachdem dessen Regierung drei als pro-russisch geltende Fernsehsender schließen ließ.

Einen Monat nach Beginn des Angriffskrieges Russlands in der Ukraine am 24. Februar 2022 verfasste Rabinowytsch eine Erklärung, die auf der Website des European Jewish Parliament veröffentlicht wurde; darin schrieb er zum Krieg: »In der derzeitigen Situation, wenn jeden Tag Hunderte, Tausende Menschen sterben, muss alles, was möglich ist, getan werden, um die Konfliktparteien zu einer Beruhigung zu bewegen und sich zurückzuziehen.« Mitte April 2022 platzierte die ukrainische Regierung Rabinowytsch auf eine Liste mit Namen von insgesamt 111 sogenannten „Verrätern“. Ihnen wurde vorgeworfen, mit Russland kollaboriert zu haben. Neben Rabinowytsch standen noch eine Handvoll weiterer jüdische Personen auf der Liste, darunter die frühere Politikerin Anna German. Rabinowytsch war jedoch der einzige Leiter einer jüdischen Organisation.<ref>Ukraine-Krieg: Leiter jüdischer Organisation auf „Verräter“-Liste. In: Jüdische Allgemeine. 21. April 2022, abgerufen am 20. Juli 2025.</ref>

Privates

Von 2007 bis 2013 war Rabinowytsch Präsident des Profi-Fußballvereins FK Arsenal Kiew.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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