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Zita Zehner

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Zita Zehner (* 8. November 1900 in Rannungen bei Schweinfurt; † 10. September 1978 in Fischbachau-Birkenstein) war eine deutsche Politikerin (CSU), Mitglied des Bayerischen Landtages und Verfassungsrichterin.<ref name=":0">Abgeordnete(r) Zita Zehner. Bayerischer Landtag, abgerufen am 2. Mai 2021.</ref>

Leben

Ausbildung und Beruf

Zehner wurde als achtes Kind auf einem Bauernhof in Unterfranken geboren. Bis zum Ende des Ersten Weltkrieges kümmerte sie sich um den elterlichen Hof. Ab 1919 begann sie eine Ausbildung zur Hauswirtschaftslehrerin in Aschaffenburg. Zur Vervollständigung der Ausbildung besuchte sie ein Lehrerinnenseminar in Bamberg und ein Wirtschaftslehrerinnenseminar in Landshut. Als Wirtschaftslehrerin veranstaltete sie Weiterbildungskurse für Landfrauen und vertrat die Bäuerinnen in verschiedenen Kreisbauernkammern in Bayern.<ref name=":0" /> 1928 wurde Zehner Mitglied der Bayerischen Volkspartei (BVP). Als Gegnerin der NSDAP erhielt Zehner 1933 Berufsverbot und wurde 1935 sogar kurzzeitig inhaftiert.<ref name=":1">Zita Zehner. In: Bayerischer Verdienstorden. Abgerufen am 2. Mai 2021.</ref>

Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, begann Zehner im Kleinen Lebensmittel zu verkaufen und baute nach und nach einen Lebensmittelgroßhandel und eine Teigwarenfabrik auf. Während der Kriegsjahre konnte sie so auch notleidende Menschen versorgen.<ref name=":0" /><ref name=":1" />

Politische Karriere

Von der US-amerikanischen Militärregierung wurde sie 1945 in den Stadtrat von München berufen. 1946 wurde sie als CSU-Mitglied in den Stadtrat gewählt.<ref name=":0" /> Dort setzte sie sich im Wohlfahrts- und Schulausschuss für die städtischen Speiseanstalten und den Wiederaufbau bezahlbarer Wohnungen für Familien ein.<ref name=":1" />

Bei der ersten Wahl zum Bayerischen Landtag am 1. Dezember 1946 wurde Zehner als CSU-Abgeordnete für den Wahlkreis Oberbayern in den Landtag gewählt. Für ihre Arbeit im Landtag gab sie 1947 ihren Stadtratsposten und ihre Unternehmen auf. Insgesamt saß Zehner fast 24 Jahre ununterbrochen im Landtag. Am 10. Dezember 1970 schied sie – 70-jährig – aus dem Parlament aus. Als Landtagsabgeordnete arbeitete sie in den Ausschüssen für Sozialpolitische Angelegenheiten, für Eingaben und Beschwerden, für Ernährung und Landwirtschaft, für Wirtschaft oder für Kulturpolitische Fragen. Seit 1946 war Zehner 1. Schriftführerin des Landtag-Präsidiums. Ab 1950 war sie Mitglied im Ältestenrat. 1949/50 war Zehner Mitglied der Bundesversammlung.<ref name=":0" />

Bayerischer Verfassungsgerichtshof

Am 24. April 1959 wurde Zehner vom Bayerischen Landtag zum nichtberufsrichterlichen Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs gewählt.<ref name="4/18">Bayerischer Landtag: Plenarprotokoll Nr. 4/18 vom 24. April 1959. S. 553; bayern.landtag.de (PDF; 1,6 MB).</ref><ref>Drucksache 4/409, Beilage 412. (PDF) Bayerischer Landtag, 24. April 1959, abgerufen am 2. Mai 2021.</ref> Sie wurde drei Mal wiedergewählt und schied zum Ende der Legislaturperiode 1974 aus.<ref name="5/7">Bayerischer Landtag: Plenarprotokoll Nr. 5/7 vom 12. Februar 1963. S. 160; bayern.landtag.de (PDF; 4,3 MB).</ref><ref name="6/5">Bayerischer Landtag: Plenarprotokoll Nr. 6/5 vom 31. Januar 1967. S. 38–39; bayern.landtag.de (PDF; 2,9 MB).</ref><ref name="7/5">Bayerischer Landtag: Plenarprotokoll Nr. 7/5 vom 27. Januar 1971. S. 91; bayern.landtag.de (PDF; 2,8 MB).</ref>

Engagement und Mitgliedschaften

  • Von 1953 bis 1969 war sie Vorsitzende der Frauenarbeitsgemeinschaft der CSU, der späteren Frauen-Union. Dort engagierte sie sich für die Stellung der Frau im öffentlichen Leben und für die Zusammenarbeit katholischer und evangelischer Frauen.<ref name=":1" />
  • Seit 1927 Mitglied des Katholischen Frauenbundes.<ref name=":1" />
  • Von 1946 bis 1966 stellvertretende Vorsitzende des Gefängnisbeirates der Frauenstrafanstalten Rothenfels und Stadelheim.<ref name=":0" />
  • Von 1954 bis 1966 Vorsitzende des Gefängnisbeirates Frauenstrafanstalt Aichach<ref name=":0" />
  • Von 1957 bis 1962 Mitglied im Beirat zur Wiedergutmachung beim Landesentschädigungsamt<ref name=":0" />

Privates

Zehner war nicht verheiratet. Ab den 60er Jahren betrieb sie in Birkenstein eine kleine Pension.<ref name=":1" /> Sie starb am 10. September 1978 im Alter von 77 Jahren und wurde auf dem Münchener Friedhof Bogenhausen bestattet. Die Grabstelle wurde 2011 aufgelöst.

Auszeichnungen und Ehrungen

  • 1959: Bayerischen Verdienstorden<ref name=":1" />
  • 1965: Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland: Großes Verdienstkreuz<ref>Das Deutsche Ordensbuch. Die Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Friedrich W. Borchert, Düsseldorf 1967, OCLC 951111658, S. 33.</ref>
  • Päpstlicher Orden Pro Ecclesia et Pontifice<ref name=":1" />
  • In Würdigung ihrer Verdienste benannte die Stadt München am 14. Oktober 2000 einen Platz unweit ihrer ehemaligen Wohnung im Stadtbezirk Au-Haidhausen nach ihr.<ref>Zita-Zehner-Platz in München Au-Haidhausen. Abgerufen am 3. Mai 2021.</ref>
  • In ihrem Geburtsort Rannungen ist ebenfalls eine Straße nach ihr benannt.<ref>Zita-Zehner-Straße. In: google maps. Abgerufen am 3. Mai 2021.</ref>
  • Ehrenbürgerin von Rannungen<ref>Eine Bauersfrau als Power-Frau. Mainpost, 7. November 2010, abgerufen am 3. Mai 2021.</ref>
  • In Rannungen wurde Zita Zehner mit einem FrauenOrt geehrt.<ref>Starke Frauen Bayern: Zita Zehner. In: bayerns-frauen.de. Starke Frauen Bayern, abgerufen am 14. Oktober 2025.</ref>

Publikation

  • Zenta Zehner: Die Selbstherstellung vom Süßmost im Haushalt. Hrsg.: Haus- und Landfrauenvereinigung des Katholischen Frauenbundes. München 1932, DNB 578468964.

Literatur

  • Adelheid Schmidt-Thomé: Zita Zehner. In: dies.: Ich war die Erste. Bayerische Pionierinnen im Porträt. Allitera Verlag, München 2022, ISBN 978-3-96233-307-2, S. 126f.

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

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